Internationale Stummfilmtage - 24. Bonner Sommerkino
Das Programm

Donnerstag, 14. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

HAROLD LLOYD: MÄDCHENSCHEU (GIRL SHY)

USA 1924; Regie: Fred C. Newmeyer, Sam Taylor; Drehbuch: Sam Taylor, Ted Wilde, Tim Whelan; Kamera: Walter Lundin, Henry N. Kohler; Darsteller: Harold Lloyd, Jobyna Ralston, Richard Daniels, Carlton Griffin, Mickey Daniels, Nola Dolberg, Judy King, Charles Stevenson; Produktion: Harold Lloyd Corporation; Premiere: 20.4.1924; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.266 Meter, 82 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)

Was als romantische Komödie über einen verträumten Schneidergesellen beginnt, der in seiner Phantasie zum Frauenhelden wird, endet mit einer halsbrecherischen Jagd per Auto, Feuerwehr, Straßenbahn und Pferdekutsche quer durch Los Angeles. MÄDCHENSCHEU war einer der größten Erfolge Harold Lloyds, des neben Chaplin beliebtesten amerikanischen Stummfilmkomikers. Sein furioses Finale war Vorlage für die Schlußsequenz in DIE REIFEPRÜFUNG mit Dustin Hoffman, bei der Lloyd als Berater mitwirkte.

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Vorfilm: DAS HERZ DER WELT (THE HEART OF THE WORLD)

Kanada 2000; Regie: Guy Maddin; Drehbuch: Guy Maddin; Kamera: Guy Maddin, deco dawson; Darsteller: Leslie Bais, Caelum Vatnsdal, Shaun Balbar, Greg Klymkiw, Tammy Gillis, Carson Natrass; Produktion: Niv Fichman, Judy Shapiro, Jennifer Weiss; Premiere: 7.9.2000 (Toronto); Farbe: schwarzweiß; Länge: 6 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Tonspur

Es gab in den letzten Jahren viele Versuche, Stummfilme zu imitieren, doch diese zeigen in aller Regel ein erschreckendes Unverständnis: Es reicht eben nicht, einen Film in Schwarzweiß und ohne Dialoge herzustellen, um die Stummfilmästhetik zu erfassen. Guy Maddin gelingt in seinem furiosen Trailer eines fiktiven Stummfilms mit Hilfe digitaler Bildbearbeitungseffekte und der stampfenden Musik eines legendären sowjetischen Kompilationsfilms eine hypnotische Wirkung, die dem Stummfilm nahekommt.

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Freitag, 15. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DIE SPINNEN 1: DER GOLDENE SEE

Deutschland 1919; Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Fritz Lang; Kamera: Karl Freund, Emil Schünemann; Bauten: Otto Hunte, Karl Ludwig Kirmse, Hermann Warm, Heinrich Umlauff; Darsteller: Carl de Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover, Georg John, Rudolf Lettinger, Thea Zander, Reiner Steiner, Friedrich Kühne, Edgar Pauly, Meinhard Maur, Paul Morgan, K.A. Römer, Paul Biensfeldt; Produktion: Decla-Film, Berlin; Premiere: 3.10.1919; Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 1.657 Meter, 80 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: tschechisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)

Ein Abenteuerspektakel, in dessen Mittelpunkt der verwegene Kay Hoog, ein Vorfahre von Indiana Jones, und die Jagd nach einem unterirdischen Inka-Schatz stehen, hinter dem auch eine chinesische Geheimorganisation her ist. Eine Jagd um die Welt beginnt, gespickt mit tollkühnen Kämpfen und aufregenden Verfolgungen. Der Film, von dem nur im tschechischen Filmarchiv Material erhalten ist, wurde in jahrelanger Arbeit neu restauriert und wieder mit seinen ursprünglichen Einfärbungen versehen.

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22.30 Uhr - Arkadenhof

DIE SPINNEN 2: DAS BRILLANTENSCHIFF

Deutschland 1920; Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Fritz Lang; Kamera: Karl Freund; Bauten: Otto Hunte, Karl Ludwig Kirmse, Hermann Warm, Heinrich Umlauff; Darsteller: Carl de Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover, Georg John, Rudolf; Lettinger, Thea Zander, Reiner Steiner, Friedrich Kühne, Edgar Pauly, Meinhard Maur, Paul Morgan, K.A. Römer, Paul Biensfeldt; Produktion: Decla-Film, Berlin; Premiere: 6.2.1920; Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 2.486 Meter, 108 Minuten (20 B/s) ; Zwischentitel: tschechisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)

Der zweite Teil der SPINNEN konzentriert sich in seiner Gestaltung mehr auf Innenräume und deutet die Visionen der späteren Filme Fritz Langs, DR. MABUSE, METROPOLIS und SPIONE, bereits an: Unter dem Chinesenviertel von San Francisco, in dem die Organisation der Gegenspieler Kay Hoogs ihre Zentrale betreibt, liegt eine unterirdische Stadt, in der das Verbrechen regiert. Die Jagd nach einem diamantenen Buddha-Kopf endet auf den Falklandinseln - gefilmt in der Märkischen Heide bei Berlin.

