Internationale Stummfilmtage - 24. Bonner Sommerkino
Das Programm

Donnerstag, 14. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

HAROLD LLOYD: MÄDCHENSCHEU (GIRL SHY)

USA 1924; Regie: Fred C. Newmeyer, Sam Taylor; Drehbuch: Sam Taylor, Ted Wilde, Tim Whelan; Kamera: Walter Lundin, Henry N. Kohler; Darsteller: Harold Lloyd, Jobyna Ralston, Richard Daniels, Carlton Griffin, Mickey Daniels, Nola Dolberg, Judy King, Charles Stevenson; Produktion: Harold Lloyd Corporation; Premiere: 20.4.1924; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.266 Meter, 82 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)

Was als romantische Komödie über einen verträumten Schneidergesellen beginnt, der in seiner Phantasie zum Frauenhelden wird, endet mit einer halsbrecherischen Jagd per Auto, Feuerwehr, Straßenbahn und Pferdekutsche quer durch Los Angeles. MÄDCHENSCHEU war einer der größten Erfolge Harold Lloyds, des neben Chaplin beliebtesten amerikanischen Stummfilmkomikers. Sein furioses Finale war Vorlage für die Schlußsequenz in DIE REIFEPRÜFUNG mit Dustin Hoffman, bei der Lloyd als Berater mitwirkte.

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Vorfilm: DAS HERZ DER WELT (THE HEART OF THE WORLD)

Kanada 2000; Regie: Guy Maddin; Drehbuch: Guy Maddin; Kamera: Guy Maddin, deco dawson; Darsteller: Leslie Bais, Caelum Vatnsdal, Shaun Balbar, Greg Klymkiw, Tammy Gillis, Carson Natrass; Produktion: Niv Fichman, Judy Shapiro, Jennifer Weiss; Premiere: 7.9.2000 (Toronto); Farbe: schwarzweiß; Länge: 6 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Tonspur

Es gab in den letzten Jahren viele Versuche, Stummfilme zu imitieren, doch diese zeigen in aller Regel ein erschreckendes Unverständnis: Es reicht eben nicht, einen Film in Schwarzweiß und ohne Dialoge herzustellen, um die Stummfilmästhetik zu erfassen. Guy Maddin gelingt in seinem furiosen Trailer eines fiktiven Stummfilms mit Hilfe digitaler Bildbearbeitungseffekte und der stampfenden Musik eines legendären sowjetischen Kompilationsfilms eine hypnotische Wirkung, die dem Stummfilm nahekommt.

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Freitag, 15. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DIE SPINNEN 1: DER GOLDENE SEE

Deutschland 1919; Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Fritz Lang; Kamera: Karl Freund, Emil Schünemann; Bauten: Otto Hunte, Karl Ludwig Kirmse, Hermann Warm, Heinrich Umlauff; Darsteller: Carl de Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover, Georg John, Rudolf Lettinger, Thea Zander, Reiner Steiner, Friedrich Kühne, Edgar Pauly, Meinhard Maur, Paul Morgan, K.A. Römer, Paul Biensfeldt; Produktion: Decla-Film, Berlin; Premiere: 3.10.1919; Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 1.657 Meter, 80 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: tschechisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)

Ein Abenteuerspektakel, in dessen Mittelpunkt der verwegene Kay Hoog, ein Vorfahre von Indiana Jones, und die Jagd nach einem unterirdischen Inka-Schatz stehen, hinter dem auch eine chinesische Geheimorganisation her ist. Eine Jagd um die Welt beginnt, gespickt mit tollkühnen Kämpfen und aufregenden Verfolgungen. Der Film, von dem nur im tschechischen Filmarchiv Material erhalten ist, wurde in jahrelanger Arbeit neu restauriert und wieder mit seinen ursprünglichen Einfärbungen versehen.

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22.30 Uhr - Arkadenhof

DIE SPINNEN 2: DAS BRILLANTENSCHIFF

Deutschland 1920; Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Fritz Lang; Kamera: Karl Freund; Bauten: Otto Hunte, Karl Ludwig Kirmse, Hermann Warm, Heinrich Umlauff; Darsteller: Carl de Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover, Georg John, Rudolf; Lettinger, Thea Zander, Reiner Steiner, Friedrich Kühne, Edgar Pauly, Meinhard Maur, Paul Morgan, K.A. Römer, Paul Biensfeldt; Produktion: Decla-Film, Berlin; Premiere: 6.2.1920; Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 2.486 Meter, 108 Minuten (20 B/s) ; Zwischentitel: tschechisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)

Der zweite Teil der SPINNEN konzentriert sich in seiner Gestaltung mehr auf Innenräume und deutet die Visionen der späteren Filme Fritz Langs, DR. MABUSE, METROPOLIS und SPIONE, bereits an: Unter dem Chinesenviertel von San Francisco, in dem die Organisation der Gegenspieler Kay Hoogs ihre Zentrale betreibt, liegt eine unterirdische Stadt, in der das Verbrechen regiert. Die Jagd nach einem diamantenen Buddha-Kopf endet auf den Falklandinseln - gefilmt in der Märkischen Heide bei Berlin.

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Samstag, 16. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

TRÄUME JEDER NACHT (YOGOTO NO YUME)

Japan 1933; Regie: Mikio Naruse; Drehbuch: Mikio Naruse, Tadao Ikeda; Kamera: Suketaro Ikai; Darsteller: Sumiko Kurishima, Teruko Kojima, Tatsuo Saito, Atsushi Arai, Mitsuko Yoshikawa, Takeshi Sakamoto, Kenji Oyama, Shigeru Ogura, Choko Iida, Ranko Sawa; Produktion: Shochiku Kinema Kenkyûjo; Premiere: 8.6.1933; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.754 Meter, 64 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: japanisch mit englischer Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel)

Eine starke Frau steht im Mittelpunkt des Films, der als der stilistisch geschlossenste Stummfilm Mikio Naruses gilt: Omitsu arbeitet als Hostess in einer Bar, um sich und ihren Sohn über Wasser zu halten. Als eines Tages ihr arbeitsloser Mann Mizuhara wieder auftaucht, akzeptiert sie ihn nur widerwillig. Naruse erzählt seine Geschichte rein visuell. Die ursprüngliche Anfangssequenz, in der Omitsu aus dem Gefängnis entlassen wird, wo sie wegen Prostitution einsaß, wurde von der Zensur geschnitten.

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22.30 Uhr - Arkadenhof

AUSGERECHNET WOLKENKRATZER (SAFETY LAST!)

