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Standort: | |
| MÜNCHNER FILMBILDERBOGEN NR. 9 | |
| Deutschland 1922 - Regie: Louis Seel - Drehbuch Louis Seel - Darstellerin Olivette Thomas - Produktion: Louis Seel & Co. - Archiv: Filmmuseum München - Farbe: viragiert - 114 m, 5 min., 20 B/s |
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Ein Film aus der Serie des Münchner Trickfilmproduzenten Louis Seel, der mit erotischen
Anspielungen und Anzüglichkeiten aus der Damen- und Modewelt eine erfolgreiche Serie
von Kurzfilmen in die deutschen Kinos brachte. Dabei taucht er als Zeichner selber auf, der
sich, mit einer Zeichenfeder bewaffnet, Duelle mit seiner Hauptfigur Pierrette liefert. Es werden verschiedene Tricktechniken eingesetzt und miteinander kombiniert: So ist Pierrette in
der Lage, das Zeichenblatt zu verlassen und durch die Wohnung ihres Zeichners zu laufen.
"Louis Seel, 1890 in Amerika geboren, war ab 1915 Zeichner bei Bud Fisher, der die berühmte Animationsserie MUTT AND JEFF produzier te. Anfang der 20er Jahre kam er nach Deutschland und wurde zu einer wichtigen Persönlichkeit des Animationsfilms. Zunächst arbeitete er für die Münchener Moeve-Film und gründete dann 1921/22 mit Oskar Fischinger seine Firma Louis Seel & Co. Doch Fischinger stieg bereits 1926/27 wieder aus. Es entstanden sarkastisch gefärbte, humorvolle Cartoons: Die MÜNCHNER BILDERBOGEN. Die Figuren und Charaktere sind sehr fein und detailliert gezeichnet und geben den typischen und signifikanten Stil der 20er Jahre wieder. Beispielsweise wurde die Mode der Zeit in Frisur und Kleidung genau dargestellt. Die Hauptfigur stellt eine Art weiblichen Harlekin dar eine Pierrette. Die Bilderbogen waren mit ihrem leicht frivolen und sexuellen Inhalt eindeutig für Erwachsene bestimmt. In einem Film bspw. wird die Hauptfigur sich ihrer Blöße bewußt. Die reale Zeichnerhand versucht daraufhin, ihre Nacktheit zu verdecken, was relativ schwierig ist, da die Figur hin- und herspringt. Seel gelang die Interaktion von realer und gezeichneter Welt geradezu meisterhaft. Dies bestätigt eine Kritik im 'Filmboten': 'Er läßt nämlich seine Zeichnungen aus dem Zeichenblatt heraustreten und sich frei bewegen sie gehen somit aus der Fläche in den Raum über und spielen mit den lebenden Menschen zusammen. Wie er diese Tricks durchführt, ist natürlich ein Geheimnis. Diese Neuigkeit ist so bedeutungsvoll, daß sie alles bisher Geschaffene dieser Art tief in den Schatten stellt und höchste Bewunderung auslöst.' " Annika Schoemann: Der deutsche Animationsfilm. Von den Anfängen bis zur Gegenwart 19092001; Sankt Augustin 2003 |
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