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Samstag, 16. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

TRÄUME JEDER NACHT (YOGOTO NO YUME)

Japan 1933; Regie: Mikio Naruse; Drehbuch: Mikio Naruse, Tadao Ikeda; Kamera: Suketaro Ikai; Darsteller: Sumiko Kurishima, Teruko Kojima, Tatsuo Saito, Atsushi Arai, Mitsuko Yoshikawa, Takeshi Sakamoto, Kenji Oyama, Shigeru Ogura, Choko Iida, Ranko Sawa; Produktion: Shochiku Kinema Kenkyûjo; Premiere: 8.6.1933; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.754 Meter, 64 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: japanisch mit englischer Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel)

Eine starke Frau steht im Mittelpunkt des Films, der als der stilistisch geschlossenste Stummfilm Mikio Naruses gilt: Omitsu arbeitet als Hostess in einer Bar, um sich und ihren Sohn über Wasser zu halten. Als eines Tages ihr arbeitsloser Mann Mizuhara wieder auftaucht, akzeptiert sie ihn nur widerwillig. Naruse erzählt seine Geschichte rein visuell. Die ursprüngliche Anfangssequenz, in der Omitsu aus dem Gefängnis entlassen wird, wo sie wegen Prostitution einsaß, wurde von der Zensur geschnitten.

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22.30 Uhr - Arkadenhof

AUSGERECHNET WOLKENKRATZER (SAFETY LAST!)

USA 1923; Regie: Fred C. Newmeyer, Sam Taylor; Drehbuch: Hal Roach, Sam Taylor, Tim Whelan; Kamera: Walter Lundin; Darsteller: Harold Lloyd, Mildred Davis, Bill Strother, Noah Young, Westcott B. Clarke, Mickey Daniels, Anna Townsend, Charles Stevenson, Fred C. Newmeyer; Produktion: Hal Roach Studios; Premiere: 1.4.1923; arbe: schwarzweiß; Länge: 1.852 Meter, 73 Minuten (22 B/s) Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel) und Christian Roderburg (Schlagzeug)

Um Karriere zu machen, geht Harold Lloyd in die Großstadt, wo er aber nur einen Job als kleiner Kaufhausangestellter findet. Als seine Braut, der er regelmäßig Briefe mit erfundenen Berichten über seinen beruflichen Erfolg schreibt, zu Besuch kommt, muß er sich einiges einfallen lassen. AUSGERECHNET WOLKENKRATZER ist Lloyds berühmtester Film: Das Bild, das ihn am Zeiger einer Hochhausuhr zeigt, ist in die Filmgeschichte eingegangen. Der Film besticht durch perfektes Timing und eine Fülle visueller Gags.

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Sonntag, 17. August 2008

15.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

PORTRÄT: MAX NEUFELD - Vortrag mit Filmbeispielen von Nikolaus Wostry

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Max Neufeld, der 1904 als Schauspieler im Theater debütierte, dann zum Film wechselte und zwischen 1919 und 1957 mehr als 60 Filme als Regisseur gedreht hat, ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Das Filmarchiv Austria hat viele seiner Stummfilme restauriert, ihm eine Retrospektive gewidmet und ein Buch über ihn herausgebracht, so daß wir heute einen Regisseur mit persönlicher Handschrift wiederentdecken können. Nikolaus Wostry stellt den Regisseur, seine Filme und ihre Restaurierung vor.

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17.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

FILM MUSIC IMPROVISATION - Vortrag mit Film- und Musikbeispielen von Neil Brand (in englischer Sprache)

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Die musikalische Begleitung ist entscheidend für die Wirkung eines Stummfilms. Da nur in seltenen Fällen originale Noten erhalten sind, muß jeder heutige Musiker eine neue Begleitung finden, mit der er die Filme - indem er z.B. Spannungsbögen unterstreicht und Figuren charakterisiert - dem Publikum näher bringt. In seinem Vortrag gewährt Neil Brand Einblicke in seine Arbeitsweise und führt anhand eines Beispiels mit Live-Kommentierung vor, wie er seine Musik aus dem Moment heraus entwickelt.

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21.00 Uhr - Arkadenhof

DAS FEST DES HEILIGEN JÜRGEN (PRASDNIK SWJATOGO JORGENA)

UdSSR 1930; Regie: Jakow Protasanow; Drehbuch: Jakow Protasanow, nach Motiven des gleichnamigen Romans von Harald Bergstedt; Kamera: Pjotr Jermolow; Bauten: Sergej Koslowski, Wladimir Baljusek; Darsteller: Anatoli Ktorow, Igor Iljinski, Mikhail Klimow, Maria Strelkowa, Igor Arkadin, Anatoli Gorjunow, Wladimir Uralski, N. Wassilijewa, Feofan Schipulinski; Produktion: Meshrabpomfilm, Moskau; Premiere: 25.8.1930; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.322 Meter, 102 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: russisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Eine böse Satire auf die Geschäfte mit Religion und Heiligen, die von Vertretern der Kirche betrieben werden. Zwei Gauner brechen aus dem Gefängnis aus und mischen sich auf der Flucht vor der Polizei unter die Menschenmassen, die zu einem Wallfahrtsort pilgern. Der Komiker des russischen Stummfilms Iljinski brilliert in einer Paraderolle. Der Regisseur Jakow Protasanow schuf einige der populärsten Filme des sowjetischen Stummfilmkinos - zu denen auch DAS FEST DES HEILIGEN JÜRGEN zählt.

