Donnerstag, 14. August 2008
21.00 Uhr - Arkadenhof
USA 1924; Regie: Fred C. Newmeyer, Sam Taylor; Drehbuch: Sam Taylor, Ted Wilde, Tim Whelan; Kamera: Walter Lundin, Henry N. Kohler; Darsteller: Harold Lloyd, Jobyna Ralston, Richard Daniels, Carlton Griffin, Mickey Daniels, Nola Dolberg, Judy King, Charles Stevenson; Produktion: Harold Lloyd Corporation; Premiere: 20.4.1924; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.266 Meter, 82 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)
Was als romantische Komödie über einen verträumten Schneidergesellen beginnt, der in seiner Phantasie zum Frauenhelden wird, endet mit einer halsbrecherischen Jagd per Auto, Feuerwehr, Straßenbahn und Pferdekutsche quer durch Los Angeles. MÄDCHENSCHEU war einer der größten Erfolge Harold Lloyds, des neben Chaplin beliebtesten amerikanischen Stummfilmkomikers. Sein furioses Finale war Vorlage für die Schlußsequenz in DIE REIFEPRÜFUNG mit Dustin Hoffman, bei der Lloyd als Berater mitwirkte.
"In einem seiner stimmungsvollsten Filme verkörpert Harold Lloyd einen Schneider, der in seiner Fantasie ein Casanova, tatsächlich aber in der Gegenwart von Frauen extrem gehemmt ist. An seiner Schüchternheit verzweifelnd, will seine Freundin einen Heiratsschwindler ehelichen, wird daran aber von Harold nach der vielleicht spektakulärsten Hetzjagd der Filmgeschichte in buchstäblich letzter Sekunde gehindert. Der erste von fünf Filmen, an dem Lloyds späterer Regisseur Ted Wilde prägend mitwirkte." (Lexikon des Internationalen Films)
Dieser beliebteste aller amerikanischen Komiker, der infolge des schlechten Schnittes und des miserablen Titels seines "1000:1" in der letzten Zeit etwas in den Hintergrund trat, springt in des Wortes wahrster Bedeutung hier wieder einmal an die Rampe. Er hat sich von seinen zahlreichen "Gaymen" ein Manuskript verfertigen lassen, das ihn zum Schluß von der Stromstange einer Elektrischen in ein Auto und in den tollsten Sätzen bis ans Ziel befördert. Einen Run wie diesen hat die Welt wirklich noch nicht gesehen - und Harold Lloyd bleibt zum Schluß eben der, als der er sich vor Jahren (heute auch schon vergessen) plakatieren ließ: Er!!
Die Komik Lloyds ist wie die jedes echten Komikers in der Tatsache verwurzelt, daß sie eigentlich unfreiwillig ist. Harold erscheint, ein amerikanischer Parsifal, in allen seinen Filmen als reiner Tor. Er ist der ewig schüchterne junge Mann, der ohne Bewußtsein der Kompliziertheiten durch das Leben geht und eben deshalb die Schwierigkeiten, an denen andere scheitern, zu überwinden weiß.
Frauen spielen in den Lloydfilmen stets nur die Beigabe des "foil", wie die Filmsprache Hollywoods die Partnerinnen nennt, die nichts als das Stichwort für den Star zu bringen haben. Harold leidet also diesmal an einer unüberwindlichen Scheu vor dem weiblichen Geschlecht. Er flieht die Frauen, während in seinem Herzen tausend heiße Wünsche glühen. Der kleine Schneidergeselle, der er ist, schreibt die Liebesabenteuer einer träumerischen Phantasie nieder und bringt sie, da er sich für einen Dichter hält, zu einem Verleger. Aber dieser wirft ihn aus dem Hause, bis ihm später die Erkenntnis kommt, daß die so recht ernst gemeinten Lyrismen der Schneiderlehrlingsphantasie eine noch nie dagewesene Komik bergen. Harold Lloyd, den in seiner Armut plötzlich der Scheck eines angesehenen Verlagshauses lockt, könnte nun seine Angebetete heiraten, aber als ewiger Pechvogel muß er im letzten Augenblick erkennen, daß sich die Teure mit einem anderen verheiraten will. Mit einem anderen, von dem er weiß, daß er ein Schurke ist. Was bleibt dem vortrefflichen Harold da weiter übrig, als zu versuchen, im letzten Augenblick hindernd einzugreifen?
Die Art, in der das geschieht, bildet den Höhepunkt des Filmes, der bereits bis dorthin an Überraschung, Abwechslung sowie tollem Humor ohnegleichen ist. Die Sensationen der Hetzjagd, in die Harold verfällt, wie er der Eisenbahn nachläuft, Autos zertrümmert, Straßenbahnen demoliert, Fuhrwerke bis zum Durchbrennen der Deichsel durchschmort, dann mit verhängten Zügeln dahinrast - das läßt sich mit Worten nicht beschreiben. Wahrhaft durchgeführte Sensationen, keine Tricks, die in anderen Filmen die Zuschauer in Schrecken versetzen sollen, sind hier die Ursachen eines tollen Gelächters. Man sah bei diesen Szenen, wie sich würdige Männer vor Vergnügen auf die Schenkel schlugen, wie elegante Damen vor Lachen kreischten. Der Ufa-Palast erbebte in den Schlußakten der "Girl-shy" vor Schreikrämpfen, vor Quietschorkanen, vor Lachtornados. Seit Monaten ist in Deutschland nicht mehr so aus innerster Empfindung gelacht worden - wie auch seit Monaten kein Film einen auch nur annähernden Beifall fand.