USA 1923; Regie: Fred C. Newmeyer, Sam Taylor; Drehbuch: Hal Roach, Sam Taylor, Tim Whelan; Kamera: Walter Lundin; Darsteller: Harold Lloyd, Mildred Davis, Bill Strother, Noah Young, Westcott B. Clarke, Mickey Daniels, Anna Townsend, Charles Stevenson, Fred C. Newmeyer; Produktion: Hal Roach Studios; Premiere: 1.4.1923; arbe: schwarzweiß; Länge: 1.852 Meter, 73 Minuten (22 B/s) Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel) und Christian Roderburg (Schlagzeug)

Um Karriere zu machen, geht Harold Lloyd in die Großstadt, wo er aber nur einen Job als kleiner Kaufhausangestellter findet. Als seine Braut, der er regelmäßig Briefe mit erfundenen Berichten über seinen beruflichen Erfolg schreibt, zu Besuch kommt, muß er sich einiges einfallen lassen. AUSGERECHNET WOLKENKRATZER ist Lloyds berühmtester Film: Das Bild, das ihn am Zeiger einer Hochhausuhr zeigt, ist in die Filmgeschichte eingegangen. Der Film besticht durch perfektes Timing und eine Fülle visueller Gags.

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Sonntag, 17. August 2008

15.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

PORTRÄT: MAX NEUFELD - Vortrag mit Filmbeispielen von Nikolaus Wostry

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Max Neufeld, der 1904 als Schauspieler im Theater debütierte, dann zum Film wechselte und zwischen 1919 und 1957 mehr als 60 Filme als Regisseur gedreht hat, ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Das Filmarchiv Austria hat viele seiner Stummfilme restauriert, ihm eine Retrospektive gewidmet und ein Buch über ihn herausgebracht, so daß wir heute einen Regisseur mit persönlicher Handschrift wiederentdecken können. Nikolaus Wostry stellt den Regisseur, seine Filme und ihre Restaurierung vor.

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17.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

FILM MUSIC IMPROVISATION - Vortrag mit Film- und Musikbeispielen von Neil Brand (in englischer Sprache)

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Die musikalische Begleitung ist entscheidend für die Wirkung eines Stummfilms. Da nur in seltenen Fällen originale Noten erhalten sind, muß jeder heutige Musiker eine neue Begleitung finden, mit der er die Filme - indem er z.B. Spannungsbögen unterstreicht und Figuren charakterisiert - dem Publikum näher bringt. In seinem Vortrag gewährt Neil Brand Einblicke in seine Arbeitsweise und führt anhand eines Beispiels mit Live-Kommentierung vor, wie er seine Musik aus dem Moment heraus entwickelt.

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21.00 Uhr - Arkadenhof

DAS FEST DES HEILIGEN JÜRGEN (PRASDNIK SWJATOGO JORGENA)

UdSSR 1930; Regie: Jakow Protasanow; Drehbuch: Jakow Protasanow, nach Motiven des gleichnamigen Romans von Harald Bergstedt; Kamera: Pjotr Jermolow; Bauten: Sergej Koslowski, Wladimir Baljusek; Darsteller: Anatoli Ktorow, Igor Iljinski, Mikhail Klimow, Maria Strelkowa, Igor Arkadin, Anatoli Gorjunow, Wladimir Uralski, N. Wassilijewa, Feofan Schipulinski; Produktion: Meshrabpomfilm, Moskau; Premiere: 25.8.1930; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.322 Meter, 102 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: russisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Eine böse Satire auf die Geschäfte mit Religion und Heiligen, die von Vertretern der Kirche betrieben werden. Zwei Gauner brechen aus dem Gefängnis aus und mischen sich auf der Flucht vor der Polizei unter die Menschenmassen, die zu einem Wallfahrtsort pilgern. Der Komiker des russischen Stummfilms Iljinski brilliert in einer Paraderolle. Der Regisseur Jakow Protasanow schuf einige der populärsten Filme des sowjetischen Stummfilmkinos - zu denen auch DAS FEST DES HEILIGEN JÜRGEN zählt.

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Vorfilm: DAS LEBEN UND LEIDEN JESU (LA VIE ET LA PASSION DE JÉSUS CHRIST)

Frankreich 1898; Regie: Georges Hatot, Louis Lumière; Kamera: Alexandre Promio; Darsteller: Bretteau; Produktion: Lumière; Premiere: Anfang 1898; Farbe: schwarzweiß; Länge: 196 Meter, 11 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: keine; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Ein früher, für seine Zeit ungewöhnlich langer und aufwendig gestalteter Jesus-Film aus der Produktion der Gebrüder Lumière. In 13 Tableaus, die von der Geburt Jesu bis zu seiner Auferstehung reichen, agieren die Schauspieler vor gemalten Kulissen, deren Begrenzungen im Bild deutlich zu sehen sind. Ursprünglich wurden die jeweils nur eine Minute langen Bilder als Einzelfilme vorgeführt, so daß der Film, der Auftakt unzähliger Jesus-Filme, auch als Vorform der späteren Form des Serials gesehen werden kann.

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Montag, 18. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DIE GROSSE PARADE (THE BIG PARADE)

USA 1925; Regie: King Vidor; Drehbuch: Laurence Stallings, Harry Behn; Kamera: John Arnold; Darsteller: John Gilbert, Renée Adorée, Hobart Bosworth, Claire McDowell, Claire Adams, Robert Ober, Tom O'Brien, Karl Dane, Rosita Marstini; Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer Corporation; Premiere: 5.11.1925 (Grauman's Egyptian Theatre, Hollywood); Farbe: schwarzweiß mit viragierten und kolorierten Sequenzen; Länge: 3.423 Meter, 149 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel)

Einer der erfolgreichsten Stummfilme liegt nun wieder in der neu rekonstruierten Premierenfassung mit eingefärbten Sequenzen vor. Die Geschichte eines Sohnes aus gutem Hause, der 1917 in den Krieg nach Frankreich zieht, ist auch heute noch ein ungemein fesselndes Erlebnis. King Vidor, der sich von Kriegsveteranen beraten ließ, gelang es wie nur wenigen Filmemachern nach ihm, das Kriegsgeschehen ohne Beschönigung erfahrbar zu machen und mit anrührenden menschlichen Schicksalen zu verbinden.

