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| OROCHI | |
| DIE RIESENSCHLANGE | |
| Japan 1925 - Regie: Buntaro Futagawa - Drehbuch: Rokuhei Susukita - Kamera: Seizo Ishino - Darsteller: Tsumasaburo Bando, Utako Tamaki, Kensaku Haruji, Kichimatsu Nakamura, Momotaro Yamamura, Kotonosuke Nakamura, Misao Seki, Shigeyo Arashi, Zen-ichiro Yasuda, Shizuko Mori - Produktion: Bantsuma-Production, Tokio - Premiere: 20.11.1925 (Tokio) - Archiv: Matsuda Eiga, Tokio - Farbe: schwarzweiß - japanische Fassung mit Benshikommentar von Shunsui Matsuda - mit englischen Untertiteln | |
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Bis Anfang der 20er Jahre, folgten alle jidai geki (Historienfilme) im Grunde derselben Handlung: die Helden, stolze Samurais aus der Oberschicht, siegten in der Verteidigung des Rechts über ihre bösen Gegner. Rokuhei Susukita, der Drehbuchautor der RIESENSCHLANGE, wollte eine andere Botschaft vermitteln. Sein Protagonist, Heisaburo, ist ein ehrenhafter Samurai aus der Unterschicht, der trotz seiner edlen Gesinnung von den bösen Mächten, die die Gesellschaft beherrschen, verstoßen wird. Susukiats Geschichte war eine Antwort auf die gesellschaftspolitischen Veränderungen in Japan und wandte sich gegen die Mächte des Faschismus und des imperialen Autoritatismus. Der Film beginnt mit einer ominösen Warnung: "Nicht alle, die Unholde genannt werden, sind wirklich böse. Nicht alle, die angesehene Leute sind, verdienen diesen Namen. Viele tragen eine falsche Maske der Güte, um ihre Tücke und die Verderbtheit ihrer Seele zu verbergen." 1925 war ein Gesetz zur Aufrechterhaltung der Öffentlichen Ordnung erlassen worden, das strenge Strafen, bis hin zur Todesstrafe für jede Beteiligung an revolutionären Aktivitäten oder Nichtanerkennung des Privatbesitzes vorsah. Das Gesetz war bewußt vage formuliert, damit es weiträumig angewandt werden konnte und richtete sich vornehmlich gegen liberale Künstler und Schriftsteller. Im selben Jahr wurde an den Schulen auch die Militärausbildung Pflicht. Nach der relativ liberalen Taisho-Periode (1912-1926) trat Japan nun in die dunkle Ära des nationalen und militärischen Fanatismus ein. Die Mehrzahl der japanischen Stummfilme ist heute verloren, doch DIE RIESENSCHLANGE zählt zu den ganz wenigen Ausnahmen, deren Originalnegativ erhalten geblieben ist. Das ist kein Zufall. Unter seinen mehr als 200 Filmen hat Bantsuma nur das Negativ der RIESENSCHLANGE aufgewahrt, was den Wert anzeigt, den er diesem Film beimaß. Der Benshi-Kommentar auf der Kopie stammt von Shunsui Matsuda (1925-1987), der für über 40 Stummfilme Benshi-Kommentare aufgenommen hat. Es war auch sein Lieblingsfilm. Die englischen Untertitel beziehen sich auf seinen Kommentar. (Quelle: Zur ungekürzten englischen Version des Textes |
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Der Hauptdarsteller Tsumasaburo Bando (auch Bantsuma genannt) war nach seiner Begegnung mit dem jungen Drehbuchautor Rokuhei Susukita innerhalb kurzer Zeit zu einem großen Schauspieler geworden, der dem Star Matsunosuke Onoe in keiner Weise nachstand. Susukita hatt in Bando den geeigneten Darsteller für nihilistisch-rebellische Helden eines neuartigen, amerikanisierten Jidaigeki-Filmprojekts gefunden. 1925 gründete Bando nach knapp dreijähriger Tätigkeit bei der Makino-Filmgesellschaft seine eigene Produktion. OROCHI, sein zweiter selbständig produzierter Film, wurde - wie oft zuvor - nach einem Drehbuch Susukitas von dem Regisseur Futagawa inszeniert. Der ursprüngliche Titel sollte "Buraikan" (Der Unhold) lauten. Doch die Zensurbehörde, die damals besonders scharf über alle Äußerungen wachte, die den Verdacht staatsgefährdender Ideologien erwecken konnten, vermutete hinter dem ursprünglich vorgesehenen Titel rebellische Gedanken, was dem Inhalt des Films zufolge nicht ganz abwegig ist. [mehr...] (Keiko Yamane: Das japanische Kino; Bucher, München u. Luzern, 1985) Zur ausführlichen Fassung des Textes |

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Heisaburo, a hot-headed young samurai with a pure heart, gets into trouble through a series of misunderstandings and has to leave his homeland. But his travels lead him into a brutal world full of falsehood. He teams up with a yakuza who puts on a pretence of high-minded idealism but is in fact a common criminal. When the yakuza gets Heisaburo's first love under his control and tries to rape her, all Heisaburo's pent-up anger is released. Outlawed, he puts up one last wild struggle against the pursuing officers. He is horrified when he realises he has killed a man, and throws his sword away and allows himself to be taken and put in chains. He is led through the crowd to his execution like Christ to the cross. Within the strict economic organization of the studio system, successful stars from time to time managed to have their own independent production companies. Two such were Tsumasaburo Bando, one of the most popular pre-war jidai geki (period-film) stars, and the actress Takako Irie. OROCHI is first and foremost a star vehicle, and it is certainly a far more banal jidai geki than the later CHUJI TABI NIKKI, with which it does however share some motifs and a pessimistic zeitgeist. The pure-hearted hero, isolated and criminalised, follows his path to the bitter end, and his final glory. OROCHI is one of the oldest jidai geki to have survived complete and in good condition. Produced independently, the film's negative remained for years in the possession of its producer-star Tsumasaburo Bando. In 1965 a print was bought by Shunsui Matsuda, who began to present it to audiences with his narration that same year. Shunsui Matsuda (1925-1987) was known for his efforts in keeping benshi cinema alive and promoting the appreciation of silent cinema. The Matsuda family has continued this important work, together with his student Midori Sawato. (MLF; in Le Giornate del Cinema Muto Catalogo, Sacile 2001) |
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