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die strasse ohne ende (KAGIRINAKI HODO)

Programm: Bonn 2006 Druckversion Festival-Archiv

Japan 1934

Regie: Mikio Naruse

Drehbuch: Jitsuzo Ikeda

Kamera: Suketaro Inokai

Darsteller: Setsuko Shinobu, Akio Isono, Hikaru Yamanouchi, Nobuko Wakaba, Fumiko Katsuragi, Shinichi Tanaka, Chiyoko Katori, Ichiro Yuki, Yukiko Inoue

Produktion: Shochiku Kinema, Tokio

Premiere: 26.4.1934

Format: 35 mm

Länge: 2.388 Meter, 87 Minuten (24 Bilder/sec)

Farbe: schwarzweiß

Zwischentitel: japanisch mit englischen Untertiteln

Musikalische Begleitung: Günter A. Buchwald

Einer der letzten japanischen Stummfilme erzählt stilistisch vollendet die melodramatische Geschichte einer unerfüllten Liebe im Tokio der 30er Jahre. Porträtiert wird eine selbstbewußte Frau, die ihren eigenen Weg zu gehen lernt und sich von einem Leben im Luxus loszusagen versucht. Mit witzigen Beobachtungen und liebevoll gezeichneten Nebencharakteren schuf Mikio Naruse ein Meisterwerk, das es noch zu entdecken gilt.

Besprechungen

Sugiko ist auf dem Weg zu einem Treffen mit ihrem Freund Harada, als sie von einem Auto angefahren und ins Krankenhaus gebracht wird. Harada, der davon nichts weiß, glaubt, Sugiko habe ihn verraten und kehrt enttäuscht in seine Heimatstadt zurück. Yamauchi, der Fahrer des Wagens, der den Unfall verursacht hat, verliebt sich in Sugiko. Sugiko heiratet Yamauchi, doch stellt sie bald fest, daß sie den bourgeoisen Lebensstil der Familie ihres Mannes nicht erträgt. Sie verläßt ihn und arbeitet wieder als Kellnerin. Yamauchi gelingt es nicht, die Trennung zu überwinden, doch er stirbt und Sugiko beginnt ein neues Leben.

Naruse drehte seine ersten Filme in den frühen dreißiger Jahren noch stumm - zu einer Zeit, als er in Europa oder Nordamerika bereits Tonfilme gedreht hätte. Insgesamt brachte er es auf über zwanzig Stummfilme, trotz seines Wunsches, sich am Tonfilm zu versuchen. Obgleich das Studio Shochiku das erste in Japan war, das 1931 ein eigenes Tonsystem entwickelte (das Tsuchihashi Tonsystem), wurden bis zu seiner Schließung im Jahr 1936 noch parallel Stumm- und Tonfilme hergestellt, sowie zahlreihe hybride "Tonversionen".

Shochiku beschäftigte Naruse offiziell als Regieassistenten und bot ihm keine Möglichkeit, einen richtigen Tonfilm zu drehen. die strasse ohne ende war sein letzter Film für die Shochiku (und sein letzter Stummfilm überhaupt), bevor er zu P.C.L. ging, dem Vorläufer der Toho. Wie in seinen früheren Filmen können wir auch hier wieder den sogenannten "Kamata Modernismus" bewundern, den die Figuren des Films verkörpern - etwa die Heldin, die im Handumdrehen ihren Freund wechselt, oder ihre Freundin, die beschließt, Filmschauspielerin zu werden.

Fumiko Tsuneishi, in: Le Giornate del Cinema Muto Catalogo; Pordenone 2005




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