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Dienstag, 19. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

CHICAGO

USA 1927; Regie: Frank Urson; Drehbuch: Leonore Coffee, nach dem Theaterstück von Maurine Dallas Watkins; Kamera: Peverell Marley; Ausstattung: J.M. [Mitchell] Leisen; Darsteller: Phyllis Haver, Victor Varconi, Eugene Pallette, Virginia Bradford, Clarence Burton, Warner Richmond, T. Roy Barnes, Sidney D'Albrook, Otto Lederer, May Robson, Julia Faye; Produktion: DeMille Pictures Corporation; Premiere: 26.3.1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.952 Meter, 117 Minuten (22 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel) und Günter A. Buchwald (Violine)

Die erste Verfilmung jenes Stoffes, der als Musical 2002 mit Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger und Richard Gere neuverfilmt wurde, ist eine unterhaltsame Komödie über amerikanisches Gerichtswesen, Sensationsjournalismus und Showbusineß. Roxie Hart erschießt einen Mann. Überrascht von dem einsetzenden Presserummel lernt sie, den Mordfall geschickt zu nutzen, um auf die Titelseiten der Boulevardpresse zu gelangen. Mit Hilfe eines gerissenen Anwalts versucht sie, vor Gericht einen Freispruch zu erwirken.

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Chicago.

(Titania-Palast, Steglitz)

Schon wieder bringt uns Film-Amerika eine Ueberraschung! Man schickt uns da einen Film herüber, in dem eine süße, blonde, verheiratete Frau die Hauptrolle spielt. Sie erschießt, angeblich um ihre Ehre zu retten, einen Mann, kommt vor das Gericht und wird - freigesprochen. Das sei schon oft dagewesen? Einen Moment bitte!! Sie müssen nämlich wissen, daß der Erschossene der Liebhaber war, der die Zahlung diverser Rechnungen verweigerte und endgültig "Schluß" machen wollte. Und daß infolgedessen der Freispruch nicht der Triumph einer innerlich unschuldigen Frau ist, sondern eine raffinierte Täuschung der einfältigen Geschworenen durch den Verteidiger und die Angeklagte.

Ein solcher Film ist im Lande der Frauenanbetung, die durch die vielen schmalzigen Liebesfilme noch verstärkt wurde, einfach noch nicht dagewesen. Eine schöne verheiratete Frau eine Mörderin und Dirne? Und der Schauplatz dieser Handlung nicht Paris oder London, sondern Amerika? Was werden dazu nur die Frauenvereine gesagt haben?

Der Film führt zum Schluß die Handlung nicht konsequent zu Ende. Ein europäischer Dramatiker hätte wohl das Eheleben von vorn anfangen lassen, hier weist der Gatte mit pathetischer Geste der "Ruchlosen" die Tür. Sie muß auf die Straße, wo es natürlich regnet und eben die letzen Reste ihres Prozeßruhmes im Rinnstein verschwinden. Und dann gibt es auch noch ein sanftes schwarzes Mädchen, daß begründete Hoffnungen auf ein gar nicht fernes happy ending zuläßt.

Aber der Film geht nicht nur gegen die Frauen vor. Er richtet sich auch gegen andere U.S.A.-Institutionen, die bisher unantastbar schienen. Zuerst einmal gegen die sogenannte "gelbe" Presse, die jeden Vorfall sofort in Auflagen umrechnet und deren Reporter wegen jedes Mordes Freudenpurzelbäume schießen. "Chicagos schönste Mörderin" wird sofort gemanagt, die Setzmaschinen tippen erfundene "interessante" Einzelheiten aus dem Leben der Berühmten, die Photographen knipsen die Heldin, als habe sie eben den Ozean überflogen. Erst wenn eine neue Sensation da ist, wird die alte plötzlich "abgeblasen". Nun - wir haben ja erst vor kurzem einen Krantz-Prozeß erlebt und erfahren, wieviel unsere deutschen Zeitungen schon von drüben "gelernt" haben.

Dann kommt die Justiz an die Reihe. Im Untersuchungsgefängnis streiten sich die Mörderinnen über den gegenseitigen Ruhm und die Zahl der erschienenen Bilder, der Verteidiger inszeniert nach Erpressung eines enormen Vorschusses eine ganze Theateraufführung vor den Gerichtsschranken, die Geschworenen sind leicht zu schmeichelnde Trottel, die ein Frauenschenkel mehr interessiert als der ganze Prozeß, der Staatsanwalt schreit nach Blut, übersieht alle wesentlichen Dinge und baut seine Anklage auf schillernden Phrasen auf. Das Publikum benimmt sich wie bei einem Fußballmatch und schlägt sich zum Schluß um die Autogramme der Freigesprochenen. Manches ist wohl etwas übertrieben, aber das dürfte Absicht sein. Denn wenn man ein Volk, das die geschilderten Vorgänge in gemilderter Form ohne weiteres bisher für selbstverständlich hielt, aufrütteln will, muß man scharfe Töne anschlagen. Diese Uebertreibungen werden drüben deshalb gar nicht so stark empfunden werden.

Man arbeitet auch bewußt mit Kintopp-Effekten und reißerischen Mitteln. Der Erfolg ist, daß der Film Tempo und Spannung hat. Man klagt nicht, wie die nordischen Dramatiker, die "Gesellschaft" an, beschwert den Zuschauer auch nicht mit tragischen Konflikten, sondern greift zu den Waffen des Spottes und überläßt es jedem einzelnen, über den Sinn der Geschichte zu entscheiden.

Leonore J. Coffee schrieb das Manuskript nach einem gleichnamigen Bühnenstück, für die Regie zeichnet Frank Urson. Er leistet ausgezeichnete Arbeit, holt aus den Darstellern alles heraus und läßt sich keine Wirkung entgehen. Der Film ist im Grunde genommen aus derselben Mentalität heraus gemacht, wie die karikierten Zeitungsartikel.

Phillis Haver, bekannt als Nuttchen aus dem "Weg allen Fleisches", hat eine Bombenrolle. Sie ist eine makellose Postkartenschönheit, ohne Seele, ohne Gefühl, die die Männer nimmt, was sie wert sind, die in Rührung macht, wenn es opportun erscheint, und wenn es zum Zahlen kommt, sich sehr freimütig selbst anbietet. Der Haver hat die Rolle sichtlich Spaß gemacht, ihre Gesten sind zuweilen von verblüffender Eindringlichkeit, sie ersetzt Titel und ganze Szenen mit einem einzigen Mäulchenmachen oder Schulterzucken. Den gehörten Ehemann, dessen goldblondes Glück sich als gelbgestrichenes Blech erweist, spielt Viktor Varconi mit nobler Haltung. Dieser Ehemann ist durchaus kein Trottel, über den man lacht und von dem man sagt, er habe sein Schicksal verdient, sondern ein schöner, kluger Mann, der im Geschäft sehr tüchtig ist und lediglich zu Haus vor logischen Konsequenzen zurückschreckt. Auch die übrigen Darsteller werden von der Regie glänzend geleitet. Die deutsche Bearbeitung von Robert Liebmann ist einwandfrei.