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Vorfilm: DAS LEBEN UND LEIDEN JESU (LA VIE ET LA PASSION DE JÉSUS CHRIST)

Frankreich 1898; Regie: Georges Hatot, Louis Lumière; Kamera: Alexandre Promio; Darsteller: Bretteau; Produktion: Lumière; Premiere: Anfang 1898; Farbe: schwarzweiß; Länge: 196 Meter, 11 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: keine; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Ein früher, für seine Zeit ungewöhnlich langer und aufwendig gestalteter Jesus-Film aus der Produktion der Gebrüder Lumière. In 13 Tableaus, die von der Geburt Jesu bis zu seiner Auferstehung reichen, agieren die Schauspieler vor gemalten Kulissen, deren Begrenzungen im Bild deutlich zu sehen sind. Ursprünglich wurden die jeweils nur eine Minute langen Bilder als Einzelfilme vorgeführt, so daß der Film, der Auftakt unzähliger Jesus-Filme, auch als Vorform der späteren Form des Serials gesehen werden kann.

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Montag, 18. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DIE GROSSE PARADE (THE BIG PARADE)

USA 1925; Regie: King Vidor; Drehbuch: Laurence Stallings, Harry Behn; Kamera: John Arnold; Darsteller: John Gilbert, Renée Adorée, Hobart Bosworth, Claire McDowell, Claire Adams, Robert Ober, Tom O'Brien, Karl Dane, Rosita Marstini; Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer Corporation; Premiere: 5.11.1925 (Grauman's Egyptian Theatre, Hollywood); Farbe: schwarzweiß mit viragierten und kolorierten Sequenzen; Länge: 3.423 Meter, 149 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel)

Einer der erfolgreichsten Stummfilme liegt nun wieder in der neu rekonstruierten Premierenfassung mit eingefärbten Sequenzen vor. Die Geschichte eines Sohnes aus gutem Hause, der 1917 in den Krieg nach Frankreich zieht, ist auch heute noch ein ungemein fesselndes Erlebnis. King Vidor, der sich von Kriegsveteranen beraten ließ, gelang es wie nur wenigen Filmemachern nach ihm, das Kriegsgeschehen ohne Beschönigung erfahrbar zu machen und mit anrührenden menschlichen Schicksalen zu verbinden.

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Dienstag, 19. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

CHICAGO

USA 1927; Regie: Frank Urson; Drehbuch: Leonore Coffee, nach dem Theaterstück von Maurine Dallas Watkins; Kamera: Peverell Marley; Ausstattung: J.M. [Mitchell] Leisen; Darsteller: Phyllis Haver, Victor Varconi, Eugene Pallette, Virginia Bradford, Clarence Burton, Warner Richmond, T. Roy Barnes, Sidney D'Albrook, Otto Lederer, May Robson, Julia Faye; Produktion: DeMille Pictures Corporation; Premiere: 26.3.1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.952 Meter, 117 Minuten (22 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel) und Günter A. Buchwald (Violine)

Die erste Verfilmung jenes Stoffes, der als Musical 2002 mit Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger und Richard Gere neuverfilmt wurde, ist eine unterhaltsame Komödie über amerikanisches Gerichtswesen, Sensationsjournalismus und Showbusineß. Roxie Hart erschießt einen Mann. Überrascht von dem einsetzenden Presserummel lernt sie, den Mordfall geschickt zu nutzen, um auf die Titelseiten der Boulevardpresse zu gelangen. Mit Hilfe eines gerissenen Anwalts versucht sie, vor Gericht einen Freispruch zu erwirken.

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Vorfilm: SMOKEY RAUCHT (SMOKEY SMOKES)

USA 1920; Regie: Gregory LaCava; Drehbuch: Thomas A. 'Tad' Dorgan (Comic); Animationen: Gregory La Cava; Produktion: J. R. Bray Studios; Premiere: 6.6.1920; Farbe: schwarzweiß; Länge:111 Meter, 6 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel)

Gregory La Cava zeichnete Comic strips, bevor er 1916 in die Trickfilmproduktion einstieg und in den 20er Jahren zur Spielfilmregie wechselte. Als Regisseur von Hollywoodkomödien wurde er in den 30er Jahren berühmt, während seine frühen Zeichentrickfilme heute weitgehend vergessen sind. SMOKEY RAUCHT handelt von einem Hund, dem der Arzt das Rauchen verbietet. Verzweifelt läuft er durch die Stadt, landet bei einem Chinesen mit Opium-Pfeife - und verliert sich in wilden Wahnvorstellungen.

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Mittwoch, 20. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DER TROLL-ELCH (TROLL-ELGEN)

Norwegen 1927; Regie: Walter Fyrst; Drehbuch: Alf Rød, nach zwei Geschichten von Mikkjel Fønhus; Kamera: Ragnar Westfelt; Darsteller: Tryggve Larssen, Bengt Djurberg, Julie Lampe, Tove Tellback, Harald Stormoen, Einar Tveito, Egil Hjorth-Jenssen, Mimi Kihle, Hauk Aabel, Nils Ahrén; Produktion: Fyrst-Film; Produzent: Helge Lunde; Premiere: 26.12.1927 (Oslo); Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 2.020 Meter, 98 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: norwegisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)

Das skandinavische Kino hat in der Stummfilmzeit weltweite Achtung erfahren wegen seiner eindrucksvollen Einbeziehung der Natur in Geschichten von menschlicher Dramatik. Der Troll-Elch soll, einer alten Legende zufolge, die Inkarnation eines toten Menschen sein. Hans darf die schöne Ingrid, Tochter eines reichen Bauern, erst heiraten, wenn er den Geister-Elch getötet hat. Als Hans des Mordes an seinem Rivalen Gunnar beschuldigt wird, muß er in die Stadt fliehen und dort auf dem Jahrmarkt arbeiten.

