Internationale Stummfilmtage - 24. Bonner Sommerkino
Das Programm

Donnerstag, 14. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

HAROLD LLOYD: MÄDCHENSCHEU (GIRL SHY)

USA 1924; Regie: Fred C. Newmeyer, Sam Taylor; Drehbuch: Sam Taylor, Ted Wilde, Tim Whelan; Kamera: Walter Lundin, Henry N. Kohler; Darsteller: Harold Lloyd, Jobyna Ralston, Richard Daniels, Carlton Griffin, Mickey Daniels, Nola Dolberg, Judy King, Charles Stevenson; Produktion: Harold Lloyd Corporation; Premiere: 20.4.1924; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.266 Meter, 82 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)

Was als romantische Komödie über einen verträumten Schneidergesellen beginnt, der in seiner Phantasie zum Frauenhelden wird, endet mit einer halsbrecherischen Jagd per Auto, Feuerwehr, Straßenbahn und Pferdekutsche quer durch Los Angeles. MÄDCHENSCHEU war einer der größten Erfolge Harold Lloyds, des neben Chaplin beliebtesten amerikanischen Stummfilmkomikers. Sein furioses Finale war Vorlage für die Schlußsequenz in DIE REIFEPRÜFUNG mit Dustin Hoffman, bei der Lloyd als Berater mitwirkte.

[Details anzeigen]

Vorfilm: DAS HERZ DER WELT (THE HEART OF THE WORLD)

Kanada 2000; Regie: Guy Maddin; Drehbuch: Guy Maddin; Kamera: Guy Maddin, deco dawson; Darsteller: Leslie Bais, Caelum Vatnsdal, Shaun Balbar, Greg Klymkiw, Tammy Gillis, Carson Natrass; Produktion: Niv Fichman, Judy Shapiro, Jennifer Weiss; Premiere: 7.9.2000 (Toronto); Farbe: schwarzweiß; Länge: 6 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Tonspur

Es gab in den letzten Jahren viele Versuche, Stummfilme zu imitieren, doch diese zeigen in aller Regel ein erschreckendes Unverständnis: Es reicht eben nicht, einen Film in Schwarzweiß und ohne Dialoge herzustellen, um die Stummfilmästhetik zu erfassen. Guy Maddin gelingt in seinem furiosen Trailer eines fiktiven Stummfilms mit Hilfe digitaler Bildbearbeitungseffekte und der stampfenden Musik eines legendären sowjetischen Kompilationsfilms eine hypnotische Wirkung, die dem Stummfilm nahekommt.

[Details anzeigen]

Freitag, 15. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DIE SPINNEN 1: DER GOLDENE SEE

Deutschland 1919; Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Fritz Lang; Kamera: Karl Freund, Emil Schünemann; Bauten: Otto Hunte, Karl Ludwig Kirmse, Hermann Warm, Heinrich Umlauff; Darsteller: Carl de Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover, Georg John, Rudolf Lettinger, Thea Zander, Reiner Steiner, Friedrich Kühne, Edgar Pauly, Meinhard Maur, Paul Morgan, K.A. Römer, Paul Biensfeldt; Produktion: Decla-Film, Berlin; Premiere: 3.10.1919; Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 1.657 Meter, 80 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: tschechisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)

Ein Abenteuerspektakel, in dessen Mittelpunkt der verwegene Kay Hoog, ein Vorfahre von Indiana Jones, und die Jagd nach einem unterirdischen Inka-Schatz stehen, hinter dem auch eine chinesische Geheimorganisation her ist. Eine Jagd um die Welt beginnt, gespickt mit tollkühnen Kämpfen und aufregenden Verfolgungen. Der Film, von dem nur im tschechischen Filmarchiv Material erhalten ist, wurde in jahrelanger Arbeit neu restauriert und wieder mit seinen ursprünglichen Einfärbungen versehen.

[Details anzeigen]

22.30 Uhr - Arkadenhof

DIE SPINNEN 2: DAS BRILLANTENSCHIFF

Deutschland 1920; Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Fritz Lang; Kamera: Karl Freund; Bauten: Otto Hunte, Karl Ludwig Kirmse, Hermann Warm, Heinrich Umlauff; Darsteller: Carl de Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover, Georg John, Rudolf; Lettinger, Thea Zander, Reiner Steiner, Friedrich Kühne, Edgar Pauly, Meinhard Maur, Paul Morgan, K.A. Römer, Paul Biensfeldt; Produktion: Decla-Film, Berlin; Premiere: 6.2.1920; Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 2.486 Meter, 108 Minuten (20 B/s) ; Zwischentitel: tschechisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)

Der zweite Teil der SPINNEN konzentriert sich in seiner Gestaltung mehr auf Innenräume und deutet die Visionen der späteren Filme Fritz Langs, DR. MABUSE, METROPOLIS und SPIONE, bereits an: Unter dem Chinesenviertel von San Francisco, in dem die Organisation der Gegenspieler Kay Hoogs ihre Zentrale betreibt, liegt eine unterirdische Stadt, in der das Verbrechen regiert. Die Jagd nach einem diamantenen Buddha-Kopf endet auf den Falklandinseln - gefilmt in der Märkischen Heide bei Berlin.

[Details anzeigen]

Samstag, 16. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

TRÄUME JEDER NACHT (YOGOTO NO YUME)

Japan 1933; Regie: Mikio Naruse; Drehbuch: Mikio Naruse, Tadao Ikeda; Kamera: Suketaro Ikai; Darsteller: Sumiko Kurishima, Teruko Kojima, Tatsuo Saito, Atsushi Arai, Mitsuko Yoshikawa, Takeshi Sakamoto, Kenji Oyama, Shigeru Ogura, Choko Iida, Ranko Sawa; Produktion: Shochiku Kinema Kenkyûjo; Premiere: 8.6.1933; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.754 Meter, 64 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: japanisch mit englischer Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel)

Eine starke Frau steht im Mittelpunkt des Films, der als der stilistisch geschlossenste Stummfilm Mikio Naruses gilt: Omitsu arbeitet als Hostess in einer Bar, um sich und ihren Sohn über Wasser zu halten. Als eines Tages ihr arbeitsloser Mann Mizuhara wieder auftaucht, akzeptiert sie ihn nur widerwillig. Naruse erzählt seine Geschichte rein visuell. Die ursprüngliche Anfangssequenz, in der Omitsu aus dem Gefängnis entlassen wird, wo sie wegen Prostitution einsaß, wurde von der Zensur geschnitten.

[Details anzeigen]

22.30 Uhr - Arkadenhof

AUSGERECHNET WOLKENKRATZER (SAFETY LAST!)

