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Standort: | |
| DANS LES GRIFFES DE L'ARAIGNÉE | |
| IM SPINNENNETZ | |
| Frankreich 1920 - Regie: Ladislas Starewitsch - Drehbuch: Ladislas Starewitsch - Puppen: Ladislas Starewitsch - Animation: Ladislas Starewitsch - Produktion: Ermoliev-Pathé - Archiv: Familie Starewitch, Le Perreux - Farbe: mehrfarbig viragiert - Länge: 600 Meter - Zwischentitel: französisch | |
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Mme Martin-Starewitch hat uns gebeten, auf die von ihr und ihrer Familie unterhaltene (Bonner Kinemathek) |
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Nur auf einem Gebiet schob sich die russische Kinematografie, die fünfzehn Jahre später als die westliche Kinematografie gestartet hatte, auf den ersten Platz innerhalb der internationalen Konkurrenz. Es handelt sich hier um die Verwendung von Filmtricks, kombinierten Aufnahmen und vor allem um den Puppenfilm. Erfinder und Pionier auf diesem Gebiet war Ladislaus Starewitsch. Er setzte seine Erfindungen gleich künstlerisch um, und das war sehr wesentlich. Er nutzte seine Vorliebe und seine künstlerisch-technischen Fertigkeiten und begann mit der Herstellung von Filmen, in denen statt der Schauspieler Puppen aus Papier und Holz fungierten, und dabei Parodien auf populäre Filmgenres waren. Die Puppenfilme von Starewitsch hatten auch außerhalb Rußlands großen Erfolg. Es waren die ersten russischen Filme, die vor 1914 in den Kinos der USA liefen. (Jerzy Toeplitz: Geschichte des Films I, 1895-1933; Rogner & Bernhard, München, 1987) |
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Ladislaus Starewitsch (1882-1965) war (Trick-)Filmemacher, Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann, Bildhauer, Kostümdesigner und Ausstatter, Fotograf, Schauspieler und Erfinder. Früh begann er damit, Insekten zu sammeln, im Alter von zehn Jahren erfand er seine eigene Laterna Magica. Über die Fotografie kam er 1909 zum Kino und drehte erste ethnographische Filme, wobei er unter anderem versuchte, Hirschkäferkämpfe aufzunehmen. Nach zwei erfolglosen Versuchen, seinen ungewöhnlichen "Darstellern" seine Regieanweisungen zu vermitteln, kam er auf die Idee, künstliche Insekten aus Plastilin und Draht herzustellen. 1912 hatte sein Film DIE SCHÖNE LJUCANIDA Premiere in Moskau und verblüffte die Kritiker: "Was an diesem Film in Erstaunen versetzt, ist die so plausible Darstellung der Situationen durch die Käfer. Sind sie wütend schütteln sie ihre Fühler und heben ihre Hörner, sie gehen auch wie Menschen... Wie ist das gemacht worden? Keiner der Zuschauer konnte es sich erklären. Wenn die Käfer wirklich gespielt haben, dann muß ihr Trainer mit magischer Ausdauer und Geduld gesegnet sein. Daß es sich bei den Darstellern tatsächlich um Käfer handelte, war eindeutig. Wie auch immer es erreicht wurde, wir stehen einem der verblüffendsten Phänomene des Jahrhunderts gegenüber; so etwas war im Kino noch nie zu sehen." (Novosti vechera, 1912). Über die Jahre entwickelte Starewitsch eine weite Bandbreite an Themen, von der politischen Karikatur Kaiser Wilhelms II bis zur erotischen Farce. Im Herbst 1919 verließ er sein Heimatland, in dem er ungefähr 50 Filme gemacht hatte. Auf Einladung der Icarus-Film Kompanie ging Starewitsch mit einer Gruppe russischer Schauspieler nach Italien und von dort nach Frankreich, wo er 30 Puppentrickfilme und ungefähr 20 Werbefilme herstellte. (Vladimir Antropov, in: Silent Witnesses, Russian Films 1908-1919; Le Giornate del Cinema Muto, Pordenone 1989) Zur ungekürzten Fassung dieses Textes in englischer Sprache |

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Sein Pariser Studio spezialisierte sich auf den Tierpuppenfilm. Der Realismus der Tiere ist erstaunlich, ihre Vermenschlichung (sie tragen Kleidung und gehen aufrecht) erlaubte es Starewitsch, Gefühle auszudrücken. Die Größe seiner Marionetten variierte zwischen 5 und 80 Zentimetern bis hin zur menschlichen Größe. IM SPINNENNETZ (1920) ist der einzige schablonenkolorierte Film Starewitschs. Mit diesem und seinen anderen französischen Filmen wie DIE STIMME DER NACHTIGALL (1923) und vor allem dem Langfilm REINECKE FUCHS (1930) mit seinem beeindruckenden Angriff auf ein Schloß, entwickelte Starewitsch einen persönlichen Stil, der allerdings nur einen begrenzten Erfolg hatte. Sein Werk blieb im Grunde einzigartig. Doch die sorgfältige Ausstattung, die für den französischen Film seiner Zeit typische Ausleuchtung, der majestätische Rhythmus seiner Tricktechnik, der intensive Einsatz von Kamerabewegungen in den akribisch gestalteten Dekorationen, der bissige Humor seiner Drehbücher und die wunderschöne Animation seiner Figuren machen Starewitsch zu einem der originellsten Filmkünstler. (Oliver Cotte : Il était une fois le dessin ainmé... et le cinéma d'animation ; Dreamland, Paris 2001) Zur ungekürzten Fassung dieses Textes in französischer Sprache |
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