Nach manchen schwächeren Harold Lloydfilmen, die uns im Laufe der Zeit serviert wurden, ist dies ein Film, der wieder einmal ein echter Harold Lloyd ist, einer von denen, die begreifen lassen, daß und warum Harold in der ganzen Welt so populär geworden ist. In den letzten Wochen also wieder Chaplin und Harold Lloyd. Obgleich so wesensverschieden, doch sich berührend in einer sozusagen stoischen Einstellung zu den Dingen, wie es bei Anzengruber heißt: "Mir kann nix g'schehen".
Nehmen wir die Lehr' davon und lernen von den amerikanischen Schlemihlen bei aller wilden Herumraserei, daß es noch allemal gut geht, wenn wir uns innerlich nicht zu sehr zerreißen.
Vorher sah man eine groß angelegte Bühnenschau: vor allem Ernö Rapées Jazzsinfoniker, in der ganzen Aufmachung natürlich für den Ufa-Palast am Zoo berechnet, keinesfalls auf die Provinz übertragbar, schon aus Gründen der Kosten. Ein Tenor sang im Kostüm des Maharadscha und im spanischen Anzug entsprechende Weisen. Das ausgezeichnete Ufa-Ballett unter Oumanski tanzte dazu im Stil der Lieder und der Zeit. Dann sah man Kitty Valery, des großen Uncle Sam jüngste Tochter. Sie ist zwar noch nicht ganz das, was ihre Mutter auf der Höhe ihrer Kunst und ihrer Glanzzeit war, aber immerhin, Kitty kann sich sehen lassen.
(Quelle: Kinematograph, 20.Jg., Nr.994, 7.3.1926)
Dieser neue Harold Lloyd-Film hat wohl im Vergleich mit seinen Vorgängern die meisten Titel. Und da diese Titel manchmal ganz "knorke" sind, so werden sie viel und gern belacht.
Diese Titel hat der Film sehr notwendig, denn was sich bildlich in den ersten fünf Akten ereignet, ist durchaus unterstützungsbedürftig. Harold Lloyd hat wirklich schon besseres gemacht, und der Ufa-Palast hat auch schon bessere Filme gesehen.
Harold ist also ein schüchternes, stotterndes, mädchenscheuendes Schneiderlein, das in seiner Freizeit Liebesabenteuer zu Papier bringt. Schließlich findet sich auch ein Verleger, Harold kriegt Geld und kann das geliebte Mädchen, denn inzwischen hat sich seine Schüchternheit etwas gelegt, noch rechtzeitig den Klauen eines Bigamisten entreißen. Was Grund zu einer tollen Hetzjagd durch die Straßen von Los Angeles bietet und den Zuschauer daran erinnert, daß vor ihm ein "weltberühmtes" amerikanisches Lustspiel über die Leinwand flimmert.
Dieser letzte Akt ist herrlich. Das sei neidlos und aufrichtig anerkannt. Wenn Harold Straßenbahn, Auto, Motorrad und schließlich ein Pferdeführwerk in Bewegung setzt, um sein Ziel zu erreichen wenn er ganze Straßenzüge in Aufruhr bringt und alles um-, an- oder überfährt, dann geben die Angstschreie und Beifallskundgebungen im Zuschauerraum eine ebenso passende Begleitmusik wie Rapées Orchester.
Also noch einmal: Von allen atemberaubenden Hetzjagden, die uns amerikanische Grotesken bis jetzt vermittelt haben, ist diese vielleicht die tollste.
Dieser Akt versöhnt uns mit vielem, was man in den ersten fünf Akten hinnehmen mußte. Man erwartete von einem Harold Lloyd-Film etwas mehr als dieses behaglich dahinplätschernde Geschehen.
Natürlich schafft die Routine des Verfassers wieder zahlreiche lustige Einfälle und Situationen, aber es fehlt dem allen doch der richtige Schmiß und, das Tempo - also die Eigenschaften, die wir an Filmen, wie "Ausgerechnet Wolkenkratzer" bewunderten.
Der Lichtpunkt dieser Kleinstadtgeschichte ist ein niedliches, temperamentvolles Mädchen, in dessen schelmische Augen man sich verlieben kann. Harold Lloyds Spiel ist jedoch merkwürdig verkrampft, er gibt große leere Gesten und versucht, durch Gesichterschneiden lustig zu wirken. Wenn man an diesen Film zurückdenkt, denkt man nur an den letzten Akt. Und der war ein Erlebnis. Und da der letzte Eindruck in diesem Fall entscheidend ist, und es ein Sprichwort gibt, das "Ende gut, alles gut" heißt, so sei uns dieser Film willkommen!
