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Vorwort: Internationale Stummfilmtage 2004 |
auch in diesem Jahr lädt das Bonner Sommerkino wieder ein zu Kinonächten ganz besonderer Art: Unter freiem Himmel im Arkadenhof der Bonner Universität gibt es restaurier te Stummfilmschätze zu entdecken, die von Filmarchiven aus aller Welt zur Verfügung gestellt und von namhaften Stummfilmmusikern zu neuem Leben erweckt werden. Das Zusammenspiel der Bilder auf der Großbildleinwand, der Atmosphäre des Veranstaltungsortes, der Musik, des Publikums und des Wetters machen jede Aufführung zu einem einzigartigen Ereignis.
Als das Sommerkino 1985 zum ersten Mal stattfand, konnten sich die beiden Organisatoren, Matthias Keuthen und Stefan Drößler, noch nicht vorstellen, wie sich aus ihrer Idee, in Bonn ein Open-Air-Kino zu realisieren, so wie sie es aus mediterranen Ländern wie Italien kannten, einmal Deutschlands größtes und wichtigstes Stummfilmfestival entwickeln würde. Es hat vieler Schritte bedurft, um Skeptiker davon zu überzeugen, daß eine solche Veranstaltung nicht nur an einem Wochenende, sondern sogar 11 Tage stattfinden sollte und daß man auch mit Filmen außerhalb des aktuellen Mainstream-Angebotes und Programmkino-Klassiker-Kanons erfolgreich sein kann, ohne allzu große Konzessionen an einen vermeintlichen »Publikumsgeschmack« machen zu müssen.
Direkt von Anfang an dabei war das Kulturamt der Stadt Bonn, das mit (oft spärlichen) Projektmitteln herumjonglieren mußte, aber stets nicht unerhebliche Sachmittel zur Verfügung stellte und bemüht war, zusätzliche Finanzierungsquellen aufzutun. 1991 erhielt das Bonner Sommerkino erstmals auch Geldmittel vom Land NRW über die Projektförderung des Filmbüros NW eine Tradition, die die Filmstiftung NRW, in die das Filmbüro inzwischen integriert ist, fortsetzt. Zum 20jährigen Jubiläum wird das Bonner Sommerkino erstmals auch von der Beauftrag ten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert und kann endlich auf einen eigenen Titel im Haushalt der Stadt Bonn blicken Zeichen für die Bedeutung der Veranstaltung, die inzwischen weit über Bonn und die Landesgrenzen bekannt ist.
Was hat sich zum 20jährigen Jubiläum geändert? Eigentlich nicht viel. Die Filmauswahl deckt wie immer ein breites Spektrum ab vom avantgardistischen Kurzfilm über spektakuläre Großproduktionen bis hin zu ganz aktuellen Neuentdeckungen und Premieren von neurestaurierten Filmen. Alle Musiker, die die Filme begleiten, sind den treuen Besuchern bestens bekannt: Sie sind einfach die besten ihres Fachs, und wir sind stolz, daß sie jedes Jahr wieder gerne nach Bonn kommen. Das Design des Programmheftes und des Plakates ist zum Jubiläum von Stefan Drößler und Heiner Gassen überholt worden und stellt sich jetzt benutzer freundlicher und übersichtlicher dar. Ganz neu ist der Spielort Rheinisches Landesmuseum, wo uns für die Nachmittagsveranstaltungen am zweiten Sommerkino-Wochenende ein zentral gelegener Kinosaal mit 240 Plätzen zur Verfügung steht. Und wie im Vorjahr ist eine Auswahl der Sommerkino-Beiträge im Filmpodium Zürich (8.29. August) und im Filmmuseum München (2.5. September) zu sehen.
Wichtigste Basis des Sommerkinos ist nach wie vor das Publikum, das jedes Jahr wieder Entdecker freude beweist, sich auch von schlechtem Wetter nicht abschrecken läßt und mit seinen Spenden den Fortbestand der trotz der Zuschüsse chronisch unterfinanzier ten Veranstaltung sichert. Hoffen wir, daß das Sommerkino noch mindestens weitere 20 Jahre vor sich hat, die ebenso aufregend und spannend werden wie die ersten beiden Dekaden. Und nun lassen Sie sich anstecken von der Sommerkino-Begeisterung, die alle Mitarbeiter, Helfer und Unterstüt zer jedes Jahr wieder motiviert, die Veranstaltung aufs Neue zu organisieren!
Sigrid Limprecht, Förderverein Filmkultur Bonn