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Vorfilm: DER EINWANDERER (THE IMMIGRANT)

USA 1917; Regie: Charles Chaplin; Drehbuch: Charles Chaplin, Vincent Bryan, Maverick Terrell; Kamera: Roland Totheroh; Darsteller: Charles Chaplin, Edna Purviance, Eric Campbell, Albert Austin, Henry Bergman, Kitty Bradbury, Frank J. Coleman, William Gillespie, Tom Harrington, James T. Kelley, John Rand, Tiny Sandford, Janet Miller Sully, Loyal Underwood, Tom Wilson; Produktion: Lone Star Corporation; Premiere: 17.6.1917; Farbe: schwarzweiß; Länge: 617 Meter, 30 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)

Einer der besten Kurzfilme von und mit Charlie Chaplin, der seine Komödie vor einem sehr realistischen Hintergrund entwickelt: Auf einem Schiff aus Europa landet der Tramp in Amerika, wo sich sein amerikanischer Traum jedoch nicht so recht zu erfüllen scheint. Mittellos versucht er in einem Lokal sowohl das Mädchen für sich zu gewinnen als auch eine warme Mahlzeit zu ergattern. Neben raffinierten und virtuosen Gags enthält der Film scharfe Kritik an sozialen Mißständen in den USA.

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Donnerstag, 21. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

VON MORGENS BIS MITTERNACHTS

Deutschland 1920; Regie: Karlheinz Martin; Drehbuch: Karlheinz Martin, Herbert Juttke nach dem Theaterstück von Georg Kaiser; Kamera: Carl Hoffmann; Bildentwurf und Figuren: Robert Neppach; Darsteller: Ernst Deutsch, Erna Morena, Hans Heinrich von Twardowski, Eberhard Wrede, Adolf Edgar Licho, Hugo Döblin, Frieda Richard, Lotte Stein, Roma Bahn, Lo Heym; Produktion: Ilag-Film Berlin; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.325 Meter, 73 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: deutsch; Musikbegleitung: SchlagEnsemble H/F/M

Einer der wenigen reinen expressionistischen Filme, mit verzerrten Kulissen, harten Kontrasten und stilisiertem Spiel der Darsteller. Erzählt wird die Geschichte vom Kassierer einer Bank, der Geld stiehlt, um sich in die Vergnügungen der Großstadt zu stürzen. Der Film kam seinerzeit nicht in die deutschen Kinos, sondern erlebte seine Uraufführung in Japan, wo sich die einzige Kopie erhalten hat. Die in der originalen Grafik rekonstruierten Zwischentitel wurden vom Filmmuseum München in den Film eingefügt.

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Vorfilm: DIE WUNDERUHR (L'HORLOGE MAGIQUE)

Frankreich 1928; Regie: Ladislas Starewitch; Drehbuch: Ladislas Starewitch; Kamera: Ladislas Starewitch; Puppen und Animation: Ladislas Starewitch, Irène Starewitch; Kostüme: Anna Starewitch; Darsteller: Nina Star (= Starewitch), Bob Zoubowitch; Produktion: Les Films Louis Nalpas; Premiere: 8.9.1928 (Berlin),19.12.1928 (Paris); Farbe: mehrfarbig viragiert und getönt; Länge: 910 Meter, 33 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: französisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)

Der aus Rußland emigrierte Ladislas Starewitch schuf phantastische Puppentrickfilme, in denen er unterschiedlichste Animationstechniken anwandte und oft seine Tochter Nina mitspielen ließ. DIE WUNDERUHR ist sein Meisterwerk, in dem er verschiedene Geschichten mit einer Rahmenhandlung verband. Der neu restaurierte, wie im Original eingefärbte und getönte Film besteht aus zwei Teilen: DIE GESCHICHTE VOM MÄDCHEN, DAS PRINZESSIN WERDEN WOLLTE und DER VERZAUBERTE WALD.

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Freitag, 22. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DER GELIEBTE SEINER FRAU

Österreich 1928; Regie: Max Neufeld; Drehbuch: Fritz Zoreff, Siegfried Bernfeld, Max Neufeld; Kamera: Viktor Gluck; Bauten: Franz Meschkan, Hans Ledersteger; Darsteller: Dina Gralla, Claire Lotto, Alphons Fryland, Oskar Beregi, Richard Waldemar, Otto Schmöle, Viktor Franz, Cornelius Kirschner; Produktion: Hugo-Engel- Film GmbH, Wien; Premiere: 28.3.1928 (Berlin, Marmorhaus), 14.9.1928 (Wien); Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.756 Meter, 64 Minuten (24B/s); Zwischentitel: serbokroatisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Maud Nelissen

Eine vergnügliche Verwechslungskomödie aus dem Wien der 20er Jahre: Ein Graf soll eine ihm unbekannte Fabrikantentochter heiraten. Da er sich auf dem Standesamt verspätet, platzt die Hochzeit. Daß die Braut durch eine Verwechslung in einem Appartement Unterschlupf findet, in dem auch der Graf wohnt, führt zu turbulenten Szenen. Mit einem Esprit, der an Ernst Lubitsch anknüpft, und vielen originellen visuellen Einfällen entstand einer der komischsten Filme des österreichischen Regisseurs Max Neufeld.

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Der Geliebte seiner Frau

Verleih: Bayerische Film G.m.b.H.
Hauptrollen: Dina Gralla, Fryland, Lotto
Länge: 2420 Meter, 6 Akte
Uraufführung: Marmorhaus

Auf die Pikanterie des Untertitels "Ein Seitensprung ins Ehebett" hätte man gerne verzichten können, denn der an lustigen und übermütigen Situationen reiche Schwank hat auch ohne diese Aufpulverung Wirkungskraft. Das diesem Filmschwank zugrunde liegende Motiv ist nicht neu. Es handelt sich um eine Reihe von Mißverständnissen, die dazu dienen, das Zusammenkommen zweier junger Menschen zu verzögern. Es hieße mit Kanonen nach Spatzen schießen, wollte man darauf hinweisen, daß die Logik nicht die stärkste Seite dieser Filmhandlung ist.