Die Ufa-Palast-Revue, die den Film einleitete, entpuppte sich als eine harmlose Darbietung des Jazz in drei Weltrichtungen: Orient, Spanien und Wildwest. (...)
(Quelle: Film-Kurier, 8.Jg., Nr.56, 6.3.1926)
(...) Diese Jagd gehört zu den spektakulärsten Sequenzen der Filmgeschichte. (...) Das abschließende Rennen mit dem Pferdegespann nimmt ale Qualitäten der späteren Wagenrennen der Ben Hur-Verfilmungen vorweg, (...). Mehr noch als in den Kletterszenen der Hochhausfilme unterwarf sich Lloyd um eines - allerdings superben - dramatisch-komischen Effektes willen großer Gefahr. Allein die Virtuosität, mit der er die verschiedenen Verkehrsmittel beherrscht, würde heute fast jeden Darsteller überfordern (...). Über dem außerordentlichen Eindruck, den diese Sequenz hinterläßt, vergißt man leicht, daß sie ihre Wirkung zu einem wesentlichen Teil dem sorgfältigen Aufbau der dahin führenden Handlung und der überzeugenden Entwicklung der sie tragenden Charakters [!] verdankt. Einzig der Heiratsschwindler ist eine Klischeefigur; alle übrigen Personen des Geschehens bis hin zu den Sekretärinnen des Verlages sind mit einem liebevollen Blick für das Detail gezeichnet. (...)
(Quelle: Wolfram Tichy: Harold Lloyd, Luzern - Frankfurt/ Main 1979, S.75-80)
Kanada 2000; Regie: Guy Maddin; Drehbuch: Guy Maddin; Kamera: Guy Maddin, deco dawson; Darsteller: Leslie Bais, Caelum Vatnsdal, Shaun Balbar, Greg Klymkiw, Tammy Gillis, Carson Natrass; Produktion: Niv Fichman, Judy Shapiro, Jennifer Weiss; Premiere: 7.9.2000 (Toronto); Farbe: schwarzweiß; Länge: 6 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Tonspur
Es gab in den letzten Jahren viele Versuche, Stummfilme zu imitieren, doch diese zeigen in aller Regel ein erschreckendes Unverständnis: Es reicht eben nicht, einen Film in Schwarzweiß und ohne Dialoge herzustellen, um die Stummfilmästhetik zu erfassen. Guy Maddin gelingt in seinem furiosen Trailer eines fiktiven Stummfilms mit Hilfe digitaler Bildbearbeitungseffekte und der stampfenden Musik eines legendären sowjetischen Kompilationsfilms eine hypnotische Wirkung, die dem Stummfilm nahekommt.
Freitag, 15. August 2008
21.00 Uhr - Arkadenhof
Deutschland 1919; Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Fritz Lang; Kamera: Karl Freund, Emil Schünemann; Bauten: Otto Hunte, Karl Ludwig Kirmse, Hermann Warm, Heinrich Umlauff; Darsteller: Carl de Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover, Georg John, Rudolf Lettinger, Thea Zander, Reiner Steiner, Friedrich Kühne, Edgar Pauly, Meinhard Maur, Paul Morgan, K.A. Römer, Paul Biensfeldt; Produktion: Decla-Film, Berlin; Premiere: 3.10.1919; Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 1.657 Meter, 80 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: tschechisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)
Ein Abenteuerspektakel, in dessen Mittelpunkt der verwegene Kay Hoog, ein Vorfahre von Indiana Jones, und die Jagd nach einem unterirdischen Inka-Schatz stehen, hinter dem auch eine chinesische Geheimorganisation her ist. Eine Jagd um die Welt beginnt, gespickt mit tollkühnen Kämpfen und aufregenden Verfolgungen. Der Film, von dem nur im tschechischen Filmarchiv Material erhalten ist, wurde in jahrelanger Arbeit neu restauriert und wieder mit seinen ursprünglichen Einfärbungen versehen.
22.30 Uhr - Arkadenhof
Deutschland 1920; Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Fritz Lang; Kamera: Karl Freund; Bauten: Otto Hunte, Karl Ludwig Kirmse, Hermann Warm, Heinrich Umlauff; Darsteller: Carl de Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover, Georg John, Rudolf; Lettinger, Thea Zander, Reiner Steiner, Friedrich Kühne, Edgar Pauly, Meinhard Maur, Paul Morgan, K.A. Römer, Paul Biensfeldt; Produktion: Decla-Film, Berlin; Premiere: 6.2.1920; Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 2.486 Meter, 108 Minuten (20 B/s) ; Zwischentitel: tschechisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel) und Sabrina Hausmann (Violine)
Der zweite Teil der SPINNEN konzentriert sich in seiner Gestaltung mehr auf Innenräume und deutet die Visionen der späteren Filme Fritz Langs, DR. MABUSE, METROPOLIS und SPIONE, bereits an: Unter dem Chinesenviertel von San Francisco, in dem die Organisation der Gegenspieler Kay Hoogs ihre Zentrale betreibt, liegt eine unterirdische Stadt, in der das Verbrechen regiert. Die Jagd nach einem diamantenen Buddha-Kopf endet auf den Falklandinseln - gefilmt in der Märkischen Heide bei Berlin.
