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vom reiche der sechs punkte |
Deutschland 1927
Regie: Hugo Rütters
Drehbuch: Hugo Rütters, Robert Wirtz, Hubert Horbach
Darsteller: Herr Metzler, Lotte Kleinschmidt, Laiendarsteller
Produktion: Neuland-Kinematographie GmbH, Köln
Premiere: 13.12.1927 (Düren)
Format: Beta Digital
Länge: 100 Minuten
Farbe: mehrfarbig viragiert
Zwischentitel: deutsch
Musikalische Begleitung: Joachim Bärenz
Ein in Köln, Düren und Neuwied gedrehter Dokumentarfilm mit Spielhandlung über einen Stahlarbeiter, der sein Augenlicht verliert, sich mit seinem Schicksal als Blinder abfinden muß. In einer Blindenanstalt erlernt er ein neues Leben. VOM REICHE DER SECHS PUNKTE ist eine ungewöhnliche Produktion, die abseits der großen Filmzentren in Berlin und München entstand und die mit Szenen aufwartet, die in ihrer Wahrhaftigkeit auch heute noch berühren.
Vom Reiche der sechs Punkte - der Film vermittelt uns wirklich eine Ahnung von jenem Reiche, in dem Finsternis als Herrscherin regiert; viele Wege führen zu diesem Reiche hin, aber selten nur findet ein Glücklicher wieder den Ausweg ans Tageslicht. Es soll im Film gezeigt werden, wie die Menschenkinder, große und kleine, in die Gewalt jener Herrscherin Finsternis gelangen, wie aber auch selbst in diesem Reiche das Leben noch lebenswert ist und viele Stunden des Glücks und der Zufriedenheit zu spenden vermag. Ganz besonders erfreulich wirken im Film die Szenen, die die Blinden inmitten der Natur zeigen. Mädchen führen sehr exakte Reigen, und Jungens springen - man sollte es nicht glauben - so sicher und kühn in das Wasser der Rurbadeanstalt wie die geschicktesten Schwimmer. Ein ganz außerordentliches Erlebnis bedeutet den Blinden ein Ausflug in die Eifelberge. Die Burg (Nideggen) wird besucht, und eine Rundfahrt auf dem Urftsee beschließt den ereignisreichen Tag.
Dürener Volkszeitung, 14.12.1927
In vorzüglichen Bildern werden frohes Spiel und ernste Arbeit des blinden Kindes und des blinden Mannes gezeigt. Die Ursachen des Leidens werden an vielen toten Augen erläutert. Die Schönheiten unserer nahen Eifel und die Architektur und Gärten der Anstalt geben Szenerien voll Anmut und Leben. Von den Darstellern, unter denen man verschiedene in Düren bekannte Gesichter findet, ist nur Frl. Kleinschmidt aus Köln (im Film Luise Körner) Berufsschauspielerin. Der Techniker Krüger wurde durch Herrn Metzler, einen Blinden, schlicht und lebenswahr dargestellt. Zweifellos wird man den Film wegen seines belehrenden Charakters den besten Erzeugnissen dieses Gebietes an die Seite stellen müssen.
Neue Zeit, 15.12.1927