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Ein Mädel mit Tempo (The Patsy)

Programm: Bonn Druckversion Vorwort Festival-Archiv

USA 1928

Regie: King Vidor

Drehbuch: Agnes Christine Johnston nach dem Theaterstück von Barry Conners

Kamera: John F. Seitz

Darsteller: Marion Davies, Or ville Caldwell, Marie Dressler, Lawrence Gray, Dell Henderson, Jane Winton, William H. O'Brien

Produktion: Cosmopolitan Pictures Metro-Goldwyn-Mayer

Premiere: 10.3.1928

Archiv: Librar y of Congress, Washington

Farbe: schwarz weiß

Länge: 2.222 Meter, 81 Minuten (20 B/s)

Zwischentitel: englisch

Musikbegleitung: Stephen Horne (Flügel)

Hauptdarstellerin Marion Davies kennen wir heute hauptsächlich als die Geliebte des Zeitungsmagnaten William Randolph Hearst. Orson Welles diente sie als Vorbild für die schrille, untalentierte Ehefrau Nr. 2 in CITIZEN KANE (ein Porträt, das er später bereuen sollte). Die wahren Qualitäten Marion Davies' als Komödiantin und Imitatorin enthüllt Regisseur King Vidor in THE PATSY und SHOW PEOPLE, beide aus dem Jahr 1928. Und in vielerlei Hinsicht lassen sich hier schon die beschwingten Screwball Comedies der dreißiger Jahre mit Carole Lombard erahnen ...

Besprechungen

Der Film folgt lose dem Theaterstück 'The Patsy' von Barry Conners, der Geschichte eines jungen Mädchens, das von ihrer Schwester und ihrer Mutter, die ihre flatterhafte ältere Tochter bevorzugt, in den Schatten gestellt wird. Der Vater ergreift Partei für die jüngere, doch ist er selbst ein Patsy, auch er kann sich nicht durchsetzen.

Die jüngere Schwester versucht, die Aufmerksamkeit des Mannes, der ihrer Schwester den Hof macht, auf sich zu ziehen - das ist die Ausgangssituation der ganzen Komödie. Gegen Ende des Film imitiert Davies Pola Negri, Mae Murray und Lillian Gish. Diese Imitationen sind großartig und beweisen, daß Davies eine begabte Komödiendarstellerin ist.

Variety, 1928

William Randolph Hearst hatte großen Einfluß bei Metro-Goldwyn-Mayer. Es gab geschäftliche Verbindungen, und das Studio war abhängig von der Hearst-Presse. Nach dem großen Erfolg von THE BIG PARADE wollte er natürlich, daß ich einen Film mit Marion Davies mache. Doch die Kostümdramen, die sie bis dahin gemacht hatte, interessierten mich nun überhaupt nicht. Hearst bearbeitete Mayer, Mayer bearbeitete mich, und so fuhren wir eines Tages nach San Simeon, der Hearst-Ranch, und da wurde mir klar, daß Marion Davies eine verdammt gute Komödiendarstellerin ist. Sie verstand es, Leute zu unterhalten und zu imitieren, und sie hatte einen großartigen Sinn für Komik. Ich habe keine Ahnung, ob sie jemals zuvor in einer Komödie gespielt hat, aber sicher nicht die Art von Imitationen und Clownerien, die ich sie in unseren gemeinsamen Filmen machen ließ.

King Vidor, in: Richard Schickel, The Men Who Made the Movies; New York 1975

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