Da die Sache aber amüsant und unterhaltsam ist und ihre Wirkung auf die Lachmuskeln nicht verfehlt, kommt es darauf auch gar nicht an.

Max Neufeld hat den Film recht nett inszeniert. Das haarscharfe, zielsichere Abwägen der Szenen zueinander, ist allerdings seine Sache nicht. Die Unbeschwertheit des Stoffes und die gute Darstellung durch die muntere, lustige Dina Gralla, und zwei sichere Komiker wie Richard Waldemar und Otto Schmöle werden dem Film überall die gleiche freundliche Aufnahme und den Lacherfolg sichern wie bei der Uraufführung.

Alfons Fryland macht als Graf Hardenegg gute Figur, müßte aber diese Art Figuren leichter und flotter anpacken.

(Quelle: Kinematograph 22.Jg., Nr.1102, 1.4.1928)

Der Geliebte seiner Frau

Hugo Engel-Film der Bayerischen/ Marmorhaus

Mit dem gestrigen Abend hat nun der Verleih des Emelka-Konzerns, die Bayerische Film G.m.b.H. an der Gedächtniskirche ihre Visitenkarte abgegeben. Im Marmorhaus ging ein Film der "Bayerischen" in Uraufführung, den für sie die Firma Hugo Engel in Wien hergestellt hat. Dieser Start erfolgte unter günstigen Gestirnen. Man darf demnach annehmen, wenn man den gestrigen Abend programmatisch wertet, daß die Emelka-Leitung das kleine, schmucke Theater am Kurfürstendamm für die Herausbringung des modernen und mondänen Genres ausersehen hat, für welches sich dieser Rahmen und sein typisches Publikum vorzüglich eignet.

Es gab also gestern einen ganz reizenden Film zu sehen, der den Beweis zu erbringen scheint, daß die Firma Hugo Engel, Wien, auf der mit dem "K. und K. Ballettmädel" beschrittenen Marschroute weiterzugehen gedenkt. "Ein Seitensprung ins Ehebett" - so bezeichnen im Untertitel die Autoren Zoreff und Bernfeld ihr Lustspiel und charakterisieren damit treffend eine ungemein geschickt konstruierte und dadurch restlos unterhaltende und amüsante Handlung. Und so hat der kritische Zuschauer weder Zeit noch Anlaß, in diesem abwechslungs-Geschehen [!] nach Unwahrscheinlichkeiten zu loten; das Publikum wird, wenn es gut unterhalten wird, bestimmt darauf verzichten, nachzugrübeln, ob alles, was sich hier ereignet, auch wirklich lebensmöglich ist. Es wird vielmehr dankbar sein, daß es eine gute Stunde lang trefflich amüsiert worden ist. Der Schwank unterliegt seinen eigenen Gesetzen, und dessen oberstes ist Lustigkeit - d.h. beim Filmschwank: amüsante Bild-Situationen in starker Abwechslung.

Und gerade darum, weil der "Geliebte seiner Frau" in diesem Sinne durch und durch Schwank ist, müssen und dürfen wir hier auf eine Inhaltsangabe verzichten. Der Komplikationen sind zu viele - und sie sind erfreulicherweise ganz auf optische Wirkung gestellt. So mag die Feststellung genügen, daß es sich hier um ein gutes Schwank-Manuskript handelt.

Das gleich Urteil gilt für die Regie Max Neufelds. Mag er nun hier und da mit groben Effekten, mag er, namentlich im zweiten Teil des Films, mit feineren Pointen und gelegentlich sogar mit überraschenden Einfällen arbeiten - immer darf er seiner Wirkung sicher sein -, weil er die Pointen richtig hinzustellen versteht und die Gesetze der Einstellungen und des Schnitts im Schwank-Film mit treffsicherer Routine beherrscht. Ein Moment, das wir ihm unter dem Gesichtspunkt des besseren Geschmacks besonders anrechnen möchten, ist, daß er hier auf den sonst beliebten Zusatz billiger, verlogener Sentimentalität vollkommen verzichtet und sich ganz auf Schwank eingestellt hat. Lieber keine Psychologie als verfälschte!

Seine Stars sind Dina Gralla und Alfons Fryland. Die Gralla auch in diesem Film wieder allerliebst und ungemein begabt, wenn auch ihre Spezialnote - die gaminhafte Keßheit - sich in der ihr übertragenen Rolle weniger auswirken kann. Alfons Fryland ist bei nobler, gepflegter Haltung im mimischen Ausdruck zu wenig wandlungsfähig. Recht gut gefällt Claire Lotto. Einen beachtlichen Konkurrenten für Junkermann lernt man in Richard Waldemar, einen guten Charakterkomiker in Otto Schmöle kennen. Zum Schluß sei auch Oskar Beregi genannt.

Die photographische Arbeit leistete Victor Gluck, die Ausstattung Ledersteger und Meschkan. - Das Publikum ging in guter Stimmung mit dem Film mit und gab seiner guten Laune in der Mehrheit durch freundlichen Schlußapplaus Ausdruck. Unter Schmidt-Gentners Takstock erhielt die Illustration aus alten und neuen Schlagerweisen eine schmissige Wiedergabe.

