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Die Anfänge des Tonfilms in Deutschland
Ein Vortrag von Stefan Drößler mit Filmbeispielen

Programm: Bonn 2006 Druckversion Festival-Archiv

Vortrag von Stefan Drlößler mit Ausschnitten aus:

SUNRISE - Friedrich Wilhelm Murnau, 1927

THE BIG PARADE - King Vidor, 1925

DIE TÖNENDE HANDSCHRIFT - Rudolf Pfenninger, 1932

BLACKMAIL - Alfred Hitchcock, 1929

ATLANTIC - Edward André Dupont, 1929

HALLELUJAH - King Vidor, 1929

DER BLAUE ENGEL - Josef von Sternberg, 1930

THE BLUE ANGEL - Josef von Sternberg, 1930

DIE PRIVATSEKRETÄRIN - Wilhelm Thiele, 1930

SUNSHINE SUSIE - Victor Saville, 1931

THE CLERK - Ernst Lubitsch, 1932

Was macht einen Tonfilm aus? Was bedeutete die Einführung des Tonfilms für die Exportfähigkeit von Filmen? Wie liefen die ersten amerikanischen Tonfilme in deutschen Kinos? Welches war der erste deutsche Tonfilm? Wie entstand das Konzept von Mehrsprachenversionen? Stefan Drößler geht insbesondere auf die Jahre des Übergangs ein, als Amerika schon auf den Tonfilm umgestellt hatte und es in Europa nur Stummfilmkinos gab.

Schon sehr früh hat man in den ersten Filmvorführungen versucht, Filme zu vertonen, mit Live-Darbietungen wie kommentierenden Kinoerzählern oder mit Musikbegleitungen. Wegweisender waren da die Versuche mit mechanischen Musik-Wiedergabegeräten: Der Ton kam von der Schallplatte. Der erste Spielfilm der Filmgeschichte, bei dem der Ton in Form einer Lichttonspur auf dem Filmstreifen angebracht war und der deshalb als der erste Tonfilm im Sinne des heute noch verwendeten Tonfilmprinzips gilt, war ein heute als großer Stummfilmklassiker bekanntes Werk: SUNRISE von Friedrich Wilhelm Murnau. Zu Beginn des Tonfilms ging es weniger um Dialoge als um den Ersatz der Live-Musikaufführungen im Kino bzw. der Live-Vaudeville-Darbietungen im Vorprogramm der Kinos. Ein Film mit Tonspur hatte weitreichende technische Auswirkungen: Die Kadrage der Filme änderte sich, die Vorführgeschwindigkeit mußte festgelegt werden, und es gab das Problem, daß zunächst nur in den amerikanischen Großstädten Tonfilmkinos existierten und man deshalb parallel eine Stummfilmversion drehen mußte. Die Lichttonspur, die Umwandlung von Tönen in eine graphische Darstellung auf dem Filmstreifen, lud aber auch Zeichner ein, sich dem Film zu widmen: Rudolf Pfenninger versuchte, auf der Lichttonspur synthetische Töne herzustellen, Oskar Fischinger synchronisierte gezeichnete Bilder in bisher noch nicht gekannter Form mit Musik. Da man bei der Aufzeichnung von Tonaufnahmen noch nicht mit Magnetbändern arbeitete und somit Tonschnitte und Tonmontagen noch nicht herzustellen waren, lieferten die ersten Versuche der nachträglichen Tonaufnahme so klägliche Ergebnisse, daß man ausschließlich mit Live-Ton drehen mußte. All die Wirrnisse, Kuriositäten und Fehlentwicklungen des frühen Tonfilms werden in anschaulichen Beispielen vorgeführt.

Stefan Drößler




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