USA 1923; Regie: Fred C. Newmeyer, Sam Taylor; Drehbuch: Hal Roach, Sam Taylor, Tim Whelan; Kamera: Walter Lundin; Darsteller: Harold Lloyd, Mildred Davis, Bill Strother, Noah Young, Westcott B. Clarke, Mickey Daniels, Anna Townsend, Charles Stevenson, Fred C. Newmeyer; Produktion: Hal Roach Studios; Premiere: 1.4.1923; arbe: schwarzweiß; Länge: 1.852 Meter, 73 Minuten (22 B/s) Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel) und Christian Roderburg (Schlagzeug)

Um Karriere zu machen, geht Harold Lloyd in die Großstadt, wo er aber nur einen Job als kleiner Kaufhausangestellter findet. Als seine Braut, der er regelmäßig Briefe mit erfundenen Berichten über seinen beruflichen Erfolg schreibt, zu Besuch kommt, muß er sich einiges einfallen lassen. AUSGERECHNET WOLKENKRATZER ist Lloyds berühmtester Film: Das Bild, das ihn am Zeiger einer Hochhausuhr zeigt, ist in die Filmgeschichte eingegangen. Der Film besticht durch perfektes Timing und eine Fülle visueller Gags.

[Details anzeigen]

Sonntag, 17. August 2008

15.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

PORTRÄT: MAX NEUFELD - Vortrag mit Filmbeispielen von Nikolaus Wostry

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Max Neufeld, der 1904 als Schauspieler im Theater debütierte, dann zum Film wechselte und zwischen 1919 und 1957 mehr als 60 Filme als Regisseur gedreht hat, ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Das Filmarchiv Austria hat viele seiner Stummfilme restauriert, ihm eine Retrospektive gewidmet und ein Buch über ihn herausgebracht, so daß wir heute einen Regisseur mit persönlicher Handschrift wiederentdecken können. Nikolaus Wostry stellt den Regisseur, seine Filme und ihre Restaurierung vor.

[Details anzeigen]

17.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

FILM MUSIC IMPROVISATION - Vortrag mit Film- und Musikbeispielen von Neil Brand (in englischer Sprache)

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Die musikalische Begleitung ist entscheidend für die Wirkung eines Stummfilms. Da nur in seltenen Fällen originale Noten erhalten sind, muß jeder heutige Musiker eine neue Begleitung finden, mit der er die Filme - indem er z.B. Spannungsbögen unterstreicht und Figuren charakterisiert - dem Publikum näher bringt. In seinem Vortrag gewährt Neil Brand Einblicke in seine Arbeitsweise und führt anhand eines Beispiels mit Live-Kommentierung vor, wie er seine Musik aus dem Moment heraus entwickelt.

[Details anzeigen]

21.00 Uhr - Arkadenhof

DAS FEST DES HEILIGEN JÜRGEN (PRASDNIK SWJATOGO JORGENA)

UdSSR 1930; Regie: Jakow Protasanow; Drehbuch: Jakow Protasanow, nach Motiven des gleichnamigen Romans von Harald Bergstedt; Kamera: Pjotr Jermolow; Bauten: Sergej Koslowski, Wladimir Baljusek; Darsteller: Anatoli Ktorow, Igor Iljinski, Mikhail Klimow, Maria Strelkowa, Igor Arkadin, Anatoli Gorjunow, Wladimir Uralski, N. Wassilijewa, Feofan Schipulinski; Produktion: Meshrabpomfilm, Moskau; Premiere: 25.8.1930; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.322 Meter, 102 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: russisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Eine böse Satire auf die Geschäfte mit Religion und Heiligen, die von Vertretern der Kirche betrieben werden. Zwei Gauner brechen aus dem Gefängnis aus und mischen sich auf der Flucht vor der Polizei unter die Menschenmassen, die zu einem Wallfahrtsort pilgern. Der Komiker des russischen Stummfilms Iljinski brilliert in einer Paraderolle. Der Regisseur Jakow Protasanow schuf einige der populärsten Filme des sowjetischen Stummfilmkinos - zu denen auch DAS FEST DES HEILIGEN JÜRGEN zählt.

[Details anzeigen]

Vorfilm: DAS LEBEN UND LEIDEN JESU (LA VIE ET LA PASSION DE JÉSUS CHRIST)

Frankreich 1898; Regie: Georges Hatot, Louis Lumière; Kamera: Alexandre Promio; Darsteller: Bretteau; Produktion: Lumière; Premiere: Anfang 1898; Farbe: schwarzweiß; Länge: 196 Meter, 11 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: keine; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Ein früher, für seine Zeit ungewöhnlich langer und aufwendig gestalteter Jesus-Film aus der Produktion der Gebrüder Lumière. In 13 Tableaus, die von der Geburt Jesu bis zu seiner Auferstehung reichen, agieren die Schauspieler vor gemalten Kulissen, deren Begrenzungen im Bild deutlich zu sehen sind. Ursprünglich wurden die jeweils nur eine Minute langen Bilder als Einzelfilme vorgeführt, so daß der Film, der Auftakt unzähliger Jesus-Filme, auch als Vorform der späteren Form des Serials gesehen werden kann.

[Details anzeigen]

Montag, 18. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DIE GROSSE PARADE (THE BIG PARADE)

USA 1925; Regie: King Vidor; Drehbuch: Laurence Stallings, Harry Behn; Kamera: John Arnold; Darsteller: John Gilbert, Renée Adorée, Hobart Bosworth, Claire McDowell, Claire Adams, Robert Ober, Tom O'Brien, Karl Dane, Rosita Marstini; Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer Corporation; Premiere: 5.11.1925 (Grauman's Egyptian Theatre, Hollywood); Farbe: schwarzweiß mit viragierten und kolorierten Sequenzen; Länge: 3.423 Meter, 149 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel)

Einer der erfolgreichsten Stummfilme liegt nun wieder in der neu rekonstruierten Premierenfassung mit eingefärbten Sequenzen vor. Die Geschichte eines Sohnes aus gutem Hause, der 1917 in den Krieg nach Frankreich zieht, ist auch heute noch ein ungemein fesselndes Erlebnis. King Vidor, der sich von Kriegsveteranen beraten ließ, gelang es wie nur wenigen Filmemachern nach ihm, das Kriegsgeschehen ohne Beschönigung erfahrbar zu machen und mit anrührenden menschlichen Schicksalen zu verbinden.

[Details anzeigen]

Dienstag, 19. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

CHICAGO

USA 1927; Regie: Frank Urson; Drehbuch: Leonore Coffee, nach dem Theaterstück von Maurine Dallas Watkins; Kamera: Peverell Marley; Ausstattung: J.M. [Mitchell] Leisen; Darsteller: Phyllis Haver, Victor Varconi, Eugene Pallette, Virginia Bradford, Clarence Burton, Warner Richmond, T. Roy Barnes, Sidney D'Albrook, Otto Lederer, May Robson, Julia Faye; Produktion: DeMille Pictures Corporation; Premiere: 26.3.1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.952 Meter, 117 Minuten (22 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel) und Günter A. Buchwald (Violine)

Die erste Verfilmung jenes Stoffes, der als Musical 2002 mit Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger und Richard Gere neuverfilmt wurde, ist eine unterhaltsame Komödie über amerikanisches Gerichtswesen, Sensationsjournalismus und Showbusineß. Roxie Hart erschießt einen Mann. Überrascht von dem einsetzenden Presserummel lernt sie, den Mordfall geschickt zu nutzen, um auf die Titelseiten der Boulevardpresse zu gelangen. Mit Hilfe eines gerissenen Anwalts versucht sie, vor Gericht einen Freispruch zu erwirken.