Der Film fand sehr starken Beifall und fesselte trotz der vorgerückten Zeit restlos die Besucher. Wo man ihn geschickt herausbringt und richtig sagt, was er bezweckt, wird er auch in den Sommermonaten ein großes Geschäft sein. P.D.C.-Film im National-Verleih.

Georg Herzberg.

(Quelle: Film-Kurier, 10.Jg., Nr.125, 25.5.1928)

"Chicago" verfilmt

Der amerikanische Bühnenschlager "Chicago", der hier in der Übersetzung Karl Vollmoellers demnächst zur Aufführung kommt, wird nunmehr verfilmt Unter der persönlichen Regie von Cecil B. de Mille wurden dieser Tage die ersten Szenen zu dem Film "Chicago" gedreht. Mit der Regie war ursprünglich Frank Urson beauftragt worden, doch hat sich später de Mille entschlossen, die Leitung der Aufnahmen selbst zu übernehmen.

(Quelle: Lichtbildbühne, 20.Jg., Nr.251, 20.10.1927)

"Chicago."

Eine Premiere in Hollywood.

Als Regisseur für diesen Film zeichnete Frank Urson. Im wesentlichen wurde er aber von Cecil de Mille inszeniert.

Von manchen Seiten wurde de Mille der Vorwurf gemacht, er habe, als der Film nicht so gut wurde, wie er es erwartet hatte, und vor allem den Vergleich mit dem bekannten Bühnendrama gleichen Namens nicht aushielt, sich nach seiner Fertigstellung hinter dem Namen eines Strohmannes versteckt. Die Unterlegung dieses Motives scheint nicht berechtigt. Urson war als Regisseur engagiert worden und blieb offiziell der Regisseur während der Herstellung. Hätte de Mille nachträglich seinen Namen auf den Film gesetzt, so wäre sicher mindestens ebenso laut protestiert worden. Nur hätte man ihm nachgesagt, er versuche sich mit fremden Lorbeeren zu schmücken. Es ist die alte Geschichte von dem Müller, seinem Sohn und dem Esel. Wo Urson aufhört und de Mille anfängt in diesem Film, wird man schwer erkennen können. An den hier hergestellten Filmen des gleichen Kalibers gemessen, ist der Film keineswegs schlecht. Das Publikum des Metropolitan-Theaters machte den Eindruck, als werde es ausgezeichnet unterhalten.

Die Geschichte hat viel mit der Qualität des Films zu tun, obwohl sie beträchtlich durch die Verpflanzung von der Bühne zur Leinwand gelitten hat. Die junge Frau erschießt ihren reichen Liebhaber, als dieser, ihrer Geldforderungen satt, sich von ihr trennen will. Ihr Mann opfert sein Vermögen und bestiehlt außerdem den berühmten Anwalt, der exorbitante Honorarforderungen stellt, ihn mit dem von ihm gestohlenen Geld bezahlend, um sie vor den gesetzlichen Folgen ihrer Tat zu retten. Die Rettung gelingt, dank der für Frauenschönheit und -tränen empfänglichen Geschworenen. Zum Schluß weiste er ihr die Tür, trotzdem er sie liebt. Das ist ebensowenig überzeugend wie die Beraubung des Anwalts.

Der Film ist eine leidlich gute Satire auf die Stellung der Frau in Amerika, solange er Satire bleibt. Man ist sich hier aber nicht immer über das Wesen und die Mittel der Satire klar, hat vor allem nicht das Gefühl dafür, wo die Satire aufhört und die Burleske anfängt. So enden manchen Szenen, die sich wundervoll satirisch pointieren ließen, in burlesken Verknotungen. Die Hersteller des Filmes werden allerdings unter Hinweis auf die Reaktion des Publikums, die gelungene Erzielung des Abdominallachens, welches, wie sie behaupten, den Kasseneinnahmen eines Filmes nützt, diese stilistischen Ausrutschungen verteidigen können.

Ich möchte aber behaupten, daß nicht das laute Lachen im Theater zählt, das auf beinahe mechanischem Wege erzielt werden kann, wenn man z.B. jemanden einen Stoß Teller ohne irgendeinen besonderen Grund auf den Boden werfen läßt, sondern das leise Lachen, das man mit sich nach Hause nimmt. Und dieses zu erzielen, ist sicher eine große und schwere Kunst. Der Film baut sich im wesentlichen auf einem Charakter auf, dem der Frau, die von Phyllis Haver dargestellt wird.

Man kann gut erkennen, was die Regie mit ihm zu tun beabsichtige, und muß mit Bedauern feststellen, daß das Beabsichtigte so vollständig gelungen ist. Die Frau ist die Personifikation der Hysterie der amerikanischen Großstadt. Den Charm des Wesens, den diese Frau neben ihren Fehlern notwendig aufweisen mußte, versucht man rein mechanisch durch Unterstreichung ihres körperlichen Charms zu ersetzen. Wie anders wurde das doch mit der gleichen Schauspielerin im "Weg allen Fleisches" gehandhabt.

Victor Varconi als Ehegatte füllt seinen Platz gut aus.

Ch.

(Quelle: Film-Kurier, 10.Jg., Nr.74, 26.3.1928)

Chicago

Fabrikat: P.D.C. de Mille-Produktion
Verleih: National
Manuskript: Nach dem Roman von Watkins
Regie: Frank Urson
Hauptrollen: Phyllis, Harver, Varconi
Länge: 3061 Meter, 9 Akte
Uraufführung: Tauentzien- und Titania-Palast

Was die National jetzt als amerikanisches Sittendrama in neun Akten vor die Berliner Öffentlichkeit bringt, ist hier in der Reichshauptstadt an sich bereits bekannt. Es handelt sich um die Verfilmung des Schauspiels "Chicago", ein Stück, daß [!] die amerikanische Girl-Kultur, den übertriebenen Kult der Frau, geißeln und glossieren will. Diese Angelegenheit ist für uns, von ihrer politischen Seite aus gesehen, absolut unaktuell, so daß die besondere Sensation, die dieses Bild in Amerika hatte, bei uns ausblieb.

Immerhin handelt es sich um ein Bild, das über dem Durchschnitt steht, sogar besser gespielt ist, als mancher andere Amerikaner und auch in der Geschichte an sich interessant wirkt.

Es handelt sich dabei um eine junge Frau, die neben ihrem Mann noch einen Liebhaber hat und den Galan einfach eines Tages erschießt, als er kein Geld mehr hergeben will.