H.W-g. [= Hans Wollenberg]

(Quelle: Lichtbildbühne, 21.Jg., Nr.77, 29.3.1928)

Ein Subgenre des österreichischen Stummfilms: DER GELIEBTE SEINER FRAU

Die Geschichte des verarmten Grafen Hardenegg, dem Letzten eines alten Adelsgeschlechtes, und seiner, bis zum erlösenden Happy End, sich immer weiter komplizierenden Lebensumstände scheint auf den ersten Blick nur wenig Aufmerksamkeit beanspruchen zu dürfen. Ein Traumprodukt, völlig entrückt von den aktuellen Lebensbedingungen seiner Entstehungszeit; Film in einer unpolitischen, gesellschaftlich fast regressiven Spielart. Betrachtet man jedoch die feine Ironie der Inszenierung, die mit einem Augenzwinkern die Handlung einfallsreich begleitet und die Moralität jeder Aussage permanent in Frage stellt, so zeigt sich hier eine Modernität, die - weit entfernt von Ernsthaftigkeit - viel vom konzilianten Pragmatismus unserer heutigen Zeit an sich hat. Hier wird kein Pathos entfaltet, das für die politischen Auseinandersetzungen der Zeit so typisch war und dem Film im kommenden Jahrzehnt oft schwerfällig anhaften sollte, sondern eine Vigilanz im Psychologischen, die bei aller Gebrochenheit eine frappierende Verwandtschaft mit heutigen Lebensentwürfen aufweist.

Funde der letzten Jahre zeigen, dass DER GELIEBTE SEINER FRAU mit seiner Haltung nicht einzig dasteht, sondern als eine sehr eigentümliche Spielart des österreichischen Stummfilmes angesprochen werden kann, die mangels erhaltenen Materials bisher nicht als solche wahrnehmbar war. Zu dieser Spielart gehören gleich zwei weitere Neufeld-Filme: DER BALLETTERZHERZOG (1927) und MODELLHAUS CREVETTE (1928) sowie die kürzlich wiederentdeckten DIE FRAU VON GESTERN UND MORGEN (1928, R: Heinz Paul) und LIEBE IM MAI (1928, R: Robert Wohlmut).

Ihnen allen ist neben einem leichten Inszenierungsstil auch eine betont europäische Ausrichtung gemeinsam, die sich nicht nur in der internationalen Besetzung des Schauspieler-Ensembles, sondern auch in deren Sujets, die das Nationale höchstens als ein kleines, fast belächelnswertes Ornament einsetzen, widerspiegelt. Sie alle zeichnen sich in hohem Grade durch handwerkliche Perfektion in Bezug auf Kamera, Ausleuchtung und fotografischer Qualität der Vorführkopien aus, die sich den gefeiltesten Produkten der amerikanischen Schule ebenbürtig zur Seite stellen lassen. Es will so scheinen, als hätte hier der österreichische Stummfilm eine Sprache der Meisterschaft erreicht, die in engem Zusammenhang mit der Formbezogenheit österreichischer Kulturäußerungen zu sehen ist. Auch in diesem Genre ist Max Neufeld in dominanter Position vertreten.

Nikolaus Wostry, in: "filmarchiv 50" (Februar 2008)

Die [!] Geliebte seiner Frau.

(Marmorhaus)

Ein unerhört tiefsinnig klingender Titel. Ist aber lediglich als frommer Wunsch für eine zukünftige Ehe gedacht. Im Film kommt man trotz bedeutender Verwicklungen und Verwechslungen nur bis zum "Geliebten seiner Braut". Um das zu erreichen, müssen sich zwei junge Leutchen "blindbuchen", das heißt, sich auf dem Standesamt zwecks Trauung verabreden, ohne sich wenigstens per Photo zu kennen. Nachdem aus dieser so romantisch vorbereiteten Trauung nichts geworden ist, müssen sich beide falsche Namen zulegen und sich so über die zahlreichen Manuskriptumwege kennenlernen.

Die Autoren Zoreff und Bernfeld lösen zum Schluß etwas gewaltsam den um die nette Grundidee von den vielen Handlungskomplikationen geschlungenen gordischen Knoten. Die Beiden kriegen sich, und diese simple Tatsache bildet den Schlüssel, mit dem alle vorhergegangenen Rätsel leicht zu lösen sind. Dem Regisseur Max Neufeld werden zahlreiche dankbare und originelle Szenen zur Verwandlung in belichtetes Negativ geliefert. Zwei sich ziemlich fremde Menschen gehen fast im gleichen Bett schlafen, ein Taschendieb spielt sich zum Grafen empor und ein Detektivinstitut stiftet durch totsicher falsche Tips Unheil und Lachursachen. So nebenher gibt es noch einige zwanzig andere lustige Momente, deren Wirkung erprobt ist, so daß der Film im Parkett mit Schmunzeln und Behagen verfolgt wird.

Sehr nett ist die zuerst sittlich nicht ganz einwandfrei erscheinende Einleitungsszene, in deren Verlauf sich eine vermeintliche weibliche Bettkumpanin - als ein edelrassiger Windhund mit unheimlich spitzer Schnauze entpuppt.

Die Regie ist nicht immer wählerisch in ihren Mitteln, die nackte Badeschönheit hätte man sich ruhig schenken können, aber dem allzu Knalligen steht doch viel Liebenswürdiges gegenüber.

