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rosita |
USA 1923
Regie: Ernst Lubitsch
Drehbuch: Edward Knoblock nach dem Bühnenstück "Don César de Bazan" von Adolphe Phlippe d?Ennery und Philippe François Pinel Dumanoir
Kamera: Charles Rosher
Darsteller: Mary Pickford, Holbrook Blinn, Irene Rich, George Walsh, Charles Belcher, Frank Leigh, Mathilde Comont, George Periolat, Bert Sprotte, Snitz Edwards, Mme de Bodamere, Donald McAlpin, Doreen Turner, Mario Carillo
Produktion: Mary Pickford Company,Los Angeles
Premiere: 3.9.1923
Format: 35 mm
Länge: 2.242 Meter, 93 Minuten (21 Bilder/sec)
Farbe: schwarzweiß
Zwischentitel: russisch mit deutscher Übersetzung
Musikalische Begleitung: Joachim Bärenz
Ernst Lubitschs erster Film in Hollywood erzählt die Geschichte einer spanischen Straßensängerin, auf die der spanische König ein Auge wirft. Der Film sollte dazu dienen, Mary Pickford von ihrem Image der unschuldigen Kindfrau zu befreien. Die jahrzehntelang verschollene Komödie hat nur in einer leicht gekürzten russischen Filmkopie mit minderer Bildqualität überlebt, weshalb die Legende genährt wurde, der Film sei mißglückt.
Es gibt im heutigen Kino wahrscheinlich keine andere Schauspielerin, die die lebensfrohe, anmutige, verführerische spanische Straßensängerin, der ein König verfällt, so verkörpern kann, wie Mary Pickford es tut. Der ganze Film ist unvergleichlich schön. Er zeigt, daß Ernst Lubitsch nicht ohne Grund zu den führenden Filmregisseuren der Welt gezählt werden muß.
Photoplay, November 1923
Den Film zeichnet eine ungewöhnliche Schönheit aus, die das Verdienst von Lubitschs Regie, aber auch des Set Design und der Kameraarbeit ist. Charles Rosher galt als Meister der backlight photography, doch er hatte das Gefühl, daß sie inzwischen zu stark eingesetzt wurde. So entwickelte er für ROSITA eine neue Technik, die er Perspectography nannte. Sie ermöglichte ihm, das Licht so zu steuern, daß sich Personen vom Hintergrund abhoben, ohne daß man ein zweites Licht von hinten setzen mußte. Leider kommen die visuellen Qualitäten des Films in der überlieferten Filmkopie nicht richtig zur Geltung, da Mary Pickford sich später von ROSITA distanzierte und keinen Cent dafür ausgab, das Negativ zu retten oder eine Kopie des Films zu restaurieren.
Doch warum hat Pickford diesen Film, der doch so viele Qualitäten aufweist, nicht gemocht? Ein möglicher Grund wäre, daß sie meinte, in dem gewaltigen Set Design nicht genügend zur Geltung zu kommen. Vielleicht war es auch ihr Eindruck, daß nicht sie den Film dominierte, sondern sie von Lubitsch nach den dramaturgischen Erfordernissen modelliert wurde und ihre Rolle von jeder anderen talentierten Schauspielerin hätte übernommen werden können. Auf jeden Fall wäre jede andere auf einen Film wie ROSITA stolz gewesen.
Kevin Brownlow: Mary Pickford rediscovered; New York 1999