Ein übergeschickter Reporter macht aus dieser kleinen Frau die schönste Mörderin Chikagos. Ein geschickter Rechtsanwalt sorgt für ihren Freispruch, allerdings nur gegen ein Honorar von fünftausend Dollar, die der Mann allerdings nur dadurch besorgen kann, daß er selbst bei dem Rechtsanwalt einbricht. Schließlich, nachdem die Mörderin freigesprochen ist, nachdem der Gatte sich mehr für sie eingesetzt hat, als das eigentlich die verliebtesten Ehemänner tun, wirft er sie aus dem Haus.

Die einzelnen Szenen sind sensationell zugespitzt. Das Ganze hat zu einem Teil starke Spannung und wirkt deshalb auf das Publikum, das sicher auch das Gefühl haben wird, daß einige Partien, so zum Beispiel die Gerichtsszene, sogar Höhepunkte der modernen Filmschauspielkunst darstellen.

In der männlichen Hauptrolle sieht man Victor Carconi [!], einen talentierten Ungarn, und Phillys Haver, eine Frau, die man sich merken muß, die im europäischen Sinn nicht unbedingt hübsch, aber außerordentlich pikant ist.

An dem Erfolg hat der Regisseur Frank Urson Anteil, ein geschickter, routinierter Arbeiter, der vor allem auch äußere Effekte gut trifft, sowie der ausgezeichnete Photograph.

(Quelle: Kinematograph, 22.Jg., Nr.1110, 27.5.1928)

Chicago

P.D.C. Film im National-Verleih

Das Bühnenstück Chicago, ein Reißer mit hundert Pferdekräften, eine Persiflage, die rauchende Salpetersäure auf amerikanische Rechtspflege und Presse tropft, hat im Film sozusagen eine freundliche Abschleifung erhalten. Im Bühnenwerk gibt es keinen Edelmut, keine Liebe, keine sauberen Gefühle: da gibt es ein Wettrennen um Presseruhm und Dollars - der Film dagegen wartet mit einem hingebend verliebten Mann auf, mit einem edelmütigen Dienstmädchen und setzt an den Schluß einen Ausblick in eine saubere Zukunft.

Die blonde, süße, pflanzenhaft lebende Roxy Hart schießt ihren Liebhaber, der keine Dollars mehr herausrücken will, ein bißchen tot. Ihr Gatte will sich opfern: vergebens, sie kommt ins Chicagoer Frauengefängnis und wird des Mordes angeklagt. Das Gefängnis ist ein höchst seltsamer Klub etwas allzu energischer Damen, die teils zu schnell mit dem Messer waren, teils auf ein allzu frühes Kommen des Ehegatten mit einem Browning reagierten. Das wesentlichste Erregungsmoment ihres komfortablen Gefängnislebens besteht in der Angst, irgendeine andere Insassin könnte den Rekord an Zeitungsberichten über ihren "Fall" schlagen. Roxi [!] erhält den gerissensten Verteidiger, einen Meister der Regie, der allerdings etwas teuer ist und der sich für seine Forderung von 5000 Dollar Vorschuß einen kleinen Einbruch von Roxyx Mann zuzieht und nun mit seinem eigenen Geld bezahlt wird. Der Verteidiger inszeniert die Gerichtsverhandlung zu einem Drama, das mit ältesten Kulisseneffekten die Geschworenen rührt, mit Lieblichkeit, Unschuld, Reue und Moral die Zuschauer einwickelt und die freche, kleine Roxy minutenweise in einen blonden Tugendengel verwandelt. Resultat: Freispruch - die Reporter rasen - da knallt ein Schuß - eine Dame der besten Gesellschaft hat ihren Geliebten erschossen - Presse, Photo, Polizei: Roxy ist eine Sensation von gestern. Und ihr Mann hat endlich die Energie, sie hinauszuwerfen und mit einem leichten, symbolischen Bedürfnis läßt der Film abschließend das treue Dienstmädchen mit dem goldenen Herzen die ganze, von dem empörten Ehemann zusammengeschlagene Bude "aufräumen".

Eine wirksame Handlung, durch knallige Filmeffekte vergröbert. Es ist gegenüber dem Bühnenstück vieles zuerfunden worden, es ist aus einer ätzenden ironischen Verulkung eine freundlich derbe Satire geworden. Der Regisseur Frank Urson, der "unter der künstlerischen Oberleitung von Cecil B. de Mille" arbeitete, hat einen einheitlichen Stil nicht gefunden. Der Film schwankt zwischen Charakterkomödie und handfestem Schwank, und Urson tut bald in dieser, bald in jener Richtung zu viel oder zu wenig. Aber das geht nur das künstlerische Urteil an: die Wirkung des Chicago-Films ist eine bemerkenswert große. Die Szene im Gerichtssaal, in der Roxy unter Leitung ihres Anwalts ihr Repertoire abwickelt, ist mit viel Feinheit gestaltet, mit viel Sinn für bildlich-satirische Wirkungen geformt. Der Regisseur entwickelt einen erheblichen Reichtum technischer Mittel, die in den darstellerischen Leistungen wesentlichste Unterstützung finden.

Phyllis Haver ist nach diesem Film eine klar umrissene Figur des heutigen Film-Reportoires [!]. Sie ist die ideale Darstellerin jener amüsanten Frauen, die haltlos zwischen Liebe und Luxus schwanken, deren Moralbegriffe etwas aufgeweicht sind und die das Leben mehr aus der Perspektive des Amüsements als der Pflicht betrachten. Natürlich ist sie nicht böse: sie ist nur ein klein bißchen frivol. Sie ist auch keine Kokotte, aber das normale Leben im ehelichen Pflichtenkreise würde sie als ledern und spießig empfinden. Die Haver hat darstellerisch und optisch alle Voraussetzungen, um diesen Typ zu gestalten, ohne dämonisch oder kulissenreißerisch zu wirken. Sie gibt nur gern ein bißchen zu viel, und eine vorsichtige Hand, die ihr ab und zu einen Spiegel vorhalten würde, könnte ihr gut tun. Der Gatte ist Victor Varcony, der zu edelmütig sein muß, zu hörig dieser hübschen leichsinnigen Blondine, als daß er zu einer runden, greifbaren Gestaltung kommen könnte. Der Verteidiger ist Robert Edeson: er ist gerissen, zielbewußt, brutal: ein bißchen mehr Liebenswürdigkeit und ein wenig mehr Genießerfreude hätte ihm nichts schaden können.

Photographiert wurde ausgezeichnet, insbesondere die Frauenaufnahmen sind von bemerkenswerter Weichheit und Präzision. Die gesamte äußere Aufmachung ist geschmackvoll und unaufdringlich. Das Publikum ging aufs höchste interessiert mit: ein einleitender Vortrag von Lion Feuchtwanger kam nicht recht zur Geltung. Chikago wird ein ausgezeichnetes Geschäft werden.

