Internationale Stummfilmtage - 24. Bonner Sommerkino
14. - 24. August 2008

Internationale Stummfilmtage Stummfilmtage 2008 - ein Rückblick

Bonn, 25. August 2008. Harold Lloyd hat Bonn erobert - nicht nur seinen Kletterkünsten, sondern auch den anderen Leinwandhelden und Diven sahen in den vergangenen elf Tagen so viele und so unterschiedliche Zuschauer wie selten zu. Wir danken den Geldgebern (dem Kulturamt der Bundesstadt Bonn, der Filmstiftung NRW, dem BKM - Filmförderung des Bundes, der Universität Bonn, dem Rheinische Landesmuseum Bonn und dem Getränkeservice Vendel) und hoffen, dass auch im nächsten Jahr das Bonner Sommerkino wieder stattfinden wird - dann zum feierlichen 25. mal!

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Der Stummfilm ist angekommen. Auf den Mensa-Tischen, im Bahnhof und im Rathaus - überall kletterte Harold schon Wochen vor dem Festival auf Flyern und Plakaten herum. Dem entsprechend setzte sich auch das Publikum aus alten und jungen, vertrauten und neuen, kundigen und neugierigen Gesichtern zusammen. Auch der Eröffnungsfilm DAS HERZ DER WELT (Kanada 2000) zeigte: Stummfilm ist nicht alt und staubig, Stummfilm ist ein lebendiges Genre!

Insgesamt sahen gut 15.000 Zuschauer Melodramen, Komödien, Avangardistisches und Kriminalistisches - und hörten 21 mal musikalische Begleitung auf höchstem Niveau und auf dem Flügel, der Violine, der Flöte und dem Schlagzeug. Und das erste Mal nicht nur von männlichen Musikern: Am letzten Freitag gab die niederländische Pianistin Maud Nelissen ihr Debüt in Bonn. Mit ihrer Begleitung von DER GELIEBTE SEINER FRAU spielte sie sich sofort in die Herzen des Publikums in Bonn, das aber bei weitem nicht nur aus Bonnern bestand!

Die Zuschauer kamen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus dem Ausland - die drei Gewinner des großen Filmquiz´ spiegeln die Zusammensetzung ganz gut wider: zwei deutsche Telefonnummern und eine aus der Schweiz. Auch hier war es wieder Harold Lloyd, der zum Mitmachen animierte - drei große DVD-Boxen mit zehn seiner Filme gab es ergattern!

Nach elf aufregenden, spannenden und anstrengenden Festival-Tagen wird Harold Lloyd nun abgehängt, verschwindet von den Mensa-Tischen, aus dem Bahnhof und dem Rathaus. Er war eine Art Pate und Maskottchen zugleich und hat mit dazu beigetragen, dass das Festival so erfolgreich war, wie es war. Und eben kein unbemerktes Treffen weniger Kulturschaffender, sondern ein großes, buntes, lebendiges Festival mitten im Herzen von Bonn.

Stummfilmmusiker Günter A. Buchwald zum Festival:

Meine Augen heften sich auf die große, nein: riesige Leinwand. Ab und zu ein Blick zum Himmel. Erblicken sie den Taubenschwarm im Bonner Nachthimmel? Oder ist mit Regenschauer zu rechnen? Das Publikum: einzigartig, ob mit Sitzkissen oder Schirm. Es kommt mit Begeisterung. Das ist für mich immer der größte Ansporn: Du spielst für das Publikum, das da ist, Du bist dafür verantwortlich, dass der Film, der gerade gezeigt wird - immer in der besten vorhandenen Kopie - die beste Musik bekommt und am besten ankommt. Einmalig, immer einmal-ig.