[Details anzeigen]

Vorfilm: SMOKEY RAUCHT (SMOKEY SMOKES)

USA 1920; Regie: Gregory LaCava; Drehbuch: Thomas A. 'Tad' Dorgan (Comic); Animationen: Gregory La Cava; Produktion: J. R. Bray Studios; Premiere: 6.6.1920; Farbe: schwarzweiß; Länge:111 Meter, 6 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel)

Gregory La Cava zeichnete Comic strips, bevor er 1916 in die Trickfilmproduktion einstieg und in den 20er Jahren zur Spielfilmregie wechselte. Als Regisseur von Hollywoodkomödien wurde er in den 30er Jahren berühmt, während seine frühen Zeichentrickfilme heute weitgehend vergessen sind. SMOKEY RAUCHT handelt von einem Hund, dem der Arzt das Rauchen verbietet. Verzweifelt läuft er durch die Stadt, landet bei einem Chinesen mit Opium-Pfeife - und verliert sich in wilden Wahnvorstellungen.

[Details anzeigen]

Mittwoch, 20. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DER TROLL-ELCH (TROLL-ELGEN)

Norwegen 1927; Regie: Walter Fyrst; Drehbuch: Alf Rød, nach zwei Geschichten von Mikkjel Fønhus; Kamera: Ragnar Westfelt; Darsteller: Tryggve Larssen, Bengt Djurberg, Julie Lampe, Tove Tellback, Harald Stormoen, Einar Tveito, Egil Hjorth-Jenssen, Mimi Kihle, Hauk Aabel, Nils Ahrén; Produktion: Fyrst-Film; Produzent: Helge Lunde; Premiere: 26.12.1927 (Oslo); Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 2.020 Meter, 98 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: norwegisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)

Das skandinavische Kino hat in der Stummfilmzeit weltweite Achtung erfahren wegen seiner eindrucksvollen Einbeziehung der Natur in Geschichten von menschlicher Dramatik. Der Troll-Elch soll, einer alten Legende zufolge, die Inkarnation eines toten Menschen sein. Hans darf die schöne Ingrid, Tochter eines reichen Bauern, erst heiraten, wenn er den Geister-Elch getötet hat. Als Hans des Mordes an seinem Rivalen Gunnar beschuldigt wird, muß er in die Stadt fliehen und dort auf dem Jahrmarkt arbeiten.

[Details anzeigen]

Vorfilm: DER EINWANDERER (THE IMMIGRANT)

USA 1917; Regie: Charles Chaplin; Drehbuch: Charles Chaplin, Vincent Bryan, Maverick Terrell; Kamera: Roland Totheroh; Darsteller: Charles Chaplin, Edna Purviance, Eric Campbell, Albert Austin, Henry Bergman, Kitty Bradbury, Frank J. Coleman, William Gillespie, Tom Harrington, James T. Kelley, John Rand, Tiny Sandford, Janet Miller Sully, Loyal Underwood, Tom Wilson; Produktion: Lone Star Corporation; Premiere: 17.6.1917; Farbe: schwarzweiß; Länge: 617 Meter, 30 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)

Einer der besten Kurzfilme von und mit Charlie Chaplin, der seine Komödie vor einem sehr realistischen Hintergrund entwickelt: Auf einem Schiff aus Europa landet der Tramp in Amerika, wo sich sein amerikanischer Traum jedoch nicht so recht zu erfüllen scheint. Mittellos versucht er in einem Lokal sowohl das Mädchen für sich zu gewinnen als auch eine warme Mahlzeit zu ergattern. Neben raffinierten und virtuosen Gags enthält der Film scharfe Kritik an sozialen Mißständen in den USA.

[Details anzeigen]

Donnerstag, 21. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

VON MORGENS BIS MITTERNACHTS

Deutschland 1920; Regie: Karlheinz Martin; Drehbuch: Karlheinz Martin, Herbert Juttke nach dem Theaterstück von Georg Kaiser; Kamera: Carl Hoffmann; Bildentwurf und Figuren: Robert Neppach; Darsteller: Ernst Deutsch, Erna Morena, Hans Heinrich von Twardowski, Eberhard Wrede, Adolf Edgar Licho, Hugo Döblin, Frieda Richard, Lotte Stein, Roma Bahn, Lo Heym; Produktion: Ilag-Film Berlin; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.325 Meter, 73 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: deutsch; Musikbegleitung: SchlagEnsemble H/F/M

Einer der wenigen reinen expressionistischen Filme, mit verzerrten Kulissen, harten Kontrasten und stilisiertem Spiel der Darsteller. Erzählt wird die Geschichte vom Kassierer einer Bank, der Geld stiehlt, um sich in die Vergnügungen der Großstadt zu stürzen. Der Film kam seinerzeit nicht in die deutschen Kinos, sondern erlebte seine Uraufführung in Japan, wo sich die einzige Kopie erhalten hat. Die in der originalen Grafik rekonstruierten Zwischentitel wurden vom Filmmuseum München in den Film eingefügt.

[Details anzeigen]

Vorfilm: DIE WUNDERUHR (L'HORLOGE MAGIQUE)

Frankreich 1928; Regie: Ladislas Starewitch; Drehbuch: Ladislas Starewitch; Kamera: Ladislas Starewitch; Puppen und Animation: Ladislas Starewitch, Irène Starewitch; Kostüme: Anna Starewitch; Darsteller: Nina Star (= Starewitch), Bob Zoubowitch; Produktion: Les Films Louis Nalpas; Premiere: 8.9.1928 (Berlin),19.12.1928 (Paris); Farbe: mehrfarbig viragiert und getönt; Länge: 910 Meter, 33 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: französisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)

Der aus Rußland emigrierte Ladislas Starewitch schuf phantastische Puppentrickfilme, in denen er unterschiedlichste Animationstechniken anwandte und oft seine Tochter Nina mitspielen ließ. DIE WUNDERUHR ist sein Meisterwerk, in dem er verschiedene Geschichten mit einer Rahmenhandlung verband. Der neu restaurierte, wie im Original eingefärbte und getönte Film besteht aus zwei Teilen: DIE GESCHICHTE VOM MÄDCHEN, DAS PRINZESSIN WERDEN WOLLTE und DER VERZAUBERTE WALD.

