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Die selige Exzellenz

Programm: Bonn 2006 Druckversion Festival-Archiv

Deutschland 1927

Regie: Adolf Edgar Licho, Wilhelm Thiele

Drehbuch: Adolf Edgar Licho, Wilhelm Thielenach dem Lustspiel von Rudolf Presber und Leo Walter Stein

Kamera: Werner Brandes

Darsteller: Willy Fritsch, Olga Tschechowa, Ernst Gronau, Max Hansen, Hermine Sterler, Max Gülstorff, Lydia Potechina, Truus van Aalten, Albert Paulig, Hans Junkermann, Adolf Edgar Licho, Nathalie Lissenko, Julius Falkenstein, Fritz Kampers

Produktion: Universum-Film AG, Berlin

Premiere: 16.9.1927 (Berlin)

Format: 35 mm

Länge: 2.658 Meter, 97 Minuten (24 Bilder/sec)

Farbe: schwarzweiß

Zwischentitel: deutsch

Musikalische Begleitung: Aljoscha Zimmermann & Sabrina Hausmann

Eine wenig bekannte satirische Komödie mit einer vorzüglichen Besetzung und brillanten, graphisch eigenwillig gestalteten Zwischentiteln. Im Fürstentum Leuchtenstein richtet sich der Zorn der Bevölkerung nach dem Tod des altersschwachen Regenten gegen dessen Maitresse. Diese kann ihre Gegner nur mit der Behauptung in Schach halten, im Besitz der Memoiren des Verstorbenen zu sein, die alle Verfehlungen der Bürger auflisten ...

Besprechungen

Eine Atmosphäre, in der der Klatsch außerordentlich gut gedeihen konnte, war die Hofluft. Hier konnte er Blüten von phantastischer und unwahrscheinlicher Form und Farbe treiben, deren Duft auf gewöhnliche Sterbliche betäubend und umnebelnd wirkte. Diese ganze wunderliche Welt eines kleinen Hofes, die eine so sonderbare Mischung von Langeweile und Sensation, von Beherrschung und Neugierde, von Charakteren und Hohlköpfen war, ist glänzend geschildert in dem reizenden Lustspiel die selige exzellenz, das A. E. Licho und Wilhelm Thiele nun für die Ufa als Film zu neuer, fröhlicher Wiederauferstehung brachten. Die Geschichte handelt von einer einzigen großen Klatscherei, aus der sich alle Schwierigkeiten, Verwicklungen, komischen Situationen und glücklichen Lösungen ergeben.

Olga Tschechowa, in: Illustrierte Film-Zeitung Nr. 7, 17.2.1927

Dem bekannten Lustspiel wurden von den Bearbeitern A. E. Licho und Wilhelm Thiele einige sanft parodistische Lichter aufgesteckt. Sie steigern die Wirkung, ohne sie zu vergröbern. Das Milieu - Kleinstaat und Kleinstadt - könnte leicht dazu verlocken. Aber der Ton des Lustspiels wird bis zum Schluß durchgehalten und die anfangs reservierten Zuschauer werden schließlich warm und wärmer und folgen aufs höchste interessiert dem Intrigenspiel der schönen Baronin.

Eine sorgfältige, einfallsreiche Regie wird durch eine famose Darstellung unterstützt. Die Tschechowa hat ein bezauberndes Lächeln, eine geistvolle Miene und trägt ihre prachtvollen Toiletten mit der Selbstverständlichkeit der großen Dame. Ernst Gronaus Goethekopf und Willi Fritschs Jungenhaftigkeit stehen in wirkungsvollem Gegensatz.

-nk, in: Berliner Lokal-Anzeiger, 18.9.1927




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