Samstag, 16. August 2008
21.00 Uhr - Arkadenhof
Japan 1933; Regie: Mikio Naruse; Drehbuch: Mikio Naruse, Tadao Ikeda; Kamera: Suketaro Ikai; Darsteller: Sumiko Kurishima, Teruko Kojima, Tatsuo Saito, Atsushi Arai, Mitsuko Yoshikawa, Takeshi Sakamoto, Kenji Oyama, Shigeru Ogura, Choko Iida, Ranko Sawa; Produktion: Shochiku Kinema Kenkyûjo; Premiere: 8.6.1933; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.754 Meter, 64 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: japanisch mit englischer Übersetzung; Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann (Flügel)
Eine starke Frau steht im Mittelpunkt des Films, der als der stilistisch geschlossenste Stummfilm Mikio Naruses gilt: Omitsu arbeitet als Hostess in einer Bar, um sich und ihren Sohn über Wasser zu halten. Als eines Tages ihr arbeitsloser Mann Mizuhara wieder auftaucht, akzeptiert sie ihn nur widerwillig. Naruse erzählt seine Geschichte rein visuell. Die ursprüngliche Anfangssequenz, in der Omitsu aus dem Gefängnis entlassen wird, wo sie wegen Prostitution einsaß, wurde von der Zensur geschnitten.
22.30 Uhr - Arkadenhof
USA 1923; Regie: Fred C. Newmeyer, Sam Taylor; Drehbuch: Hal Roach, Sam Taylor, Tim Whelan; Kamera: Walter Lundin; Darsteller: Harold Lloyd, Mildred Davis, Bill Strother, Noah Young, Westcott B. Clarke, Mickey Daniels, Anna Townsend, Charles Stevenson, Fred C. Newmeyer; Produktion: Hal Roach Studios; Premiere: 1.4.1923; arbe: schwarzweiß; Länge: 1.852 Meter, 73 Minuten (22 B/s) Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel) und Christian Roderburg (Schlagzeug)
Um Karriere zu machen, geht Harold Lloyd in die Großstadt, wo er aber nur einen Job als kleiner Kaufhausangestellter findet. Als seine Braut, der er regelmäßig Briefe mit erfundenen Berichten über seinen beruflichen Erfolg schreibt, zu Besuch kommt, muß er sich einiges einfallen lassen. AUSGERECHNET WOLKENKRATZER ist Lloyds berühmtester Film: Das Bild, das ihn am Zeiger einer Hochhausuhr zeigt, ist in die Filmgeschichte eingegangen. Der Film besticht durch perfektes Timing und eine Fülle visueller Gags.
Sonntag, 17. August 2008
15.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn
Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.
Max Neufeld, der 1904 als Schauspieler im Theater debütierte, dann zum Film wechselte und zwischen 1919 und 1957 mehr als 60 Filme als Regisseur gedreht hat, ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Das Filmarchiv Austria hat viele seiner Stummfilme restauriert, ihm eine Retrospektive gewidmet und ein Buch über ihn herausgebracht, so daß wir heute einen Regisseur mit persönlicher Handschrift wiederentdecken können. Nikolaus Wostry stellt den Regisseur, seine Filme und ihre Restaurierung vor.
17.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn
Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.
Die musikalische Begleitung ist entscheidend für die Wirkung eines Stummfilms. Da nur in seltenen Fällen originale Noten erhalten sind, muß jeder heutige Musiker eine neue Begleitung finden, mit der er die Filme - indem er z.B. Spannungsbögen unterstreicht und Figuren charakterisiert - dem Publikum näher bringt. In seinem Vortrag gewährt Neil Brand Einblicke in seine Arbeitsweise und führt anhand eines Beispiels mit Live-Kommentierung vor, wie er seine Musik aus dem Moment heraus entwickelt.
21.00 Uhr - Arkadenhof
UdSSR 1930; Regie: Jakow Protasanow; Drehbuch: Jakow Protasanow, nach Motiven des gleichnamigen Romans von Harald Bergstedt; Kamera: Pjotr Jermolow; Bauten: Sergej Koslowski, Wladimir Baljusek; Darsteller: Anatoli Ktorow, Igor Iljinski, Mikhail Klimow, Maria Strelkowa, Igor Arkadin, Anatoli Gorjunow, Wladimir Uralski, N. Wassilijewa, Feofan Schipulinski; Produktion: Meshrabpomfilm, Moskau; Premiere: 25.8.1930; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.322 Meter, 102 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: russisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)
Eine böse Satire auf die Geschäfte mit Religion und Heiligen, die von Vertretern der Kirche betrieben werden. Zwei Gauner brechen aus dem Gefängnis aus und mischen sich auf der Flucht vor der Polizei unter die Menschenmassen, die zu einem Wallfahrtsort pilgern. Der Komiker des russischen Stummfilms Iljinski brilliert in einer Paraderolle. Der Regisseur Jakow Protasanow schuf einige der populärsten Filme des sowjetischen Stummfilmkinos - zu denen auch DAS FEST DES HEILIGEN JÜRGEN zählt.