Gespielt wird ein bißchen operettenhaft hastig, ohne die ruhige Ausgeglichenheit amerikanischer Lustspiele mit ähnlichem Stoff, aber schließlich dem technischen Aufbau des Manuskriptes angemessen. Dina Gralla mimt mit Augenzwinkern und Verschmitzttun ein Millionärstöchterchen, das mit dem väterlichen Geld unbedingt ein adliges Wappenschild neu vergolden will. Ein Glück hat das Mädel, ausgerechnet den feschen, liebenswürdigen, eleganten Alfons Fryland zu "kaufen", der außerdem noch der gleiche ist, mit dem sie inkognito ein G'spust anfängt.

Richard Waldemar gebärdet sich für einen Großindustriellen reichlich vertrottelt. Claire Lotto tut herkömmlich raffiniert und verfügt für eine galante Dame mit mittelmäßigem Geschäftsumfang über eine bemerkenswert große und luxuriös eingerichtete Wohnung. Wo doch gerade in Wien die verflixten Sozialdemokraten den Wohnungsluxus so arg besteuern.

Viktor Franz und Otto Schmöle haben dankbare Episodenrollen zu spielen. Viktor Glucks Photographie ist für österreichische Verhältnisse bemerkenswert gut. Die Architekten Ledersteger und Meschkan haben mit ihren französischen Kollegen die Vorliebe für Riesenräume gemeinsam. Der lustige, amüsante Film wird bestimmt auch in Deutschland seinen Weg machen.

Hugo Engel-Film im Verleih der Bayerischen.

Georg Herzberg.

(Quelle: Film-Kurier, 10.Jg., Nr.77, 29.3.1928)

22.30 Uhr - Arkadenhof

DIE FEUERPROBE (VEM DÖMER; zeitgenössischer deutscher Verleihtitel: BEATRIX - EIN SPIEL VON LIEBE, HASS UND TOD)

Schweden 1922; Regie: Victor Sjöström; Drehbuch: Victor Sjöström, Hjalmar BergmanKamera: Julius JaenzonBauten: Axel Esbensen, Alexander Bakó; Darsteller: Jenny Hasselquist, Ivan Hedqvist, Tore Svennberg, Gösta Ekman, Knut Lindroth, Waldemar Wohlström, Nils Asther, Paul Seeling, Nils Lundell, Tyra Dörum, Bror Berger, Lars Egge, Edvin Adolphson, Nils Jacobsson, Olof Ås, Torsten Bergström, Edvin Adolphson, Julia Cæsar, Emil Fjellström, Artur Rolén; Produktion: Svensk Filmindustri; Premiere: 1.1.1922; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.787 Meter, 89 Min. (18 B/s); Zwischentitel: schwedisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Der vorletzte Film Sjöströms vor seinem Gang nach Hollywood erzählt eine düstere Geschichte aus dem Mittelalter: Ursula darf nicht den Mann heiraten, den sie liebt, sondern muß eine Ehe mit einem deutlich älteren Bildhauer eingehen. Sie entwickelt den Plan, ihren Ehemann zu vergiften. Mit prächtigen Dekors, einer ausgefeilten Lichtsetzung und beeindruckender Kameraarbeit setzt Sjöström sein Drama um Schuld, Sühne und Vergebung um, das mit sparsamen Zwischentiteln rein visuell erzählt wird.

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Samstag, 23. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DER GEHEIME KURIER

Deutschland 1928; Regie: Gennaro Righelli; Drehbuch: Curt J. Braun, Walter Jonas nach dem Roman "Le Rouge et le noir" ("Rot und Schwarz") von Stendhal; Kamera: Friedrich Weinmann; Darsteller: Iwan Mosjukin, Lil Dagover, José Davert, Jean Dax, Agnes Petersen, Félix de Pomés, Hubert von Meyerinck, Dillo Lombardi, Valeria Blanka; Produktion: Greenbaum Film, Berlin / Terra-Film, Berlin; Premiere: 25.10.1928 (Berlin); Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 1.790 Meter, 65 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: französisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Mosjukin war unbestrittener Star aufwendiger Produktionen wie CASANOVA oder DER KURIER DES ZAREN. In Righellis sehr freier Adaption von Stendhals Roman "Rot und Schwarz" spielt er den Provinzler Julien Sorel, der 1830 nach Paris kommt, um dort Karriere zu machen und die Tochter eines Marquis zu heiraten. Seine Vergangenheit holt ihn jedoch ein. Der Ausstattungsfilm hat sich nur in einer gekürzten französischen Fassung erhalten, die ein sehr modern anmutendes, rasches Erzähltempo aufweist.

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22.30 Uhr - Arkadenhof

DAS WUNSCHKIND (THE FIRST BORN)

GB 1928; Regie: Miles Mander; Drehbuch: Miles Mander, Alma Reville, nach Manders Theaterstück "Common People" und seinem Roman "Oasis"; Kamera: Walter Blakeley; Ausstattung: Wilfred Arnold; Darsteller: Madeleine Carroll, Miles Mander, John Loder, Margot Armand, Ella Atherton, Ivo Dawson, Margaret Roach, John St. John, Naomi Jacob, Bernard Vaughan, Walter Wichelow, Beryl Egerton, Theodore Mander; Produktion: Mander Production Syndicate für Gainsborough Pictures; Premiere: Oktober 1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.114 Meter, 84 Minuten (22 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)

Alma Reville, die Ehefrau und engste Mitarbeiterin von Alfred Hitchcock, begann ihre Karriere als Cutterin und Drehbuchautorin. Das Drehbuch zu dem spannenden Ehedrama DAS WUNSCHKIND schrieb sie zusammen mit Miles Mander, einem populären englischen Schauspieler, der auch die männliche Hauptrolle spielt und Regie führt. Es geht um eine Ehefrau, die ihren Mann liebt, obwohl er sie dauernd betrügt. Als er sie verläßt, schmiedet sie den Plan, ihn mit einem Wunschkind zurückzuholen.

