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WUNDER DER SCHÖPFUNG
Deutschland 1925  - Regie: Hanns Walter Kornblum, Johannes Meyer, Rudolf Biebrach  - Drehbuch: Hanns Walter Kornblum, Ernst Krieger  - Kamera: Hermann Boehlen, Otto von Bothmer, Max Rinck, Wera Cleve, Bodo Kuntze, Friedrich Paulmann, Hans Scholz, Ewald-Matthias Schuhmacher, Friedrich Weinmann  - Darsteller: Margarete Schön, Theodor Loos, Paul Bildt, Margarethe Schlegel, Oscar Marion, Willy Kaiser-Heyl  - Produktion: Colonna-Film GmbH, Ufa-Kulturfilm-Abteilung  - Premiere 14.9.1925 (Berlin)  - Archiv Filmmuseum München  - Farbe: mehrfarbig viragiert und getont - 1.714 m, 75 min., 20 B/s


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Ein ungemein aufwendiger Ufa-Kulturfilm, der das gesamte damalige Wissen der Menschheit über die Erde und über das Weltall darzustellen versucht. 15 Spezialeffekt-Experten und neun Kameramänner arbeiteten an dem Film, der dokumentarische Szenen und historische Dokumente, Spielszenen und Animationssequenzen, Abenteuerfilm- und Science-Fiction-Elemente miteinander verbindet und sehr effektvolle Einfärbungen aufweist. Einige Bilder von einem Raumschiff, das zu den Planeten des Universums aufbricht, wirken wie direkte Vorbilder für Stanley Kubricks 2001: A SPACE ODYSSEY.

"WUNDER DER SCHÖPFUNG stellt die größte Leistung innerhalb der Ufa-Kulturfilme der 20er Jahre dar. Hanns Walter Kornblum war damals schon so etwas wie ein Veteran des Genres: 1922 hatte Colonna-Film seinen ­ verlorenen ­ Kulturfilm über Einsteins Relativitätstheorie produziert. Die Ufa ermöglichte es Kornblum nun, die Hauptthemen dieses Films mit größeren Mitteln weiterzuentwickeln. Die Handlung des Films, der weder Starrollen noch Protagonisten aufweist, besteht aus sorgfältig strukturierten und geschickt dargestellten Einzelszenen ­ ein kunstvolles Mosaik kleiner Vignetten, die eigenverantwortlich von vier verschiedenen Regisseuren gedreht wurden. Nicht weniger als vier renommierte Universitätsprofessoren sorgten dafür, daß der wissenschaftliche und historische Rahmen der dargestellten Ereignisse abgesichert war. Das Symbol des Films für Fortschritt und für den Beginn einer neuen wissenschaftlichen Ära ist ein Raumschiff, das die Milchstraße durchquert und uns unterwegs mit sämtlichen Planeten und ihren jeweiligen Besonderheiten vertraut macht. Die pädagogischen Bestrebungen des Films verlieren sich jedoch im weiteren Verlauf zugunsten einer fast humorvollen Haltung: Der Weltuntergang wird als eine neue, unwiderlegbare wissenschaftliche Gewißheit dargestellt und beschert uns detailfreudige apokalyptische Szenen vom Ende der Menschheit. Uns heutigen Zuschauern demonstriert dieser verblüffende Film auf anschauliche Weise, wie man sich in den 20er Jahren das Universum vorgestellt und wie man diese Vorstellung einem zeitgenössischen Publikum vermittelt hat."

Juha Kindberg, in: Wunder der Schöpfung; Helsinki 2002


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