[Details anzeigen]

Freitag, 22. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DER GELIEBTE SEINER FRAU

Österreich 1928; Regie: Max Neufeld; Drehbuch: Fritz Zoreff, Siegfried Bernfeld, Max Neufeld; Kamera: Viktor Gluck; Bauten: Franz Meschkan, Hans Ledersteger; Darsteller: Dina Gralla, Claire Lotto, Alphons Fryland, Oskar Beregi, Richard Waldemar, Otto Schmöle, Viktor Franz, Cornelius Kirschner; Produktion: Hugo-Engel- Film GmbH, Wien; Premiere: 28.3.1928 (Berlin, Marmorhaus), 14.9.1928 (Wien); Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.756 Meter, 64 Minuten (24B/s); Zwischentitel: serbokroatisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Maud Nelissen

Eine vergnügliche Verwechslungskomödie aus dem Wien der 20er Jahre: Ein Graf soll eine ihm unbekannte Fabrikantentochter heiraten. Da er sich auf dem Standesamt verspätet, platzt die Hochzeit. Daß die Braut durch eine Verwechslung in einem Appartement Unterschlupf findet, in dem auch der Graf wohnt, führt zu turbulenten Szenen. Mit einem Esprit, der an Ernst Lubitsch anknüpft, und vielen originellen visuellen Einfällen entstand einer der komischsten Filme des österreichischen Regisseurs Max Neufeld.

[Details anzeigen]

22.30 Uhr - Arkadenhof

DIE FEUERPROBE (VEM DÖMER; zeitgenössischer deutscher Verleihtitel: BEATRIX - EIN SPIEL VON LIEBE, HASS UND TOD)

Schweden 1922; Regie: Victor Sjöström; Drehbuch: Victor Sjöström, Hjalmar BergmanKamera: Julius JaenzonBauten: Axel Esbensen, Alexander Bakó; Darsteller: Jenny Hasselquist, Ivan Hedqvist, Tore Svennberg, Gösta Ekman, Knut Lindroth, Waldemar Wohlström, Nils Asther, Paul Seeling, Nils Lundell, Tyra Dörum, Bror Berger, Lars Egge, Edvin Adolphson, Nils Jacobsson, Olof Ås, Torsten Bergström, Edvin Adolphson, Julia Cæsar, Emil Fjellström, Artur Rolén; Produktion: Svensk Filmindustri; Premiere: 1.1.1922; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.787 Meter, 89 Min. (18 B/s); Zwischentitel: schwedisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Der vorletzte Film Sjöströms vor seinem Gang nach Hollywood erzählt eine düstere Geschichte aus dem Mittelalter: Ursula darf nicht den Mann heiraten, den sie liebt, sondern muß eine Ehe mit einem deutlich älteren Bildhauer eingehen. Sie entwickelt den Plan, ihren Ehemann zu vergiften. Mit prächtigen Dekors, einer ausgefeilten Lichtsetzung und beeindruckender Kameraarbeit setzt Sjöström sein Drama um Schuld, Sühne und Vergebung um, das mit sparsamen Zwischentiteln rein visuell erzählt wird.

[Details anzeigen]

Samstag, 23. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DER GEHEIME KURIER

Deutschland 1928; Regie: Gennaro Righelli; Drehbuch: Curt J. Braun, Walter Jonas nach dem Roman "Le Rouge et le noir" ("Rot und Schwarz") von Stendhal; Kamera: Friedrich Weinmann; Darsteller: Iwan Mosjukin, Lil Dagover, José Davert, Jean Dax, Agnes Petersen, Félix de Pomés, Hubert von Meyerinck, Dillo Lombardi, Valeria Blanka; Produktion: Greenbaum Film, Berlin / Terra-Film, Berlin; Premiere: 25.10.1928 (Berlin); Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 1.790 Meter, 65 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: französisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Mosjukin war unbestrittener Star aufwendiger Produktionen wie CASANOVA oder DER KURIER DES ZAREN. In Righellis sehr freier Adaption von Stendhals Roman "Rot und Schwarz" spielt er den Provinzler Julien Sorel, der 1830 nach Paris kommt, um dort Karriere zu machen und die Tochter eines Marquis zu heiraten. Seine Vergangenheit holt ihn jedoch ein. Der Ausstattungsfilm hat sich nur in einer gekürzten französischen Fassung erhalten, die ein sehr modern anmutendes, rasches Erzähltempo aufweist.

[Details verbergen]

Stendhal, Mosjukin und eine Berliner Weiße.

Man erwischt einen halbwegs kühlen Tag im Atelier. Trotzdem scheint alles hier halbverdurstet zu sein. Darum steht trotz aller Stilechtheit der Stendhal-Film der Greenbaum-Terra "Le Rouge et le Noir" oder "Der geheime Kurier" im Zeichen der Berliner Weiße.

Ruft Genaro Righelli, der Regisseur, so werden allerdings die Weißen ein wenig seufzend in Stich gelassen und Hemdsärmlige von 1928 wandeln sich wieder in befrackte Kavaliere um 1828 im Schlosse von La Mole. Man sitzt hier weit vornehmer um Rotwein gruppiert, bemüht eine kleine Orgie zu machen, sich zuzutrinken und mit Blumen zu bewerfen.

Derweil steht Agnes Petersen, die Tochter des Marquis de la Mole, in wippenden weiten Seidenröcken neben Marcell Hellmann, der das spiegelnde Parkett wie ein Schlachtfeld überschaut, am Weiße beladenen Klavier und läßt sich von der Garderobiere den finishing touch von Puder und Schminke geben. Dann wippt sie hinüber in den hellen hohen von Sohnle und Erdmann erbauten Saal, die breite Treppe hinauf zur Galerie.

Dort wartet Hubert von Meyringk, um einen Rosenstrauß zu überreichen, an eine Säule gelehnt und so weltvergessen gelehnt, daß sein sonst tadelloser pfauenblauer Frack immer wieder noch einmal abgebürstet werden muß. Mosjukin, der Julien Sorel des Films, erscheint, statt eines Rosenstraußes weit sachlicher die Berliner Weiße in der Hand. Er muß sie immerhin aufgeben, um einen Degen zu nehmen, ihn federnd durch die Luft zu schnellen und schließlich unter die fröhlich feiernde[n] Kavaliere fallen zu lassen. Während Felix de Pommes, ein schlanker biegsamer Spanier und der beste Fechter in Berlin, diese Klinge aufhebt und sie Mosjukin wieder zuwirft. Eine mordgierige Presse freut sich dabei auf das versprochene Degenduell. Doch die Gemüter kehren bei heute nur 25 Grad im Schatten, ohne sich weiter zu erhitzen, sich wieder der kühlenden Weiße zu.

Nur Agnes Petersen wippt unbeschwert von der sommerlichen Hitze und der Lampenglut für sich ganz allein auf der Galerie in ihren weiten weichen Seidenröcken auf und ab und probt einen Stendhal noch unbekannten Charleston.-

Lo-Ha.

