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wir schalten um auf hollywood |
USA 1931
Regie: Frank Reicher
Drehbuch: Paul Morgan
Kamera: John Arnold, Irving Ries
Darsteller: Paul Morgan, Egon von Jordan, Heinrich George, Dita Parlo, Nora Gregor, Buster Keaton, Ramon Novarro, Adolphe Menjou, Joan Crawford, John Gilbert, Wallace Beery, Norma Shearer, Oscar Straus, Sergej Eisenstein, Dodge Sisters, Albertina-Rasch-Ballett
Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer
Premiere: 10.6.1931
Archiv: Filmmuseum München
Farbe: schwarzweiß
Länge: 2.002 Meter, 73 Minuten
Sprachfassung: deutsch
Eine amerikanische Produktion für den deutschen Markt, gedreht in den MGM-Studios in Culver City und auf deren Freigelände. Eine Starparade mit einigen Farbteilen in Technicolor und ein paar zusätzlichen Szenen aus THE HOLLYWOOD REVUE OF 1929. Durch den Film führt der (1938 von den Nazis ermordete) Wiener Kabarettist Paul Morgan in Gestalt eines für einen imaginären Radiosender arbeitenden Reporters. Ein ungezwungener Spaziergang durch Hollywood mit den Augen eines Europäers. Die Faszination für das neue Medium Tonfilm wird spürbar, wenn plötzlich sogar Joan Crawford und Buster Keaton sich an der deutschen Sprache versuchen ...
Paul Morgan kommt als Erfinder des ersten akustisch-optischen, drahtlosen Taschensenders nach Hollywood, um damit von hier eine Reportage nach Europa zu senden. Da er kein Wort Englisch spricht, ist er froh, die Bekanntschaft des Großherzogs Karl Peter Friedrich zu Weidlingau-Hadersbach zu machen, der bei Metro-Goldwyn-Mayer Statist ist. Er wird dessen ständiger Begleiter. So interviewen beide verschiedene Prominente und belauschen einige Größen bei ihrer Arbeit in Culver City. Mit Nora Gregor und Adolphe Menjou spielt Morgan einen Sketch, tummelt sich auf dem Freigelände der Produktionsgesellschaft, hat als Wildwestler eine Begegnung mit sonderbaren Indianern und lernt Oscar Straus kennen. Er erlebt eine Filmpremiere mit, und bei einem Durcheinander auf dem Galaabend geschieht es, daß durch Buster Keaton der drahtlose Sender unbrauchbar wird. Die Übertragung ist beendet.
Karlheinz Wendtland: Geliebter Kintopp 1929-1945; Berlin 1989
Heinrich George erscheint als wandelndes Monument der Anti-Prohibition. Oscar Straus dokumentiert ohrenfällig, daß seine charmanteste Schöpfung der Walzertraum ist. Und von Joan Crawford bekommt es Morgan endlich zu hören, daß er 'eine schöne deutsche Mann' ist. Das alles ist ganz reizend gemacht. Mit einer liebenswerten Unbefangenheit, die Firmenreklame, Sketch-Lockerheit, und den unvergänglichen Zauber des Blicks hinter die Kulissen miteinander mengt. Knallfarben und laufendes Girlband - eine prachtvolle Parodie, die beim Publikum sofort Heiterkeit auslöst.
Filmkurier, 11.6.1931