Internationale Stummfilmtage 2008 - Die erste Halbzeit

Eine Zwischenbilanz von Ansgar Thiele

Harold Lloyd war auch in Bonn der Held des Abends. Seine atemberaubenden Stunts in MÄDCHENSCHEU und AUSGERECHNET WOLKENKRATZER! und ihre kongeniale musikalische Begleitung durch Aljoscha Zimmermann, Sabrina Hausmann, Joachim Bärenz und Christian Roderburg sorgten für stehende Ovationen im bis auf den letzten Platz besetzten Innenhof der Universität. Die Komik Lloyds wirkte - unüberhörbar - frisch wie am ersten Tag. DIE SPINNEN waren da sicher etwas sprödere (weil für heutiges Publikum ungewohntere) Kost, obwohl Kay Hoog mit Hut - aber ohne Peitsche - seinem aktuellen Nachfahren Indiana Jones alle Ehre machte. Visuell und emotional wesentlich moderner waren da der in poetischen Bildern subtil erzählte japanische Stummfilm TRÄUME JEDER NACHT und DIE GROSSE PARADE. Die Dramatik und die treffenden, packenden Bilder des Weltkriegsepos (und ihre mal klanggewaltige, mal überraschend lyrische Begleitung durch Neil Brand) fesselten, trotz leider etwas wechselhaftem Wetter, das Bonner Publikum. Und die Vorträge im Rheinischen LandesMuseum? - Lesen Sie dazu am Besten den Kommentar im Forum von stummfilm-fan.de

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Wer hat an der Uhr gedreht?

Ist das Bild Harold Lloyds, der an den Zeigern einer Hochhausuhr über tiefen Straßenschluchten zappelt, wirklich schon 85 Jahre alt?

AUSGERECHNET WOLKENKRATZER heißt der Film zum Bild, den das 24. Bonner Sommerkino im Arkadenhof der Bonner Universität auf Bonns allergrößter Leinwand präsentiert. Nicht weniger akrobatisch - und komisch - geht es am Eröffnungsabend des Festivals zu, wenn Lloyd in MÄDCHENSCHEU zur Verhinderung einer Hochzeit eine Hetzjagd startet, die es lässig mit dem berühmten Wagenrennen aus Ben Hur aufnimmt.

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Eröffnungsabend: Harold Lloyd vor vollem Arkadenhof

Bis zum letzten Platz gefüllt war der Arkadenhof schließlich zum Eröffnungsfilm der diesjährigen Stummfilmtage.

Während es langsam dunkler wurde füllte sich der Hof - Impression vom Eröffnungsbend

Veranstalter, Unterstützer

Veranstalter:

Förderverein Filmkultur Bonn e.V. in Zusammenarbeit mit:
Filmmuseum München, Bonner Kinemathek, Rheinisches LandesMuseum Bonn, Filmpodium Zürich im Rahmen des "Bonner Sommers"

Unterstützt durch:

Kulturamt der Bundesstadt Bonn Filmstiftung NRW BKM - Filmförderung des Bundes
Rheinisches LandesMuseum Bonn Universität Bonn TNT Toyota Filmdienst Getränke-Service Vendel WDR 5 arte Das Publikum

Foto: Tina Behrendt, Bonn

Druckversionen des Programms

Das ausführliche Festivalprogramm sowie eine Kurzübersicht stehen zum Herunterladen bereit.

Fragen und Antworten zum Festival

Sind Stummfilme immer schwarz-weiß? Wie groß ist eigentlich die Leinwand? Fragen und Antworten zum Festival finden Sie hier.

Die Musiker

Alle Aufführungen im Arkadenhof der Universität werden durch renommierte Stummfilmmusiker live begleitet. Lernen Sie hier die Musiker kennen, die bei den Internationalen Stummfilmtagen spielen.

Der Festival-Trailer

Zur Steigerung der Vorfreude haben wir hier schon mal den offiziellen Festivaltrailer für Sie (Quicktime-Format, 30MB).

Festival-Archiv

Interessieren Sie sich für die Festivals vergangener Jahre? Stöbern Sie in unserem Archiv!

Fotos: Lloyd Foundation, Gilles Soubeyrand