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Sonntag, 24. August 2008

15.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

PORTRÄT: WALTER RUTTMANN - Vortrag mit Filmbeispielen von Stefan Drößler

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Der Maler und Grafiker Walter Ruttmann entdeckte den Film 1920 und schuf die ersten abstrakten Zeichentrickfilme der Welt. Populär waren seine phantasievollen Werbefilme, die heute weitgehend vergessen sind. Als der Tonfilm aufkam, experimentierte Ruttmann sofort mit dem neuen Medium, stellte einen "Tonfilm ohne Bild" her und den Vorläufer des Musikvideos. Das Filmmuseum München bereitet eine DVD mit den Werken von Ruttmann vor, über deren Restaurierungen Stefan Drößler sprechen wird.

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17.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

BERLIN. DIE SINFONIE DER GROSSSTADT

Deutschland 1927; Regie: Walter Ruttmann; Drehbuch: Karl Freund, Carl Mayer, Walter Ruttmann; Kamera: Robert Baberske, Reimar Kuntze, Lázsló Schäffer, Karl Freund; Bauten: Erich Kettelhut; Schnitt: Walter Ruttmann; Produktion: Deutsche Vereins-Film, Les Productions Fox Europa; Premiere: 23.09.1927 (Berlin, Tauentzien-Palast); Farbe: schwarzweiß; Länge: 65 Minuten; Musik: Edmund Meisel (Orchestereinspielung)

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Mit versteckter Kamera filmte Ruttmann in den Straßen von Berlin, um die Aufnahmen zum Tagesablauf einer Großstadt zu montieren. Edmund Meisel schrieb dazu eine legendäre Filmmusik, von der sich nur ein Klavierauszug erhalten hat. Im Herbst 2007 wurde die rekonstruierte Musik erstmals wieder in der Originalbesetzung mit 75 Musikern aufgeführt. Der Film wurde umkopiert und vom Filmmuseum München digital überarbeitet. Zur Aufführung gelangt diese neue Fassung in einer digitalen Projektion.

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21.00 Uhr - Arkadenhof

SONG - SCHMUTZIGES GELD (SONG - SHOW LIFE)

D/GB 1929; Regie: Richard Eichberg; Drehbuch: Adolf Lantz, Helen Gosewisch, nach der Novelle "Schmutziges Geld" von Karl Vollmöller; Kamera: Heinrich Gärtner, Bruno Mondi; Darsteller: Anna May Wong, Heinrich George, Mary Kid, Hans Adalbert Schlettow, Paul Hörbiger, Julius E. Herrmann; Produktion: Eichberg Film, Berlin / British International Pictures, London; Premiere: 21.8.1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.696 Meter, 98 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)

Richard Eichberg war über ein Vierteljahrhundert einer der erfolgreichsten Regisseure des deutschsprachigen Unterhaltungskinos, der von der Kritik aber selten ernst genommen wurde. Dabei schuf er einige faszinierende Filme wie das Melodram SONG, die sich durch eindrückliche Bildgestaltung, sorgfältige Ausstattung und großartige Schauspielerleistungen auszeichnen. Er verpflichtete Hollywood-Star Anna May Wong als Malayenmädchen Song, das einem von Heinrich George gespielten Matrosen verfällt.

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Vorfilm: VERMISCHTE MELDUNGEN (FAITS DIVERS)

Frankreich 1924; Regie: Claude Autant-Lara; Drehbuch: Claude Autant-Lara; Kamera: Henri Barreyre; Darsteller: Paul Barthet, Louise Lara, Antonin Artaud; Produktion: Cinégraphic; Premiere: Dezember 1924; Farbe: schwarzweiß; Länge: 432 Meter, 19 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: keine; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)

Ein Klassiker des französischen Avantgardefilms. Er erzählt eine Dreiecksgeschichte, die der Zeitungsrubrik "Vermischte Meldungen" entnommen sein könnte. Autant-Lara verwendet Stilmittel wie Doppel- und Dreifachbelichtungen, Schrägeinstellungen, extreme Großaufnahmen, Zeitlupe, mehrfache Wiederholungen derselben Handlung sowie Zeitsprünge. Für die Rolle von Monsieur II verpflichtete er den jungen Schriftsteller Antonin Artaud, der mit diesem Film eine Karriere als Schauspieler startete.

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Im Kino in der Brotfabrik: DER GROSSE DIKTATOR

»Chaplins erster Film, der von allen Möglichkeiten des Tons Gebrauch machte, ist eine beißende Satire auf Hitler und Nazideutschland. Chaplin spielt eine Doppelrolle als Hynkel, der Diktator von Tomania - eine brillante Karrikatur Hitlers-, und als der jüdische Friseur, der noch starke Züge des Tramps trägt.« (rororo-Filmlexikon)

Aufführungen: Fr 29.8. und Sa 30.8. um 19.00 Uhr, Brotfabrik [Reservierung]

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Die Musiker

Alle Aufführungen im Arkadenhof der Universität werden durch renommierte Stummfilmmusiker live begleitet. Lernen Sie hier die Musiker kennen, die bei den Internationalen Stummfilmtagen spielen.

Foto: Gilles Soubeyrand

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