(Quelle: 2. Beiblatt zum Film-Kurier, 10.Jg. Nr.173, 21.7.1928)

Der Geheime Kurier

Fabrikat: Terra-Greenbaum
Verleih: Terra
Manuskript: C.J.Braun und W.Jonas
Regie: Gennaro Righelli
Hauptrolle: Iwan Mosjukin, Lil Dagover
Länge: 3000 Meter, 7 Akte
Uraufführung: Mozartsaal

Die Greenbaum-Film-Gesellschaft hat jetzt ihren großen Erfolg des Jahres. Sie hat für die Terra einen Roman von Stendhal, nämlich "Rouge et noir", für den Film bearbeitet, nennt das Werk "Der geheime Kurier" und bietet inhaltlich Anklänge teils an den Kurier des Zaren, teils an Casanova. - Aber nicht etwa, als ob man nachahmt. Es ist vielmehr eine vollständig freie Komposition, die nur in den Motiven hier und da an die großen Erfolge des vergangenen Jahres anklingt. Es handelt sich um Julien Sorel, einen jungen Mann, dem genau wie Casanova die Herzen der Frauen zufliegen, der zuerst ein Verhältnis mit der Frau des Bürgermeisters in einer kleinen Stadt hat, der dann mit der Tochter eines Marquis in so enge Beziehungen tritt, daß der Papa schließlich doch seine Einwilligung geben muß.

Allerdings hätte es sich der alte Herr nicht so lange zu überlegen brauchen, denn Julien Sorel hat für ihn und seine Partei Übermenschliches geleistet. Es ist schließlich ihm zu verdanken, wenn der Herzog von Orleans den Thron besteigt. Ihm kann das französische Volk auch die Befreiung von drückenden Lasten verdanken.

Ganz abgesehen von der dramaturgischen Wirksamkeit gibt diese Partie der Handlung auch Gelegenheit zu stark wirkenden Massenszenen, zu einer wirkungsvollen Szene vor dem Tribunal und schließlich auch zu Revolutionsbildern, die anscheinend jetzt zu jedem Großfilm gehören. Die Darstellung steht natürlich in erster Linie bei Iwan Mosjukin. Überflüssig in einem Filmblatt zu sagen, daß dieser Künstler wieder bezaubernd aussieht, daß er die Zuschauer zwingend mitreißt und daß er auch darstellerisch weit über dem steht, was man im allgemeinen von jugendlichen Liebhabern im Kino zu sehen gewohnt ist. Seine weiblichen Gegenspieler sind einmal Lil Dagover als Bürgermeisterfrau, die mit einemmal wieder in die Reihe der Frauen tritt, die ausgezeichnet aussehen und ebenso spielen, und Agnes Petersen als jugendlichere Liebhaberin. Es ist eine ganz andere Gestalt, wie man sie etwa in Geheimnisse des Orients gesehen hat. Es strahlt auch von ihr eine Fraulichkeit und eine Schönheit aus, die den Erfolg auch in diesem Film mit garantieren.

(Quelle: Kinematograph 22.Jg., Nr.1174, 28.10.1928)

Der geheime Kurier

(Mozartsaal)

Terra-Greenbaum starten im Mozartsaal einen Spitzenfilm nach Motiven von Stendhal.

In der Gemeinschaftsproduktion ist ein Werk entstanden, das den Anspruch auf Qualitätswertung mit Recht erhebt. Das hervorstechende Charakteristikum bleibt die Sauberkeit, mit der hier der Produktionsapparat gehandhabt wurde.

Als hemmend erweist sich lediglich das zugrundeliegende Manuskript. Curt J. Braun und Walter Jonas sind mit deutlich spürbarer Unsicherheit ans Werk gegangen. Sie sind in der Materie befangen. Außerstande, die Fülle des Stoffes zu verarbeiten, begnügen sie sich mit einem Kompromiß. Das ist es, was den Film belastet.

Werke der Spitzenklasse vertragen keine Halbheiten. Was aber tun Braun und Jonas? Sie schwanken:

Finden den Mut nicht, um auf die Historie zu pfeifen, zugunsten einer kostümierten Liebesgeschichte. Und getrauen sichs schon gar nicht, einen politischen Film daraus zu machen, mit Intrigen und Legitimitätskampf, mit Kabale und Liebe. (Es ist übrigens kein Einwand, zu behaupten, [daß] der Streit zwischen Louis Philippe, der Birne und dem König Karl heute nicht mehr interessiere. Kommt nur darauf an, die Schachzüge des Kampfes fesselnd darzustellen. Politik, in ihren Mitteln zumeist ähnelnd die Jahrhunderte hindurch, packt immer wieder.)

Bleibt also ein geruhiges Bürgermilieu, in dem Revolutionen mit Rotwein und Zuprosten beschlossen werden, ein Milieu, in dem der Ehrgeiz der Arrivierfreudigen auf Adelstitel und eine bunte Jacke geht. Nicht genug herausgearbeitet, um historisch bedingt zu sein, nicht zeitlos genug, um durch sich zu wirken.

Von solchem Hintergrund hebt sich die zwiespältige Figur des Julien Sorel ab. Mit einem deutlichen Bruch im Charakter. Die Mischung aus Streber mit Zuhältereinschlag, Gefühls- und Willensmensch wird nicht erkennbar. Unsicherheit da, wie im Schluß: Ob Julien stirbt, ob er happy-endlich doch noch die Braut heimführt, bleibt nebensächlich. Denn beides ist gleich unüberzeugend.

Autoris culpa...

Die filmgerechte Ausarbeitung holt heraus, was zu machen ist. Wobei weniger Wert aufs Optische gelegt wird, als auf sorgsame Verteilung von Auftritten unter Zwischenfügung geschickter Titel.

Ob in der hochdramatischen Szene eines beinah verübten Mordes das Glas mit dem Gift in der Ecke zersplittert, ob einem Konspirator die Gendarmen auf den Fersen sitzen - stets ist die Wirkung ausgeklügelt bis ins letzte. Gennaro Righelli, an Hand dieser Unterlage vor Arbeitsmöglichkeiten gestellt, schafft eine Regieleistung, wie man sie bei ihm seit Jahren nicht mehr hat. Der große Rahmen entfesselt ihn, macht aus dem sauberen Inszenator durchschnittlicher Geschäftsfilme einen Mann mit sicherem Blick für Wirkungen.

Spielszenen, Einstellungen, Schnitt, alles klappt. Die Reiterszenen haben ein Tempo, wie sonst in den vielgerühmten amerikanischen Spitzenwerken. Die Szene, in der Julien, von der Auflösung seiner Verlobung in Kenntnis gesetzt, zechende Offiziere als Gitarrespieler zur Raserei bringt, bis er hinausstürzt und zwei Pferde zuschandenreitet - diese Szene in ihrem Auftrieb, ihrer tollen Steigerung bis zum Fortissimo des nächtlichen Rittes, ist ein Höhepunkt in der Filmkunst überhaupt.