Frankreich 1898; Regie: Georges Hatot, Louis Lumière; Kamera: Alexandre Promio; Darsteller: Bretteau; Produktion: Lumière; Premiere: Anfang 1898; Farbe: schwarzweiß; Länge: 196 Meter, 11 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: keine; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)
Ein früher, für seine Zeit ungewöhnlich langer und aufwendig gestalteter Jesus-Film aus der Produktion der Gebrüder Lumière. In 13 Tableaus, die von der Geburt Jesu bis zu seiner Auferstehung reichen, agieren die Schauspieler vor gemalten Kulissen, deren Begrenzungen im Bild deutlich zu sehen sind. Ursprünglich wurden die jeweils nur eine Minute langen Bilder als Einzelfilme vorgeführt, so daß der Film, der Auftakt unzähliger Jesus-Filme, auch als Vorform der späteren Form des Serials gesehen werden kann.
Montag, 18. August 2008
21.00 Uhr - Arkadenhof
USA 1925; Regie: King Vidor; Drehbuch: Laurence Stallings, Harry Behn; Kamera: John Arnold; Darsteller: John Gilbert, Renée Adorée, Hobart Bosworth, Claire McDowell, Claire Adams, Robert Ober, Tom O'Brien, Karl Dane, Rosita Marstini; Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer Corporation; Premiere: 5.11.1925 (Grauman's Egyptian Theatre, Hollywood); Farbe: schwarzweiß mit viragierten und kolorierten Sequenzen; Länge: 3.423 Meter, 149 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel)
Einer der erfolgreichsten Stummfilme liegt nun wieder in der neu rekonstruierten Premierenfassung mit eingefärbten Sequenzen vor. Die Geschichte eines Sohnes aus gutem Hause, der 1917 in den Krieg nach Frankreich zieht, ist auch heute noch ein ungemein fesselndes Erlebnis. King Vidor, der sich von Kriegsveteranen beraten ließ, gelang es wie nur wenigen Filmemachern nach ihm, das Kriegsgeschehen ohne Beschönigung erfahrbar zu machen und mit anrührenden menschlichen Schicksalen zu verbinden.
Dienstag, 19. August 2008
21.00 Uhr - Arkadenhof
USA 1927; Regie: Frank Urson; Drehbuch: Leonore Coffee, nach dem Theaterstück von Maurine Dallas Watkins; Kamera: Peverell Marley; Ausstattung: J.M. [Mitchell] Leisen; Darsteller: Phyllis Haver, Victor Varconi, Eugene Pallette, Virginia Bradford, Clarence Burton, Warner Richmond, T. Roy Barnes, Sidney D'Albrook, Otto Lederer, May Robson, Julia Faye; Produktion: DeMille Pictures Corporation; Premiere: 26.3.1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.952 Meter, 117 Minuten (22 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel) und Günter A. Buchwald (Violine)
Die erste Verfilmung jenes Stoffes, der als Musical 2002 mit Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger und Richard Gere neuverfilmt wurde, ist eine unterhaltsame Komödie über amerikanisches Gerichtswesen, Sensationsjournalismus und Showbusineß. Roxie Hart erschießt einen Mann. Überrascht von dem einsetzenden Presserummel lernt sie, den Mordfall geschickt zu nutzen, um auf die Titelseiten der Boulevardpresse zu gelangen. Mit Hilfe eines gerissenen Anwalts versucht sie, vor Gericht einen Freispruch zu erwirken.
USA 1920; Regie: Gregory LaCava; Drehbuch: Thomas A. 'Tad' Dorgan (Comic); Animationen: Gregory La Cava; Produktion: J. R. Bray Studios; Premiere: 6.6.1920; Farbe: schwarzweiß; Länge:111 Meter, 6 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel)
Gregory La Cava zeichnete Comic strips, bevor er 1916 in die Trickfilmproduktion einstieg und in den 20er Jahren zur Spielfilmregie wechselte. Als Regisseur von Hollywoodkomödien wurde er in den 30er Jahren berühmt, während seine frühen Zeichentrickfilme heute weitgehend vergessen sind. SMOKEY RAUCHT handelt von einem Hund, dem der Arzt das Rauchen verbietet. Verzweifelt läuft er durch die Stadt, landet bei einem Chinesen mit Opium-Pfeife - und verliert sich in wilden Wahnvorstellungen.
