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Der Dieb von Bagdad (The Thief of Bagdad)

Programm: Bonn 2006 Druckversion Festival-Archiv

USA 1924

Regie: Raoul Walsh

Drehbuch: Douglas Fairbanks, Lotta Woods

Kamera: Arthur Edeson

Darsteller: Douglas Fairbanks, Julanne Johnston, Snitz Edwards, Charles Belcher, Anna May Wong, Sadakichi Hartmann

Produktion: Douglas Fairbanks Pictures Corp., Los Angeles

Premiere: 18.3.1924 (New York)

Format: 35mm - Länge: 3.227 Meter, 141 Minuten (20 Bilder/sec)

Farbe: mehrfarbig viragiert

Zwischentitel: englisch

Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel) und Christian Roderburg (Schlagzeug)

Einer der aufwendigsten Fantasy-Filme der Stummfilmzeit erzählt das Märchen vom Prinzen, der drei scheinbar unlösbare Prüfungen besten muß, bevor er die Hand der schönen Prinzessin erhalten kann. Auch heute noch beeindruckende Bauten, auf­wendige Kostüme und furiose Special Effects zeichnen diesen zeitlosen Filmklassiker aus, der in einer wunderschönen eingefärbten Filmkopie vorliegt und mit einer neuen Musikbegleitung von Joachim Bärenz und Christian Roderburg aufgeführt wird.

Besprechungen

Stellen Sie sich eine clevere Satire der "1001 Nächte" vor, prächtig fotografiert, und Sie bekommen eine Vorstellung von Douglas Fairbanks? neuem Film der dieb von bagdad, der gestern abend im Liberty Theatre einem Publikum gezeigt wurde, das man eher bei einer Operngala erwartet hätte. Man hatte alles getan, um das Filmtheater in eine durchgehend orientalische Atmosphäre zu tauchen, einschließlich Tamtams, orientalischen Gesängen, Weihrauchschwaden, Parfums aus Bagdad, fliegenden Teppichen und Platzanweisern in arabischen Kostümen, die während der Pause den tapferen Versuch unternahmen, den Damen im Zuschauerraum türkischen Kaffee zu kredenzen.

Der Film weckt Erinnerungen an James Matthew Barrie, Rudyard Kipling und Hans Andersen, und während man die Großtaten der Kamera bewundert, die Dekors und Kostüme - ein Fest für die Augen -, vergißt man für einen Augenblick das Stimmengewirr und die Lichter des Broadway um sich herum und wird wieder, so man es will, zum Kinde.

The New York Times, 19.3.1924

Bei aller erzählerischer Brillanz scheint jedoch ein Schauwert die Hauptattraktion des Films zu bleiben: nicht etwa die superben Bauten des Filmarchitekten William Cameron Menzies oder die exotischen "Sklavenmädchen", sondern Fairbanks selbst, der seine Physis gekonnt zu inszenieren weiß. Der drahtige Star nutzt jede Gelegenheit, um die seiden glänzenden Muskeln seines durchtrainierten Oberkörpers spielen zu lassen. Die Mischung aus maskulinem Sex-Appeal und schelmischem Charme machte Fairbanks zum Superstar der Stummfilmzeit und später zur Pop-Ikone des 20. Jahrhunderts.

David Gaertner, www.critic.de




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