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STEREO ANAGLYPH TEST |
USA 1921 - Regie: William T. Crespinel - Produktion: William T. Crespinel - Format: 35mm - Länge: 154 Meter, 7 Minuten (20 Bilder/sec) - Farbe: zweifarbig - Zwischentitel: keine -
Um den STEREO ANAGLYPH
TEST dreidimensional sehen
zu können, ist eine anaglyphische 3-D-Brille nötig. Sie kann
für 1,? Euro am Eingang zum Arkadenhof erworben werden.
Musikbegleitung: Joachim Bärenz
Schon zu Beginn des Stummfilms wurde mit 3-D experimentiert, doch es fehlten noch grundlegende technische Voraussetzungen, um zu zufriedenstellenden Ergebnissen zu kommen. Erst mit den ersten Farbfilmexperimenten wurde die Anwendung der in Laterna-Magica-Aufführungen bereits verwandten Anaglyphen-Technik mit rot-grünen Betrachtungsbrillen ermöglicht. Die Stereo-Testfilme sind die frühesten erhaltenen 3-D-Aufnahmen der Filmgeschichte.
Das Prinzip des dreidimensionalen Sehens war schon im 19. Jahrhunderts bekannt: Mit einer Doppelkamera konnten Doppel-Fotos aufgenommen werden, die dann durch spezielle Brillen und Guckkästen so betrachtet werden konnten, daß jedes Auge des Betrachters genau das für es bestimmte Teilbild sehen konnte. Wenn beide Augen gleichzeitig das jeweilige Teilbild sehen, setzt sich im Gehirn ein dreidimensionaler Eindruck zusammen.
Für die Projektion von zwei Bildern auf eine einzige Leinwand wurde schon zu Laterna-Magica-Zeiten das Anaglyphen-System erprobt: Beide Teilbilder wurden in Komplementärfarben getönt und gleichzeitig auf die Leinwand geworfen und von den Betrachtern durch eine Brille mit zwei verschiedenen Farbfiltern für jedes Auge wieder getrennt.
Die Übertragung dieses Prinzips auf Film scheiterte zunächst an technischen Problemen: Bei der gleichzeitigen Projektion von zwei getönten Bildern mit zwei Projektoren auf eine Leinwand, mußte man zwei absolut synchron laufende Projektoren einsetzen. Vor der Erfindung des Farbfilms konnten keine zwei unterschiedlich getönten Filmbilder auf einem Filmstreifen übereinander kopiert werden. Als in den 20er Jahren immer neue Farbsysteme entwickelt wurden, entstanden auch die ersten 3-D-Testfilme in den USA.
William Crespinel war einer der Pioniere des 3-D-Films, der mit dem Anaglyphen-System arbeitete. Seine Testfilme arbeiten mit Schattenrissen und sind sehr effektiv. Doch sie funktionieren nur, wenn man die rot-grüne Brille aufsetzt. Wie die Entwicklung des 3-D-Films weiterging, und warum das Anaglyphen-System letztendlich nur in Kurzfilmen, in Sequenzen von Spielfilmen oder im Fernsehen genutzt wurde, erfährt man im Vortrag "Die Geschichte des 3-D-Films" am Sonntag, dem 19.8.2007, um 15.00 Uhr im Rheinischen LandesMuseum Bonn.
Stefan Drößler