Mittwoch, 20. August 2008
21.00 Uhr - Arkadenhof
Norwegen 1927; Regie: Walter Fyrst; Drehbuch: Alf Rød, nach zwei Geschichten von Mikkjel Fønhus; Kamera: Ragnar Westfelt; Darsteller: Tryggve Larssen, Bengt Djurberg, Julie Lampe, Tove Tellback, Harald Stormoen, Einar Tveito, Egil Hjorth-Jenssen, Mimi Kihle, Hauk Aabel, Nils Ahrén; Produktion: Fyrst-Film; Produzent: Helge Lunde; Premiere: 26.12.1927 (Oslo); Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 2.020 Meter, 98 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: norwegisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)
Das skandinavische Kino hat in der Stummfilmzeit weltweite Achtung erfahren wegen seiner eindrucksvollen Einbeziehung der Natur in Geschichten von menschlicher Dramatik. Der Troll-Elch soll, einer alten Legende zufolge, die Inkarnation eines toten Menschen sein. Hans darf die schöne Ingrid, Tochter eines reichen Bauern, erst heiraten, wenn er den Geister-Elch getötet hat. Als Hans des Mordes an seinem Rivalen Gunnar beschuldigt wird, muß er in die Stadt fliehen und dort auf dem Jahrmarkt arbeiten.
USA 1917; Regie: Charles Chaplin; Drehbuch: Charles Chaplin, Vincent Bryan, Maverick Terrell; Kamera: Roland Totheroh; Darsteller: Charles Chaplin, Edna Purviance, Eric Campbell, Albert Austin, Henry Bergman, Kitty Bradbury, Frank J. Coleman, William Gillespie, Tom Harrington, James T. Kelley, John Rand, Tiny Sandford, Janet Miller Sully, Loyal Underwood, Tom Wilson; Produktion: Lone Star Corporation; Premiere: 17.6.1917; Farbe: schwarzweiß; Länge: 617 Meter, 30 Minuten (18 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)
Einer der besten Kurzfilme von und mit Charlie Chaplin, der seine Komödie vor einem sehr realistischen Hintergrund entwickelt: Auf einem Schiff aus Europa landet der Tramp in Amerika, wo sich sein amerikanischer Traum jedoch nicht so recht zu erfüllen scheint. Mittellos versucht er in einem Lokal sowohl das Mädchen für sich zu gewinnen als auch eine warme Mahlzeit zu ergattern. Neben raffinierten und virtuosen Gags enthält der Film scharfe Kritik an sozialen Mißständen in den USA.
Donnerstag, 21. August 2008
21.00 Uhr - Arkadenhof
Deutschland 1920; Regie: Karlheinz Martin; Drehbuch: Karlheinz Martin, Herbert Juttke nach dem Theaterstück von Georg Kaiser; Kamera: Carl Hoffmann; Bildentwurf und Figuren: Robert Neppach; Darsteller: Ernst Deutsch, Erna Morena, Hans Heinrich von Twardowski, Eberhard Wrede, Adolf Edgar Licho, Hugo Döblin, Frieda Richard, Lotte Stein, Roma Bahn, Lo Heym; Produktion: Ilag-Film Berlin; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.325 Meter, 73 Minuten (16 B/s); Zwischentitel: deutsch; Musikbegleitung: SchlagEnsemble H/F/M
Einer der wenigen reinen expressionistischen Filme, mit verzerrten Kulissen, harten Kontrasten und stilisiertem Spiel der Darsteller. Erzählt wird die Geschichte vom Kassierer einer Bank, der Geld stiehlt, um sich in die Vergnügungen der Großstadt zu stürzen. Der Film kam seinerzeit nicht in die deutschen Kinos, sondern erlebte seine Uraufführung in Japan, wo sich die einzige Kopie erhalten hat. Die in der originalen Grafik rekonstruierten Zwischentitel wurden vom Filmmuseum München in den Film eingefügt.
Frankreich 1928; Regie: Ladislas Starewitch; Drehbuch: Ladislas Starewitch; Kamera: Ladislas Starewitch; Puppen und Animation: Ladislas Starewitch, Irène Starewitch; Kostüme: Anna Starewitch; Darsteller: Nina Star (= Starewitch), Bob Zoubowitch; Produktion: Les Films Louis Nalpas; Premiere: 8.9.1928 (Berlin),19.12.1928 (Paris); Farbe: mehrfarbig viragiert und getönt; Länge: 910 Meter, 33 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: französisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Flügel und Violine)
Der aus Rußland emigrierte Ladislas Starewitch schuf phantastische Puppentrickfilme, in denen er unterschiedlichste Animationstechniken anwandte und oft seine Tochter Nina mitspielen ließ. DIE WUNDERUHR ist sein Meisterwerk, in dem er verschiedene Geschichten mit einer Rahmenhandlung verband. Der neu restaurierte, wie im Original eingefärbte und getönte Film besteht aus zwei Teilen: DIE GESCHICHTE VOM MÄDCHEN, DAS PRINZESSIN WERDEN WOLLTE und DER VERZAUBERTE WALD.