Landschaftsmotive von romantischer Schönheit verraten den sicheren Blick auch für den Hintergrund. Die Spielszenen werden sorglich abgedämpft. Der beste Beweis für die Gewandtheit Righellis in der Leitung des Ensembles bleibt das Herausbringen des Stars.

Auf den ist alles zugeschnitten. Seinen Reitkünsten, seiner Fechtergeschicklichkeit wird weitgehend entgegengekommen. Unvermeidlich blieb da allerdings auch manches mimische Erfordernis. Diese, die geölte Selbstgefälligkeit Mosjoukins entlarvenden Augenblicke kaschiert Righelli, so gut es geht. An dieser Stelle anstatt eines Unmusikalischen ein großer Tenor mit Fingerspitzengefühl und Sinn für Romantik, und das Kinopublikum in der ganzen Welt hätte Beifall gerast. Das Schwergewicht des Starfilms verschiebt die persönliche, künstlerische, optische Leistung der Lil Dagover.

Ihre edle Schönheit gibt der Madame Renal ein Leuchten. Beschränkte sie sich auf die visuelle Wirkung, allein das schon würde mitreißen. Aber sie spielt, lebendiger, gelockerter als je; ohne den sonst bei ihr naheliegenden Hang zur Hochdramatik.

Sie liest einen Brief, der vom Verrat des Liebsten kündet und muß dabei lächeln - erschütternd. (In einer ähnlichen Situation enthüllt sich die Pose Mosjoukins.)

Sie rast hinter einem Postwagen her, um eine schlechte Tat gutzumachen: sie lächelt, selig, als sie den Geliebten wieder auf sich zukommen sieht, in dem Glauben, er käme zu ihr zurück.

Drei Schauspielermomente, die menschlich ergreifen. Das ist Filmkunst. Das Schwergewicht des Starfilms verschiebt eine persönliche, künstlerische, optische Leistung.

Im übrigen Ensemble José Davert, der einen Trinker gibt ohne zu übertreiben; Hubert von Meyrink mit komischen Episoden, Agnes Petersen in niedlicher Gleichmäßigkeit als vorgeahntes Filmgirl. Ein hübsches Neugesicht, Valery Blanka.

Das technische Kollektiv, der zumeist geschickte Ausleuchter, Weinmann, der in Außenaufnahmen, Porträts, Spielszenen und Tumultbildern gleich untadelige Kameramann, sowie Sohnle und Erdmann, Schöpfer von Dekorationen, die historisch echt wirken, ohne chargiert zu sein; sie alle sind wertvolle Helfer zum Erfolge.

Nun noch ein Thema von Allgemeingültigkeit - Lösung des mißlichen Autorenproblems! - und der deutsche Qualitätsfilm setzt seinen Anspruch auf Weltgeltung durch.

Produktion: Terra-Greenbaum-Film.
Verleih: Terra. Länge des Films: 2924 Meter, sieben Akte.
Weiße Zensurkarte: für Jugendliche verboten.

Hans Feld.

(Quelle: Film-Kurier 10.Jg. Nr. 256, 26.10.1928)

Der geheime Kurier

Terra-Greenbaum-Film/ Terra-Lichtspiele

In kurzem Abstand von ihrer "Revolutionshochzeit" bringt die Terra wiederum einen Spitzenfilm ersten Ranges heraus, eine Gemeinschaftsarbeit, in deren Gelingen sie sich mit der Greenbaum-Film zu teilen hat. Dieser große Wurf befestigt die führende Position der Terra- und Greenbaum-Marke innerhalb der europäischen Filmherstellung. Ein repräsentatives Werk Deutschlands für den Weltmarkt.

Stendhals weltbekannter Roman "Rouge et noir" liegt dem "Geheimen Kurier" zugrunde. Kurt J. Braun und Walter Jonas haben sich mit diesem Manuskript als Filmautoren von sicherem dramaturgischen Können ausgewiesen. Der episch breit angelegte Roman wird von ihnen mit sicherer Hand handlungsmäßig konzentriert, sein Gehalt, seine Spannungen werden sehr gewandt in den Kanal filmischer Dramatik umgeleitet, könnten nachträglich allerdings noch eine weitere Straffung vertragen.

Mit Spannung und Teilnahme folgen wir der Geschichte des kleinen Stadtsekretärs Julien, den sein Ehrgeiz aus den Armen der Bürgermeistersgattin reißt und in den Wirbel des politischen Treibens vor der Juli-Revolution von 1830 stürzt. Als geheimer Kurier der Orleanisten schlägt er sich von Paris nach Straßburg durch, um dem späteren Bürgerkönig Louis Philippe Botschaft zu überbringen. Weiter treibt ihn sein Ehrgeiz, - die schöne Bürgermeistersfrau ist vergessen - sein wird die Tochter des mächtigen Marquis de la Mole, an deren Seite ihm große Karriere winkt. Um die Heirat überhaupt zu ermöglichen, erhält er durch des Marquis' Fürspruch Adel und Offizierspatent - und seinen Ehrgeiz stört es nicht, daß ihm der Marquis gleichzeitig das harte Wort "Sie Lump" ins Gesicht schleudert. Erkundigungen über Juliens Vergangenheit werden eingezogen; der Marquis schreibt an den Bürgermeister und den Brief findet Juliens einstige Geliebte, Frau Therese, die nun sieht, daß Julien sie vergessen. Und sie antwortet dem Marquis, schildert Julien als haltlosen Spieler, Säufer, Halunken - warnt vor der Ehe mit ihm. Kaum ist ihr verhängnisvoller Brief in der Postkutsche unterwegs, so packt sie verzweifelte Reue; doch vergebens eilt sie der Post nach, um den Brief zurückzufordern. Er gelangt in die Hände des Marquis und zerstört dessen Heiratsplan. Aber Julien ist nicht der Mann, de sich ungestraft in seinen ehrgeizigen Plänen stören läßt. Zwei Schüsse aus seiner Pistole strecken die Bürgermeistersfrau nieder. Nun steht Julien vor Gericht. Die nun Tote hat ihr Vergehen gegen Julien noch zu sühnen versucht und seiner Braut Mathilde gestanden, daß jener verhängnisvolle Brief gelogen war. Und mit der Kraft eines liebenden Herzens tritt Mathilde nun für Julien ein. Aber alle Versuche scheitern an seinem Willen, die Tat an Therese zu sühnen. Und so tritt er denn, als Mörder zum Tode verurteilt, den Weg zum Schafott an. Am gleichen Tage bricht der Funken der Revolution zu hellen Flammen aus. Das Volk erhebt sich, eilt auf die Barikaden [!], um das Regime der Bourbonen zu stürzen. Und mitten in die Kämpfe hinein eilt Mathilde und ruft das Volk zur Befreiung Juliens auf. Die Menge folgt ihrem Wort, zertrümmert die Guillotine und befreit Julien. Die Revolution hat gesiegt, Louis Philippe wird Bürgerkönig, der Juliens Dienste als geheimer Kurier nicht vergessen hat. Aber der sucht sein Glück statt ehrgeizigem Streben nur noch in der Liebe Mathildes.

