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ZAPATAS BANDE
Deutschland 1914  - Regie Urban Gad  - Drehbuch Urban Gad  - Kamera Axel Graatjær Karl Freund Darsteller Asta Nielsen Fred Immler Senta Eichstaedt Adele Reuter-Eichberg Mar y Scheller Hans Lanser-Ludolff Carl Dibbern Max Agerty Ernst Körner Erich Harden  - Produktion Projektions-AG Union  - Premiere 27.2.1914 (Berlin)  - Archiv Filmmuseum München  - Farbe schwarzweiß - 737 m, 36 min., 18 B/s


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Ein Filmteam fährt nach Italien, um dort einen Film über eine Räuberbande zu drehen. Bei den Dreharbeiten werden den Filmleuten die Kleider geraubt, so daß die Dorfbevölkerung die Schauspieler in den Kostümen für die echten Räuber hält. Asta Nielsen brilliert in diesem 'Filmscherz' als Räuberhauptmann, dem sich eine Tochter aus gutem Haus an den Hals wirft und der sich deren Nachstellungen kaum erwehren kann. Der Film ist auch eine ironische Selbstreflektion über das Kino und das Filmemachen: Fiktion und Realität geraten schon zu Beginn durcheinander, wenn die Schauspieler bei den Dreharbeiten versehentlich eine echte Kutsche überfallen.

"Einen großen Heiterkeitserfolg trug wieder unsere altberühmte Kinodiva Asta Nielsen in dem neuen Lustspiel ZAPATAS BANDE davon. Der Kern der Handlung ist kurz folgender: Eine Filmfabrik schickt ihre Truppe nach dem sonnigen Italien, um dort ein Zigeunerdrama möglichst milieugerecht aufzunehmen. Zu gleicher Zeit haust aber in der betreffenden Gegend eine wirkliche Räuberbande, nach der die Polizei bisher vergeblich gefahndet hat. Während die Kinoschauspieler eifrig flimmern, benutzen die schlauen Banditen die günstige Gelegenheit, um sich in deren abgelegten Zivilkostümen über die Grenze in Sicherheit zu bringen. Die unglücklichen Mimen werden nun natürlich für die wirklichen Räuber gehalten und sollen für deren Sünden büßen, werden aber durch das Eingreifen des Gesandten ihres Landes noch rechtzeitig vor Kerker und Galgen gerettet ... Asta Nielsen als Stern der Truppe kann in dieser Rolle wieder einmal ihrem kecken Humor so recht die Zügel schießen lassen und ihre Vielseitigkeit und Gewandtheit beweisen."
Der Kinematograph, 11.3.1914

"Die Travestie ermöglicht es, all die kleinen und großen Verbote, die für das weibliche Geschlecht gelten, zu übertreten und auszuspielen. Alles ist in Andeutung in diese Filmen enthalten und erlaubt ­ und bleibt doch immer im 'normalen' Rahmen: Die Liebe der Frau wird von der als Mann verkleideten Frau in ZAPATAS BANDE nicht erwidert. Die Anpassung an die herrschende Norm wird auch in diesen Filmen immer vollzogen."
Ute Schneider, in: CineGraph ­ Lexikon zum deutschsprachigen Film; München 1984 ff


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