Freitag, 22. August 2008
21.00 Uhr - Arkadenhof
Österreich 1928; Regie: Max Neufeld; Drehbuch: Fritz Zoreff, Siegfried Bernfeld, Max Neufeld; Kamera: Viktor Gluck; Bauten: Franz Meschkan, Hans Ledersteger; Darsteller: Dina Gralla, Claire Lotto, Alphons Fryland, Oskar Beregi, Richard Waldemar, Otto Schmöle, Viktor Franz, Cornelius Kirschner; Produktion: Hugo-Engel- Film GmbH, Wien; Premiere: 28.3.1928 (Berlin, Marmorhaus), 14.9.1928 (Wien); Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.756 Meter, 64 Minuten (24B/s); Zwischentitel: serbokroatisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Maud Nelissen
Eine vergnügliche Verwechslungskomödie aus dem Wien der 20er Jahre: Ein Graf soll eine ihm unbekannte Fabrikantentochter heiraten. Da er sich auf dem Standesamt verspätet, platzt die Hochzeit. Daß die Braut durch eine Verwechslung in einem Appartement Unterschlupf findet, in dem auch der Graf wohnt, führt zu turbulenten Szenen. Mit einem Esprit, der an Ernst Lubitsch anknüpft, und vielen originellen visuellen Einfällen entstand einer der komischsten Filme des österreichischen Regisseurs Max Neufeld.
22.30 Uhr - Arkadenhof
Schweden 1922; Regie: Victor Sjöström; Drehbuch: Victor Sjöström, Hjalmar BergmanKamera: Julius JaenzonBauten: Axel Esbensen, Alexander Bakó; Darsteller: Jenny Hasselquist, Ivan Hedqvist, Tore Svennberg, Gösta Ekman, Knut Lindroth, Waldemar Wohlström, Nils Asther, Paul Seeling, Nils Lundell, Tyra Dörum, Bror Berger, Lars Egge, Edvin Adolphson, Nils Jacobsson, Olof Ås, Torsten Bergström, Edvin Adolphson, Julia Cæsar, Emil Fjellström, Artur Rolén; Produktion: Svensk Filmindustri; Premiere: 1.1.1922; Farbe: schwarzweiß; Länge: 1.787 Meter, 89 Min. (18 B/s); Zwischentitel: schwedisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)
Der vorletzte Film Sjöströms vor seinem Gang nach Hollywood erzählt eine düstere Geschichte aus dem Mittelalter: Ursula darf nicht den Mann heiraten, den sie liebt, sondern muß eine Ehe mit einem deutlich älteren Bildhauer eingehen. Sie entwickelt den Plan, ihren Ehemann zu vergiften. Mit prächtigen Dekors, einer ausgefeilten Lichtsetzung und beeindruckender Kameraarbeit setzt Sjöström sein Drama um Schuld, Sühne und Vergebung um, das mit sparsamen Zwischentiteln rein visuell erzählt wird.
Samstag, 23. August 2008
21.00 Uhr - Arkadenhof
Deutschland 1928; Regie: Gennaro Righelli; Drehbuch: Curt J. Braun, Walter Jonas nach dem Roman "Le Rouge et le noir" ("Rot und Schwarz") von Stendhal; Kamera: Friedrich Weinmann; Darsteller: Iwan Mosjukin, Lil Dagover, José Davert, Jean Dax, Agnes Petersen, Félix de Pomés, Hubert von Meyerinck, Dillo Lombardi, Valeria Blanka; Produktion: Greenbaum Film, Berlin / Terra-Film, Berlin; Premiere: 25.10.1928 (Berlin); Farbe: mehrfarbig viragiert; Länge: 1.790 Meter, 65 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: französisch mit deutscher Übersetzung; Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)
Mosjukin war unbestrittener Star aufwendiger Produktionen wie CASANOVA oder DER KURIER DES ZAREN. In Righellis sehr freier Adaption von Stendhals Roman "Rot und Schwarz" spielt er den Provinzler Julien Sorel, der 1830 nach Paris kommt, um dort Karriere zu machen und die Tochter eines Marquis zu heiraten. Seine Vergangenheit holt ihn jedoch ein. Der Ausstattungsfilm hat sich nur in einer gekürzten französischen Fassung erhalten, die ein sehr modern anmutendes, rasches Erzähltempo aufweist.
22.30 Uhr - Arkadenhof
GB 1928; Regie: Miles Mander; Drehbuch: Miles Mander, Alma Reville, nach Manders Theaterstück "Common People" und seinem Roman "Oasis"; Kamera: Walter Blakeley; Ausstattung: Wilfred Arnold; Darsteller: Madeleine Carroll, Miles Mander, John Loder, Margot Armand, Ella Atherton, Ivo Dawson, Margaret Roach, John St. John, Naomi Jacob, Bernard Vaughan, Walter Wichelow, Beryl Egerton, Theodore Mander; Produktion: Mander Production Syndicate für Gainsborough Pictures; Premiere: Oktober 1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.114 Meter, 84 Minuten (22 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)
Alma Reville, die Ehefrau und engste Mitarbeiterin von Alfred Hitchcock, begann ihre Karriere als Cutterin und Drehbuchautorin. Das Drehbuch zu dem spannenden Ehedrama DAS WUNSCHKIND schrieb sie zusammen mit Miles Mander, einem populären englischen Schauspieler, der auch die männliche Hauptrolle spielt und Regie führt. Es geht um eine Ehefrau, die ihren Mann liebt, obwohl er sie dauernd betrügt. Als er sie verläßt, schmiedet sie den Plan, ihn mit einem Wunschkind zurückzuholen.
Sonntag, 24. August 2008
15.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn
Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.