R.K.

(Quelle: Lichtbildbühne 21.Jg., Nr.126, 25.5.1928)

Girl-Kultur

[Fazit des Vortrags von Lion Feuchtwanger, der in der Lichtbildbühne wiedergegeben ist]

(...) Dieser Film ist geschrieben vom neuen Amerika gegen das alte, von einem neuen Frauentyp gegen den alten. Wenn er schwarz-weiß malt, wenn das Dienstmädchen überedel ist, die Nutte übernuttig, wenn der Mann, der an ihr hängt, eine unwahrscheinliche geistige Schlichtheit an den Tag legt, so sind diese Schwarz-Weiß-Zeichnungen nicht nur entstanden aus billiger Freude am Effekt, sondern aus dem Willen, einem tief eingefressenen Übel mit den stärksten Mitteln beizukommen.

(Quelle: Lichtbildbühne, 21.Jg., Nr. 130, 30.5.1928)

Girldämmerung

(...) Kein Ruhmeswort ist zu hoch für Phillys [!] Haver. Es ist, als verkörperte sie die platonische Idee des Girltums hienieden. Makellos stellt sie das hohle, gemeine Maschinchen dar, das sich nicht bloß in jedem Magazin wiederholt. Ihr Gesicht kann nur durch die Überblendung unzähliger Gesichter gewonnen worden sein. Wenn sie Augen macht und die Lippen schürzt, steigen sämtliche Revuetanzgruppen aus der Versenkung hervor, machen dutzendfach Augen und schürzen die Lippen. Über die Schilderung der Leere hinaus gelingt ihr auch der Zustand der Angst, in dem sie das eigentlich Unwesen der Figur drastisch enthüllt. (...)

(Quelle: Siegfried Kracauer, FZ vom 22.6.1928, hier zit. nach: Siegfried Kracauer: Kleine Schriften zum Film Bd. 6.2, 1928-1931, hg. v. Inka Mülder-Bach, Frankfurt/ Main 2004, S.95-97)

The long history of "Chicago" began almost eight decades before its 2002 musical screen version. (...) Never faltering, "Chicago" is unquestionably the work of a master - but who was he? The direction is credited to Frank Urson, a former cinematographer who had capably directed a dozen films in the six years before "Chicago" (...). At the same time however there is a pervasive belief that DeMille's own contribution might have gone further than "supervision". (...) Who made Chicago matters less than the rediscovery of an outstanding work offering a ferocious view of American society and press in the 1920s.

David Robinson

(Vollständiger Text/ Quelle: http://www.cinetecadelfriuli.org/gcm/ed_precedenti/edizione2007/edizione2007_frameset.html)

Vorfilm: SMOKEY RAUCHT (SMOKEY SMOKES)

USA 1920; Regie: Gregory LaCava; Drehbuch: Thomas A. 'Tad' Dorgan (Comic); Animationen: Gregory La Cava; Produktion: J. R. Bray Studios; Premiere: 6.6.1920; Farbe: schwarzweiß; Länge:111 Meter, 6 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel)

Gregory La Cava zeichnete Comic strips, bevor er 1916 in die Trickfilmproduktion einstieg und in den 20er Jahren zur Spielfilmregie wechselte. Als Regisseur von Hollywoodkomödien wurde er in den 30er Jahren berühmt, während seine frühen Zeichentrickfilme heute weitgehend vergessen sind. SMOKEY RAUCHT handelt von einem Hund, dem der Arzt das Rauchen verbietet. Verzweifelt läuft er durch die Stadt, landet bei einem Chinesen mit Opium-Pfeife - und verliert sich in wilden Wahnvorstellungen.

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Mittwoch, 20. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DER TROLL-ELCH (TROLL-ELGEN)

Norwegen 1927; Regie: Walter Fyrst; Drehbuch: Alf Rød, nach zwei Geschichten von Mikkjel Fønhus; Kamera: Ragnar Westfelt; Darsteller: Tryggve Larssen, Bengt Djurberg, Julie Lampe, Tove Tellback, Harald Stormoen, Einar Tveito, Egil Hjorth-Jenssen, Mimi Kihle, Hauk Aabel, Nils Ahrén; Produktion: Fyrst-Film; Produzent: Helge Lunde; Premiere: 26.12.1927 (Oslo); Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 2.020 Meter, 98 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: norwegisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)

Das skandinavische Kino hat in der Stummfilmzeit weltweite Achtung erfahren wegen seiner eindrucksvollen Einbeziehung der Natur in Geschichten von menschlicher Dramatik. Der Troll-Elch soll, einer alten Legende zufolge, die Inkarnation eines toten Menschen sein. Hans darf die schöne Ingrid, Tochter eines reichen Bauern, erst heiraten, wenn er den Geister-Elch getötet hat. Als Hans des Mordes an seinem Rivalen Gunnar beschuldigt wird, muß er in die Stadt fliehen und dort auf dem Jahrmarkt arbeiten.

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Vorfilm: DER EINWANDERER (THE IMMIGRANT)

USA 1917; Regie: Charles Chaplin; Drehbuch: Charles Chaplin, Vincent Bryan, Maverick Terrell; Kamera: Roland Totheroh; Darsteller: Charles Chaplin, Edna Purviance, Eric Campbell, Albert Austin, Henry Bergman, Kitty Bradbury, Frank J. Coleman, William Gillespie, Tom Harrington, James T. Kelley, John Rand, Tiny Sandford, Janet Miller Sully, Loyal Underwood, Tom Wilson; Produktion: Lone Star Corporation; Premiere: 17.6.1917; Farbe: schwarzweiß; Länge: 617 Meter, 30 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)

Einer der besten Kurzfilme von und mit Charlie Chaplin, der seine Komödie vor einem sehr realistischen Hintergrund entwickelt: Auf einem Schiff aus Europa landet der Tramp in Amerika, wo sich sein amerikanischer Traum jedoch nicht so recht zu erfüllen scheint. Mittellos versucht er in einem Lokal sowohl das Mädchen für sich zu gewinnen als auch eine warme Mahlzeit zu ergattern. Neben raffinierten und virtuosen Gags enthält der Film scharfe Kritik an sozialen Mißständen in den USA.