Die Hauptfigur dieser Handlung, Julien, ist eine Bombenrolle für Iwan Mosjukin. Ihre psychologische Anlage entbehrt nicht filmischer Schwierigkeiten; aus dem kaltherzigen, mit Frauen spielenden Streber, soll der heroische, glühende und liebende Mann werden. In Mosjukins Gestaltung überwiegt die unsympathische Note. Und diese Einstellung zu Julien kann und wird der Zuschauer auch in den Schlußpartien nicht überwinden. Die Frauenrollen sind mit Lil Dagover, die als Bürgermeistersfrau Therese eine eindruckstiefe Leistung vollendet, und mit Agnes Petersen, die die Mathilde weniger persönlich und farbig entwickelt, besetzt. Nicht zu vergessen die erfreuliche Begegnung mit der begabten, hübschen Valerie Blanka in der kleineren Rolle einer Wirtstochter. Von den Männern versteht José Davers aus der Figur des Bürgermeisters eine packende Charakterstudie zu machen. Gut am Platze sind Jean Dax als Marquis, Hugo von Meyrink als Louis Philippe, Dillo Lombardi als Abbé.

Gennaro Righelli führt dieses Ensemble mit sicherer Hand. Stellt die großen Bilder, die dieser mit offenbar bedeutenden Mitteln hergestellte Spitzenfilm bedingt, wuchtig hin, weiß die Massen zu bewegen, der Szenerie Atmosphäre zu geben. Vor allem aber gelingt es ihm, mit Mitteln der Montage und Einstellungstechnik dem Handlungsgang ein starkes Tempo einzuhauchen. Da sind ihm Momente, Szenenfolgen gelungen, wie man ihnen in diesem hinreißenden Rhythmus selten begegnet. Gerade sie geben diesem Film den großen Schwung, die vorwärtstreibende Wirkung. Der dynamische Wechsel zwischen forciertem Tempo und geruhig entwickelter Spielpartie ist ihm mit einem bemerkenswerten rhythmischen Gefühl geglückt.

Hierzu stand ihm ein ausgezeichneter Photograph in Fr.Weimann zur Seite. Sohnle und Erdmann besorgten das Architektonische und Dekorative, trafen vorzüglich den Stil der Zeit und verstanden dem Film jenen großen Rahmen zu geben, den er verlangt.

In Summa: ein Film, weit mehr auf Spannung und Inhalt als auf Gefühl und Herz abgestellt. Ein Film romanischen Einschlags. Dabei ein Werk größten Formates und in der Qualität von hervorragendem Niveau. Eine Wertarbeit für das denkbar weiteste internationale Publikum. Seine Uraufführung endete im Mozartsaal mit verdientem Applaus.

H. W-g. [= Hans Wollenberg]

Die Musik

Aus dem Glockengeläute leitet die Dominante in ein breites Thema über, das bereits die Lichter der Liebe und der Abenteuer aufleuchten läßt. In strenger Anpassung an jedes kleinste Ereignis, mit Betonung selbst der Charaktere, schreitet die Musik zu jenen Höhepunkten fort, welche lange haften werden: Das Degenduell, das Lautenlied, dessen unbarmherziges Furioso den Hörer aufpeitscht, die Szenen der Volkserhebung, wahr und dennoch klar in ihren tonlichen und motischen Stützen. Eine neuartige, originell empfundene Behandlung der Streichbässe überraschte. Ein verdienter Erfolg auch für Dr. Becce.

p.s.

(Quelle: Lichtbildbühne, 21.Jg., Nr.258, 26.10.1928)

"Der geheime Kurier"

Terra-Mozartsaal

Für die Illustration bietet dieser Film einige Hauptszenen, die nicht willkürlich und auch nicht blos hinsichtlich ihrer Bewegung und ihres Tempos behandelt werden sollen, denn sie bedeuten eine organische Stütze der Handlung. Da ist zu Beginn das Glockengeläute, das über die Andacht in der Kirche zu dem kleinstädtischen Leben übergeht. Man sieht, hier geben bereits drei Stimmungen den Grund zu motivischen Übergängen für das Liebesabenteuer mit der Bürgermeisterin, zu den leidenschaftlichen, nächtlichen Begebenheiten. Also abermals Überleitungen ganz anderer Art, die natürlich auf die späteren Liebesszenen mit Mathilde übernommen werden können. Aber dazwischen liegen einige sehr wichtige Szenen für den Illustrator. Es sind hauptsächlich folgende: Das Degenduell, bei dem Becce leises Degengeklirre gibt, ohne dem Crescendo und der Beschleunigung etwas schuldig zu bleiben. - Die Szene mit dem Lautenspiel erhielt durch Becce's unübertreffliche Komposition des Liedes selbst, dann aber durch das atemraubende Furioso eine packende Wirkung, so daß mitten im Filmspiel der Applaus einsetzte. Der Ritt nach Straßburg, die Verfolgung, die Volkserhebung, die Fahrt zur Guillotine, das sind einige der für den Illustrator wichtigen Bilderfolgen. Sehr interessant waren die von Becce für den Streichbaß gewählten Tonschritte und Sequenzen bei dem Grollen und vor der Katastrophe. Sie stehen kaum in irgend einer Kinothek, aber sie waren ein Musterbeispiel für das Schaffen des Illustrators. Gongschläge, Glockenspiel, alles war sehr diskret gegeben und besonders geschmackvoll war es, daß Beece das Orgelspiel in der Kirche ignorierte, daß es keine Kirchenstimmung gab, weil, hier muß man ihm durchaus Recht geben, diese Kirchenszenen mit der eigentlichen und mit der wichtigen Handlung nur sehr lose zusammenhängen.

(Quelle: Das Kino-Orchester, Nr.36, 3.11.1928)

Der geheime Kurier

(...) Der Roman ist bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden, ohne daß wenigstens seine vielleicht filmwirksamen Szenen ausgenutzt worden wären. Nicht einmal der Film in sich ist ein Ganzes, sondern ein fühllos zusammengewürfeltes Gemenge einzelner Episoden, die abgehackt nebeneinander stehen. Warum man als Julien Sorel gerade Mosjukin ausgesucht hat, ist unerfindlich. Der Held müßte ein junger, hübscher, etwas ungeschickter, aber behender und leidenschaftlicher Mensch sein, und Mosjukin wirkt alt, erfahren und wie ein Roué. Er ist eher ein abgebrühter Emigrant als ein Stendhalscher Held. (...)

