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| UNDERGROUND | |
| DER SCHREI AUS DEM TUNNEL | |
| Großbritannien 1928 - Regie: Anthony Asquith - Drehbuch: Anthony Asquith - Kamera: Stanley Rodwell - Beleuchtung: Karl Fischer - Darsteller: Elissa Landi, Brian Aherne, Cyril McLaglen, Norah Baring - Produktion: British Instructional Films - Produzent: H. Bruce Woolfe - Premiere: Juli 1928 - Archiv: British Film Institute, London - Farbe: schwarzweiß - mit englischen Zwischentiteln - Länge: 2.237 m, 98 min. bei 20 B/s | |
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British Instructional war von dem Erfolg von Anthony Asquiths erstem Film SHOOTING STARS so angetan, daß sie seinen Lohn auf £4 pro Woche anhoben und ihn baten, in den nächsten zwölf Monaten drei Filme für sie zu drehen. Der erste dieser Filme war DER SCHREI AUS DEM TUNNEL, der wiederum auf einer Originalgeschichte von Asquith basierte. Er schrieb das Drehbuch und führte in völliger Autonomie Regie. Die Geschichte war einfach. Sie erzählt von Bills Liebe zu Nell, einem kleinen Ladenmädchen, und von Bert, einem U-Bahn-Schaffner. "Als ich Stummfilme drehte", erinnerte sich Asquith, "habe ich manchmal mit meinen Darstellern gesprochen, während sie spielten. In meinem zweiten Film, DER SCHREI AUS DEM TUNNEL, hatte ich eine wunderbare Schauspielerin, Norah Baring, die Berts Freundin spielte und irgendwie etwas von einem Modigliani hatte. Sie mußte eine Szene spielen, in der sie eine sehr schlechte Nachricht erhält und wir kamen überein, daß man, wenn man eine schlechte Nachricht erhält, das zunächst gar nicht richtig begreift. Wir überlegten uns also ein paar ganz gewöhnliche Sachen, die sie tun sollte. Sie räumt also ganz sorgfältig ihr Nähzeug weg, richtet die Vorhänge und kümmert sich um die Blumen. Als sie sich umdreht, stößt sie gegen eine Kleiderpuppe, die anfängt zu schaukeln. Sie stößt die Puppe nochmal an und es kommt der Zwischentitel "Komisch." Dann kommt eine Großaufnahme und wir sehen, wie sie endlich zu sich kommt und hysterisch hinausrennt." Die Reaktion der Presse auf DER SCHREI IM TUNNEL war nicht so gut wie die auf seinen ersten Film. Man fand, er beschäftige sich zu sehr mit außergewöhnlichen Effekten und vernachlässige den sanften Humor, der seinen ersten Film ausgezeichnet hatte. Aber der Großteil der Presse zollte ihm uneingeschränktes Lob und pries seine Geschicklichkeit, die beeindruckenden Effekte und die neuartige Technik. Asquith fiel auf, weil es zu dieser Zeit nur einen anderen Regisseur gab, der vielversprechend war: der ein paar Jahre ältere Alfred Hitchcock. Dessen Film DER MIETER war zur selben Zeit herausgekommen, wie Asquiths SHOOTING STARS und von Presse und Publikum enthusiastisch gefeiert worden. Sein nächster Film DER RING kam zur selben Zeit heraus wie DER SCHREI AUS DEM TUNNEL und ihre Karrieren verliefen noch ein paar Jahre lang parallel. Doch anders als der extrem bescheidene und publicityscheue Asquith war sich Hitchcock seines Wertes sehr wohl bewußt und stand mehr im Rampenlicht. (R.J. Minney: Puffin Asquith; Leslie Frewin Publishers Ltd., London 1973) Zur englischen Originalfassung des Textes |
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DER SCHREI AUS DEM TUNNEL entstand zu einer Zeit, als Filme über das Leben der niederen Klassen gewöhnlich Komödien waren und das Kinopublikum am liebsten Dramen aus der Oberschicht sah. Es ist schon ironisch, daß ein Film, der als einer der ersten britischen Filme einen Beleuchtungsexperten, den Deutschen Karl Fischer, beschäftigte, Teile des Publikums nicht nur wegen der "verzerrten" Einstellungen, sondern auch wegen seines "düsteren" Lichts verärgerte. Das Durchschnittspublikum fühlte sich angesichts der Anklänge an die russische und deutsche Schule unwohl. (Rachel Low: The history of the British film, 1918-1929; Allen & Unwin, London 1971) Zur ausführlicheren englischen Originalfassung des Textes |
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Der Film zeigt eine Seite des Lebens, die neu ist auf der Leinwand. Sämtliche Darsteller sind ausgezeichnet und typengerecht und mit derselben intelligenten Sorgfalt ausgewählt wie die gesamte Ausstattung des Films. Der Gesamteindruck entspricht dem eines in Szene gesetzten Stücks wahren Lebens, anstatt nur eine fürs Kino zurechtgebogene Geschichte zu sein. Viele sehr gute und attraktive Einstellungen gibt es von U-Bahn-Schächten, Aufzügen und in U-Bahnen. Dies ist ein lohnender Film von einem vielversprechenden, wenn nicht gar herausragenden jungen Regisseur aus der boomenden britischen Filmindustrie. Ein Film, der um ein Vielfaches besser ist als der Durchschnitt, unter anderem, weil er nie versucht, Hollywood zu imitieren. Der Film wird bei uns einen verdienten Erfolg haben und birgt als ein Werk, das anders, dabei aber nicht schwierig ist, auch ein echtes Potential für den amerikanischen Markt. (Variety, 22.8.1928) |
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Wer lange nicht in London gewesen ist, kann sein Gedächtnis mit Hilfe dieses Films auffrischen. Der Originaltitel bezieht sich auf die Londoner U-Bahn und nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, auf Gangster oder die Unterwelt. Asquith hat hier gut getroffene Typen, deren Lebensweise er auf ganz besonders interessante und wahrhaftige Art darstellt. Trotz der melodramatischen Wendung in der Geschichte hat er viele Szenen mit ausgeprägter Originalität gefilmt. (Mordaunt Hall, in: The New York Times, 26.2.1929) |
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Bert, an electrician at Lot's Road power house, and Bill, an Underground porter, both fall in love with Nell, a shop girl. Bill wins her love and Bert plans revenge. He gets Kate, his mistress, to pretend that Bill has assaulted her, but Nell does not believe this, goes to see Kate and persuades her to confess the truth. As a result, Bert abandons her. Kate seeks out Bill, confesses her lie and in her anger and unhappiness demands that he take her to the power house, where she hopes to persuade Bert to come back to her. Bill takes her there, and leaves her alone with Bert. After a quarrel, Bert kills Kate and escapes into the Underground tunnel. A chase follows, Bert is eventually trapped by Bill in an Underground lift and Bill and Nell are happily united. Excerpt 'Puffin Asquith' by R.J. Minney. |
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