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Donnerstag, 21. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

VON MORGENS BIS MITTERNACHTS

Deutschland 1920; Regie: Karlheinz Martin; Drehbuch: Karlheinz Martin, Herbert Juttke nach dem Theaterstück von Georg Kaiser; Kamera: Carl Hoffmann; Bildentwurf und Figuren: Robert Neppach; Darsteller: Ernst Deutsch, Erna Morena, Hans Heinrich von Twardowski, Eberhard Wrede, Adolf Edgar Licho, Hugo Döblin, Frieda Richard, Lotte Stein, Roma Bahn, Lo Heym; Produktion: Ilag-Film Berlin; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.325 Meter, 73 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: deutsch; Musikbegleitung: SchlagEnsemble H/F/M

Einer der wenigen reinen expressionistischen Filme, mit verzerrten Kulissen, harten Kontrasten und stilisiertem Spiel der Darsteller. Erzählt wird die Geschichte vom Kassierer einer Bank, der Geld stiehlt, um sich in die Vergnügungen der Großstadt zu stürzen. Der Film kam seinerzeit nicht in die deutschen Kinos, sondern erlebte seine Uraufführung in Japan, wo sich die einzige Kopie erhalten hat. Die in der originalen Grafik rekonstruierten Zwischentitel wurden vom Filmmuseum München in den Film eingefügt.

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Vorfilm: DIE WUNDERUHR (L'HORLOGE MAGIQUE)

Frankreich 1928; Regie: Ladislas Starewitch; Drehbuch: Ladislas Starewitch; Kamera: Ladislas Starewitch; Puppen und Animation: Ladislas Starewitch, Irène Starewitch; Kostüme: Anna Starewitch; Darsteller: Nina Star (= Starewitch), Bob Zoubowitch; Produktion: Les Films Louis Nalpas; Premiere: 8.9.1928 (Berlin),19.12.1928 (Paris); Farbe: mehrfarbig viragiert und getönt; Länge: 910 Meter, 33 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: französisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)

Der aus Rußland emigrierte Ladislas Starewitch schuf phantastische Puppentrickfilme, in denen er unterschiedlichste Animationstechniken anwandte und oft seine Tochter Nina mitspielen ließ. DIE WUNDERUHR ist sein Meisterwerk, in dem er verschiedene Geschichten mit einer Rahmenhandlung verband. Der neu restaurierte, wie im Original eingefärbte und getönte Film besteht aus zwei Teilen: DIE GESCHICHTE VOM MÄDCHEN, DAS PRINZESSIN WERDEN WOLLTE und DER VERZAUBERTE WALD.

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Freitag, 22. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DER GELIEBTE SEINER FRAU

Österreich 1928; Regie: Max Neufeld; Drehbuch: Fritz Zoreff, Siegfried Bernfeld, Max Neufeld; Kamera: Viktor Gluck; Bauten: Franz Meschkan, Hans Ledersteger; Darsteller: Dina Gralla, Claire Lotto, Alphons Fryland, Oskar Beregi, Richard Waldemar, Otto Schmöle, Viktor Franz, Cornelius Kirschner; Produktion: Hugo-Engel- Film GmbH, Wien; Premiere: 28.3.1928 (Berlin, Marmorhaus), 14.9.1928 (Wien); Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.756 Meter, 64 Minuten (24B/s); Zwischentitel: serbokroatisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Maud Nelissen

Eine vergnügliche Verwechslungskomödie aus dem Wien der 20er Jahre: Ein Graf soll eine ihm unbekannte Fabrikantentochter heiraten. Da er sich auf dem Standesamt verspätet, platzt die Hochzeit. Daß die Braut durch eine Verwechslung in einem Appartement Unterschlupf findet, in dem auch der Graf wohnt, führt zu turbulenten Szenen. Mit einem Esprit, der an Ernst Lubitsch anknüpft, und vielen originellen visuellen Einfällen entstand einer der komischsten Filme des österreichischen Regisseurs Max Neufeld.

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22.30 Uhr - Arkadenhof

DIE FEUERPROBE (VEM DÖMER; zeitgenössischer deutscher Verleihtitel: BEATRIX - EIN SPIEL VON LIEBE, HASS UND TOD)

Schweden 1922; Regie: Victor Sjöström; Drehbuch: Victor Sjöström, Hjalmar BergmanKamera: Julius JaenzonBauten: Axel Esbensen, Alexander Bakó; Darsteller: Jenny Hasselquist, Ivan Hedqvist, Tore Svennberg, Gösta Ekman, Knut Lindroth, Waldemar Wohlström, Nils Asther, Paul Seeling, Nils Lundell, Tyra Dörum, Bror Berger, Lars Egge, Edvin Adolphson, Nils Jacobsson, Olof Ås, Torsten Bergström, Edvin Adolphson, Julia Cæsar, Emil Fjellström, Artur Rolén; Produktion: Svensk Filmindustri; Premiere: 1.1.1922; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.787 Meter, 89 Min. (18 B/s); Zwischentitel: schwedisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Der vorletzte Film Sjöströms vor seinem Gang nach Hollywood erzählt eine düstere Geschichte aus dem Mittelalter: Ursula darf nicht den Mann heiraten, den sie liebt, sondern muß eine Ehe mit einem deutlich älteren Bildhauer eingehen. Sie entwickelt den Plan, ihren Ehemann zu vergiften. Mit prächtigen Dekors, einer ausgefeilten Lichtsetzung und beeindruckender Kameraarbeit setzt Sjöström sein Drama um Schuld, Sühne und Vergebung um, das mit sparsamen Zwischentiteln rein visuell erzählt wird.

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Samstag, 23. August 2008

21.00 Uhr - Arkadenhof

DER GEHEIME KURIER

Deutschland 1928; Regie: Gennaro Righelli; Drehbuch: Curt J. Braun, Walter Jonas nach dem Roman "Le Rouge et le noir" ("Rot und Schwarz") von Stendhal; Kamera: Friedrich Weinmann; Darsteller: Iwan Mosjukin, Lil Dagover, José Davert, Jean Dax, Agnes Petersen, Félix de Pomés, Hubert von Meyerinck, Dillo Lombardi, Valeria Blanka; Produktion: Greenbaum Film, Berlin / Terra-Film, Berlin; Premiere: 25.10.1928 (Berlin); Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 1.790 Meter, 65 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: französisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Mosjukin war unbestrittener Star aufwendiger Produktionen wie CASANOVA oder DER KURIER DES ZAREN. In Righellis sehr freier Adaption von Stendhals Roman "Rot und Schwarz" spielt er den Provinzler Julien Sorel, der 1830 nach Paris kommt, um dort Karriere zu machen und die Tochter eines Marquis zu heiraten. Seine Vergangenheit holt ihn jedoch ein. Der Ausstattungsfilm hat sich nur in einer gekürzten französischen Fassung erhalten, die ein sehr modern anmutendes, rasches Erzähltempo aufweist.

