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der TRamp (THE TRAMP) |
USA 1915
Regie: Charles Chaplin
Drehbuch: Charles Chaplin
Kamera: Harry Ensign
Darsteller: Charles Chaplin, Edna Purviance, Fred Goodwins, Lloyd Bacon, Paddy McGuire, Billy Armstrong, Leo White, Ernest Van Pelt, Bud Jamison
Produktion: The Essanay Film Manufacturing Company,Chicago
Format: 35 mm
Premiere: 11.4.1915
Länge: 561 Meter, 31 Minuten (16 Bilder/sec)
Farbe: schwarzweiß
Zwischentitel: englisch
Musikalische Begleitung: SchlagEnsemble H/F/M
Charlie Chaplin in einem seiner stilprägenden frühen Kurzfilme, in dem die Figur des Tramp zum ersten Mal vollständig entwickelt ist. Die Handlung ist nicht mehr nur eine Aneinanderreihung von Gags ohne durchgearbeitete Dramaturgie. Zum ersten Mal verwandte Chaplin viel Zeit auf die Dreharbeiten, die drei Wochen lang dauerten. Manche Szenen wurden bis zu 50 Mal wiederholt, bis das Timing paßte - eine Arbeitsweise, die Chaplin in seinen weiteren Filmen noch ausbauen sollte.
In den Essanay-Filmen entwickelt Chaplin die Figur des "Tramp", dem er Züge von Aufsässigkeit und eine ganze Menge Pathos verleiht. Der Tramp fordert die Autorität heraus und schafft es schlußendlich doch nie, das Mädchen für sich zu gewinnen. Im Gegensatz zu den frühen Keystone-Produktionen, die immer nur einen Handlungsstrang kannten, hat Chaplin hier die Freiheit, über die Standard-Verfolgungsjagden der Slapstick-Komödien hinauszugehen.
John Nesbit, www.culturedose.net
Allgemein wird der am 11. April 1915 uraufgeführte Kurzfilm DER TRAMP als erster Chaplin-Klassiker angesehen. Er bleibt einer seiner wichtigsten Filme, in ihm finden wir zum ersten Mal eine Ahnung von dem Pathos, das in vielen seiner späteren Filme so bezeichnend werden sollte. Und die Komödie läuft auf ein trauriges Ende hinaus, was es bis dahin so noch nie gegeben hatte.
Im Film spielt Chaplin den Tramp, der ein Mädchen vor den Nachstellungen einer Diebes-Bande rettet. Zur Belohnung darf er auf der Farm ihres Vaters arbeiten. Als die Gauner dann wiederauftauchen, schlägt Chaplin sie in die Flucht, wobei ihm ins Bein geschossen wird. Er läßt sich von der Tochter des Farmers pflegen und ist glücklich, bis der Liebhaber der Farmerstochter erscheint. Enttäuscht verfaßt er einen Abschiedsbrief, packt sein kleines Bündel und zieht davon. In einer Kreisblende sehen wir ihn von hinten, wie er sich niedergeschlagen von der Kamera entfernt. Doch plötzlich hält er inne, zuckt die Achseln, schlägt die Absätze seiner Schuhe zusammen und schlendert munter dem Horizont entgegen, während die Kreisblende sich zuzieht. Dieses Ende sollte Chaplin in seinen weiteren Filmen noch häufig variieren.
Theodore Huff: Charlie Chaplin; London 1952