(Quelle: Siegfried Kracauer, FZ vom 16.11.1928, Stadtblatt, hier zit. nach: Siegfried Kracauer: Kleine Schriften zum Film Bd. 6.2, 1928-1931, hg. v. Inka Mülder-Bach, Frankfurt/ Main 2004, S.143)

22.30 Uhr - Arkadenhof

DAS WUNSCHKIND (THE FIRST BORN)

GB 1928; Regie: Miles Mander; Drehbuch: Miles Mander, Alma Reville, nach Manders Theaterstück "Common People" und seinem Roman "Oasis"; Kamera: Walter Blakeley; Ausstattung: Wilfred Arnold; Darsteller: Madeleine Carroll, Miles Mander, John Loder, Margot Armand, Ella Atherton, Ivo Dawson, Margaret Roach, John St. John, Naomi Jacob, Bernard Vaughan, Walter Wichelow, Beryl Egerton, Theodore Mander; Produktion: Mander Production Syndicate für Gainsborough Pictures; Premiere: Oktober 1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.114 Meter, 84 Minuten (22 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)

Alma Reville, die Ehefrau und engste Mitarbeiterin von Alfred Hitchcock, begann ihre Karriere als Cutterin und Drehbuchautorin. Das Drehbuch zu dem spannenden Ehedrama DAS WUNSCHKIND schrieb sie zusammen mit Miles Mander, einem populären englischen Schauspieler, der auch die männliche Hauptrolle spielt und Regie führt. Es geht um eine Ehefrau, die ihren Mann liebt, obwohl er sie dauernd betrügt. Als er sie verläßt, schmiedet sie den Plan, ihn mit einem Wunschkind zurückzuholen.

[Details anzeigen]

Sonntag, 24. August 2008

15.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

PORTRÄT: WALTER RUTTMANN - Vortrag mit Filmbeispielen von Stefan Drößler

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Der Maler und Grafiker Walter Ruttmann entdeckte den Film 1920 und schuf die ersten abstrakten Zeichentrickfilme der Welt. Populär waren seine phantasievollen Werbefilme, die heute weitgehend vergessen sind. Als der Tonfilm aufkam, experimentierte Ruttmann sofort mit dem neuen Medium, stellte einen "Tonfilm ohne Bild" her und den Vorläufer des Musikvideos. Das Filmmuseum München bereitet eine DVD mit den Werken von Ruttmann vor, über deren Restaurierungen Stefan Drößler sprechen wird.

[Details anzeigen]

17.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

BERLIN. DIE SINFONIE DER GROSSSTADT

Deutschland 1927; Regie: Walter Ruttmann; Drehbuch: Karl Freund, Carl Mayer, Walter Ruttmann; Kamera: Robert Baberske, Reimar Kuntze, Lázsló Schäffer, Karl Freund; Bauten: Erich Kettelhut; Schnitt: Walter Ruttmann; Produktion: Deutsche Vereins-Film, Les Productions Fox Europa; Premiere: 23.09.1927 (Berlin, Tauentzien-Palast); Farbe: schwarzweiß; Länge: 65 Minuten; Musik: Edmund Meisel (Orchestereinspielung)

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Mit versteckter Kamera filmte Ruttmann in den Straßen von Berlin, um die Aufnahmen zum Tagesablauf einer Großstadt zu montieren. Edmund Meisel schrieb dazu eine legendäre Filmmusik, von der sich nur ein Klavierauszug erhalten hat. Im Herbst 2007 wurde die rekonstruierte Musik erstmals wieder in der Originalbesetzung mit 75 Musikern aufgeführt. Der Film wurde umkopiert und vom Filmmuseum München digital überarbeitet. Zur Aufführung gelangt diese neue Fassung in einer digitalen Projektion.

[Details anzeigen]

21.00 Uhr - Arkadenhof

SONG - SCHMUTZIGES GELD (SONG - SHOW LIFE)

D/GB 1929; Regie: Richard Eichberg; Drehbuch: Adolf Lantz, Helen Gosewisch, nach der Novelle "Schmutziges Geld" von Karl Vollmöller; Kamera: Heinrich Gärtner, Bruno Mondi; Darsteller: Anna May Wong, Heinrich George, Mary Kid, Hans Adalbert Schlettow, Paul Hörbiger, Julius E. Herrmann; Produktion: Eichberg Film, Berlin / British International Pictures, London; Premiere: 21.8.1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.696 Meter, 98 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)

Richard Eichberg war über ein Vierteljahrhundert einer der erfolgreichsten Regisseure des deutschsprachigen Unterhaltungskinos, der von der Kritik aber selten ernst genommen wurde. Dabei schuf er einige faszinierende Filme wie das Melodram SONG, die sich durch eindrückliche Bildgestaltung, sorgfältige Ausstattung und großartige Schauspielerleistungen auszeichnen. Er verpflichtete Hollywood-Star Anna May Wong als Malayenmädchen Song, das einem von Heinrich George gespielten Matrosen verfällt.

[Details anzeigen]

Vorfilm: VERMISCHTE MELDUNGEN (FAITS DIVERS)

Frankreich 1924; Regie: Claude Autant-Lara; Drehbuch: Claude Autant-Lara; Kamera: Henri Barreyre; Darsteller: Paul Barthet, Louise Lara, Antonin Artaud; Produktion: Cinégraphic; Premiere: Dezember 1924; Farbe: schwarzweiß; Länge: 432 Meter, 19 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: keine; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)

Ein Klassiker des französischen Avantgardefilms. Er erzählt eine Dreiecksgeschichte, die der Zeitungsrubrik "Vermischte Meldungen" entnommen sein könnte. Autant-Lara verwendet Stilmittel wie Doppel- und Dreifachbelichtungen, Schrägeinstellungen, extreme Großaufnahmen, Zeitlupe, mehrfache Wiederholungen derselben Handlung sowie Zeitsprünge. Für die Rolle von Monsieur II verpflichtete er den jungen Schriftsteller Antonin Artaud, der mit diesem Film eine Karriere als Schauspieler startete.

[Details anzeigen]

Anzeige:

Im Kino in der Brotfabrik: DER GROSSE DIKTATOR

»Chaplins erster Film, der von allen Möglichkeiten des Tons Gebrauch machte, ist eine beißende Satire auf Hitler und Nazideutschland. Chaplin spielt eine Doppelrolle als Hynkel, der Diktator von Tomania - eine brillante Karrikatur Hitlers-, und als der jüdische Friseur, der noch starke Züge des Tramps trägt.« (rororo-Filmlexikon)

Aufführungen: Fr 29.8. und Sa 30.8. um 19.00 Uhr, Brotfabrik [Reservierung]

Ende: Anzeige

Die Musiker

Alle Aufführungen im Arkadenhof der Universität werden durch renommierte Stummfilmmusiker live begleitet. Lernen Sie hier die Musiker kennen, die bei den Internationalen Stummfilmtagen spielen.

Foto: Gilles Soubeyrand

Anzeige:

Anzeige:

Nach oben