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22.30 Uhr - Arkadenhof

DAS WUNSCHKIND (THE FIRST BORN)

GB 1928; Regie: Miles Mander; Drehbuch: Miles Mander, Alma Reville, nach Manders Theaterstück "Common People" und seinem Roman "Oasis"; Kamera: Walter Blakeley; Ausstattung: Wilfred Arnold; Darsteller: Madeleine Carroll, Miles Mander, John Loder, Margot Armand, Ella Atherton, Ivo Dawson, Margaret Roach, John St. John, Naomi Jacob, Bernard Vaughan, Walter Wichelow, Beryl Egerton, Theodore Mander; Produktion: Mander Production Syndicate für Gainsborough Pictures; Premiere: Oktober 1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.114 Meter, 84 Minuten (22 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)

Alma Reville, die Ehefrau und engste Mitarbeiterin von Alfred Hitchcock, begann ihre Karriere als Cutterin und Drehbuchautorin. Das Drehbuch zu dem spannenden Ehedrama DAS WUNSCHKIND schrieb sie zusammen mit Miles Mander, einem populären englischen Schauspieler, der auch die männliche Hauptrolle spielt und Regie führt. Es geht um eine Ehefrau, die ihren Mann liebt, obwohl er sie dauernd betrügt. Als er sie verläßt, schmiedet sie den Plan, ihn mit einem Wunschkind zurückzuholen.

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Sonntag, 24. August 2008

15.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

PORTRÄT: WALTER RUTTMANN - Vortrag mit Filmbeispielen von Stefan Drößler

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Der Maler und Grafiker Walter Ruttmann entdeckte den Film 1920 und schuf die ersten abstrakten Zeichentrickfilme der Welt. Populär waren seine phantasievollen Werbefilme, die heute weitgehend vergessen sind. Als der Tonfilm aufkam, experimentierte Ruttmann sofort mit dem neuen Medium, stellte einen "Tonfilm ohne Bild" her und den Vorläufer des Musikvideos. Das Filmmuseum München bereitet eine DVD mit den Werken von Ruttmann vor, über deren Restaurierungen Stefan Drößler sprechen wird.

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17.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn

BERLIN. DIE SINFONIE DER GROSSSTADT

Deutschland 1927; Regie: Walter Ruttmann; Drehbuch: Karl Freund, Carl Mayer, Walter Ruttmann; Kamera: Robert Baberske, Reimar Kuntze, Lázsló Schäffer, Karl Freund; Bauten: Erich Kettelhut; Schnitt: Walter Ruttmann; Produktion: Deutsche Vereins-Film, Les Productions Fox Europa; Premiere: 23.09.1927 (Berlin, Tauentzien-Palast); Farbe: schwarzweiß; Länge: 65 Minuten; Musik: Edmund Meisel (Orchestereinspielung)

Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.

Mit versteckter Kamera filmte Ruttmann in den Straßen von Berlin, um die Aufnahmen zum Tagesablauf einer Großstadt zu montieren. Edmund Meisel schrieb dazu eine legendäre Filmmusik, von der sich nur ein Klavierauszug erhalten hat. Im Herbst 2007 wurde die rekonstruierte Musik erstmals wieder in der Originalbesetzung mit 75 Musikern aufgeführt. Der Film wurde umkopiert und vom Filmmuseum München digital überarbeitet. Zur Aufführung gelangt diese neue Fassung in einer digitalen Projektion.

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21.00 Uhr - Arkadenhof

SONG - SCHMUTZIGES GELD (SONG - SHOW LIFE)

D/GB 1929; Regie: Richard Eichberg; Drehbuch: Adolf Lantz, Helen Gosewisch, nach der Novelle "Schmutziges Geld" von Karl Vollmöller; Kamera: Heinrich Gärtner, Bruno Mondi; Darsteller: Anna May Wong, Heinrich George, Mary Kid, Hans Adalbert Schlettow, Paul Hörbiger, Julius E. Herrmann; Produktion: Eichberg Film, Berlin / British International Pictures, London; Premiere: 21.8.1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.696 Meter, 98 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)

Richard Eichberg war über ein Vierteljahrhundert einer der erfolgreichsten Regisseure des deutschsprachigen Unterhaltungskinos, der von der Kritik aber selten ernst genommen wurde. Dabei schuf er einige faszinierende Filme wie das Melodram SONG, die sich durch eindrückliche Bildgestaltung, sorgfältige Ausstattung und großartige Schauspielerleistungen auszeichnen. Er verpflichtete Hollywood-Star Anna May Wong als Malayenmädchen Song, das einem von Heinrich George gespielten Matrosen verfällt.

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Vorfilm: VERMISCHTE MELDUNGEN (FAITS DIVERS)

Frankreich 1924; Regie: Claude Autant-Lara; Drehbuch: Claude Autant-Lara; Kamera: Henri Barreyre; Darsteller: Paul Barthet, Louise Lara, Antonin Artaud; Produktion: Cinégraphic; Premiere: Dezember 1924; Farbe: schwarzweiß; Länge: 432 Meter, 19 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: keine; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)

Ein Klassiker des französischen Avantgardefilms. Er erzählt eine Dreiecksgeschichte, die der Zeitungsrubrik "Vermischte Meldungen" entnommen sein könnte. Autant-Lara verwendet Stilmittel wie Doppel- und Dreifachbelichtungen, Schrägeinstellungen, extreme Großaufnahmen, Zeitlupe, mehrfache Wiederholungen derselben Handlung sowie Zeitsprünge. Für die Rolle von Monsieur II verpflichtete er den jungen Schriftsteller Antonin Artaud, der mit diesem Film eine Karriere als Schauspieler startete.

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Im Kino in der Brotfabrik: DER GROSSE DIKTATOR

»Chaplins erster Film, der von allen Möglichkeiten des Tons Gebrauch machte, ist eine beißende Satire auf Hitler und Nazideutschland. Chaplin spielt eine Doppelrolle als Hynkel, der Diktator von Tomania - eine brillante Karrikatur Hitlers-, und als der jüdische Friseur, der noch starke Züge des Tramps trägt.« (rororo-Filmlexikon)

Aufführungen: Fr 29.8. und Sa 30.8. um 19.00 Uhr, Brotfabrik [Reservierung]

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Die Musiker

Alle Aufführungen im Arkadenhof der Universität werden durch renommierte Stummfilmmusiker live begleitet. Lernen Sie hier die Musiker kennen, die bei den Internationalen Stummfilmtagen spielen.

Foto: Gilles Soubeyrand

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