Der Maler und Grafiker Walter Ruttmann entdeckte den Film 1920 und schuf die ersten abstrakten Zeichentrickfilme der Welt. Populär waren seine phantasievollen Werbefilme, die heute weitgehend vergessen sind. Als der Tonfilm aufkam, experimentierte Ruttmann sofort mit dem neuen Medium, stellte einen "Tonfilm ohne Bild" her und den Vorläufer des Musikvideos. Das Filmmuseum München bereitet eine DVD mit den Werken von Ruttmann vor, über deren Restaurierungen Stefan Drößler sprechen wird.
17.00 Uhr - Rheinisches LandesMuseum Bonn
Deutschland 1927; Regie: Walter Ruttmann; Drehbuch: Karl Freund, Carl Mayer, Walter Ruttmann; Kamera: Robert Baberske, Reimar Kuntze, Lázsló Schäffer, Karl Freund; Bauten: Erich Kettelhut; Schnitt: Walter Ruttmann; Produktion: Deutsche Vereins-Film, Les Productions Fox Europa; Premiere: 23.09.1927 (Berlin, Tauentzien-Palast); Farbe: schwarzweiß; Länge: 65 Minuten; Musik: Edmund Meisel (Orchestereinspielung)
Die Veranstaltungen im Rheinischen Landesmuseum sind kostenpflichtig. Sie können für diese Veranstaltung online Karten reservieren.
Mit versteckter Kamera filmte Ruttmann in den Straßen von Berlin, um die Aufnahmen zum Tagesablauf einer Großstadt zu montieren. Edmund Meisel schrieb dazu eine legendäre Filmmusik, von der sich nur ein Klavierauszug erhalten hat. Im Herbst 2007 wurde die rekonstruierte Musik erstmals wieder in der Originalbesetzung mit 75 Musikern aufgeführt. Der Film wurde umkopiert und vom Filmmuseum München digital überarbeitet. Zur Aufführung gelangt diese neue Fassung in einer digitalen Projektion.
21.00 Uhr - Arkadenhof
D/GB 1929; Regie: Richard Eichberg; Drehbuch: Adolf Lantz, Helen Gosewisch, nach der Novelle "Schmutziges Geld" von Karl Vollmöller; Kamera: Heinrich Gärtner, Bruno Mondi; Darsteller: Anna May Wong, Heinrich George, Mary Kid, Hans Adalbert Schlettow, Paul Hörbiger, Julius E. Herrmann; Produktion: Eichberg Film, Berlin / British International Pictures, London; Premiere: 21.8.1928; Farbe: schwarzweiß; Länge: 2.696 Meter, 98 Minuten (24 B/s); Zwischentitel: englisch; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)
Richard Eichberg war über ein Vierteljahrhundert einer der erfolgreichsten Regisseure des deutschsprachigen Unterhaltungskinos, der von der Kritik aber selten ernst genommen wurde. Dabei schuf er einige faszinierende Filme wie das Melodram SONG, die sich durch eindrückliche Bildgestaltung, sorgfältige Ausstattung und großartige Schauspielerleistungen auszeichnen. Er verpflichtete Hollywood-Star Anna May Wong als Malayenmädchen Song, das einem von Heinrich George gespielten Matrosen verfällt.
Frankreich 1924; Regie: Claude Autant-Lara; Drehbuch: Claude Autant-Lara; Kamera: Henri Barreyre; Darsteller: Paul Barthet, Louise Lara, Antonin Artaud; Produktion: Cinégraphic; Premiere: Dezember 1924; Farbe: schwarzweiß; Länge: 432 Meter, 19 Minuten (20 B/s); Zwischentitel: keine; Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)
Ein Klassiker des französischen Avantgardefilms. Er erzählt eine Dreiecksgeschichte, die der Zeitungsrubrik "Vermischte Meldungen" entnommen sein könnte. Autant-Lara verwendet Stilmittel wie Doppel- und Dreifachbelichtungen, Schrägeinstellungen, extreme Großaufnahmen, Zeitlupe, mehrfache Wiederholungen derselben Handlung sowie Zeitsprünge. Für die Rolle von Monsieur II verpflichtete er den jungen Schriftsteller Antonin Artaud, der mit diesem Film eine Karriere als Schauspieler startete.
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Im Kino in der Brotfabrik: DER GROSSE DIKTATOR
»Chaplins erster Film, der von allen Möglichkeiten des Tons Gebrauch machte, ist eine beißende Satire auf Hitler und Nazideutschland. Chaplin spielt eine Doppelrolle als Hynkel, der Diktator von Tomania - eine brillante Karrikatur Hitlers-, und als der jüdische Friseur, der noch starke Züge des Tramps trägt.« (rororo-Filmlexikon)
Aufführungen: Fr 29.8. und Sa 30.8. um 19.00 Uhr, Brotfabrik [Reservierung]
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Alle Aufführungen im Arkadenhof der Universität werden durch renommierte Stummfilmmusiker live begleitet. Lernen Sie hier die Musiker kennen, die bei den Internationalen Stummfilmtagen spielen.
Foto: Gilles Soubeyrand
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