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MADAME BEUDETS SONNIGES LÄCHELN (LA SOURIANTE MADAME BEUDET)

Programm: Bonn 2007 Druckversion Festival-Archiv

Frankreich 1923 - Regie: Germaine Dulac - Drehbuch: Germaine Dulac nach einem Bühnenstück von Denys Amiel und André Obey - Kamera: Maurice Forster, Paul Parguel - Darsteller: Germaine Dermoz, Alexandre Arquillière, Jean d'Yd, Yvette Grisier, Madeleine Guitty, Raoul Paoli - Produktion: Aubert (Films d'Art), Paris - Format: 35mm - Premiere: 9.11.1923 - Länge: 773 Meter, 37 Minuten (18 Bilder/sec) - Farbe: schwarzweiß - Zwischentitel: deutsch

Musikbegleitung: Joachim Bärenz

Ein Klassiker des Frauenfilms: Die französische Regisseurin Germaine Dulac führt das eintönige Leben einer Ehefrau vor, die sich in erfrischend drastische Phantasien hineinträumt. Mit den Stilmitteln der französischen Filmavantgarde der 20er Jahre entstand eine bissige und geistreiche Sozialstudie, die die herkömmliche Dramaturgie sprengt. Gezeigt wird die deutsche Version des Films, die vollständiger erhalten ist als die französische Originalfassung.

Besprechungen

Das berühmte Stück von Denys Amiel und André Obey konnte gar nicht besser für die Leinwand adaptiert werden. Bestimmte Bilder genießt man wegen des Humors, andere, weil die intensiven Gefühle aufs Beste mit der Ironie kontrastieren. Die Interpretation ist beachtenswert (...).

Albert Bonneau in: Cinémagazine, 29.6.1923, übers. v. Uta Orluc (in: Klaus Hoepper (Hg.): City Girls, Berlin 2007, S.69).

Germaine Dulac (...) hatte versucht, all das durch visuelle Mittel erfahrbar zu machen, was im Stück unausgedrückt geblieben war (...). Wir lernen Madame Beudets Seelenleben in neuen Nuancen kennen durch Bilder, die wir aus der Perspektive ihrer übersteigerten Phantasie sehen. Die Regisseurin setzt alle Mittel der Filmtechnik ein (...), u.a. Verzerrungen, Doppelbelichtungen, Zeitlupe. Sie erfindet (...) neue Verfahren, um die Gedanken ihrer Helden umzusetzen.

(...) Nach dem großen Echo, das MADAME BEUDETS SONNIGES LÄCHELN in intellektuellen Kreisen hatte, wurde Germaine Dulac in der Welt der Filmstudios gewissermaßen zur Legende (...). Charles Ford: Germaine Dulac. 1882-1942, Paris 1968, S.17-19. (Zum französischen Originaltext)

(...) MADAME BEUDETS SONNIGES LÄCHELN könnte wirklich in "Das Original-Tagebuch einer verrückt gewordenen Hausfrau" umbenannt werden. (...) Es ist einer der wenigen Filme der 20er Jahre, in dem eine Frau der zentrale Charakter ist.

(...) Madame Beudet reagiert immer nur symbolisch auf Situationen (...). Nach außen wahrt sie die folgsame Haltung der unterwürfigen Hausfrau. Innerlich aber ist sie, wie Dulac durch den Gebrauch von subjektiven Einstellungen zeigt, zu vielen einfallsreichen Phantasien fähig.

William van Wert: "Germaine Dulac. First Feminist Filmmaker", in: Women and Film 5-6 (1974), S.55 (in: Klaus Hoepper (Hg.): City Girls, Berlin 2007,

Fremdsprachige Originaltexte

(...) Germaine Dulac (...) avait cherché à rendre sensible par des moyens visuels tout ce qui était resté inexprimé dans la pièce (...). Nous prenons connaissance de nuances nouvelles de l'état d'âme de Mme Beudet grâce à des images vues à travers son imagination exaltée. Pour les rendre sensibles à chaque spectateur, la cinéaste utilise toutes les ressources de la technique cinématographique : déformations, surimpressions, ralenti entre autres. Tout comme Feyder pour CRAINQUEBILLE, elle invente de nouveaux procédés aptes à traduire les pensées de ses héros. (...) Après le retentissement de LA SOURIANTE MADAME BEUDET dans les milieux intellectuels, Germaine Dulac était entrée en quelque sorte dans la légende du monde des studios (...).

Charles Ford: Germaine Dulac. 1882-1942, Paris 1968, S.17-19.

[Germaine Dulac's] film "The Smiling Madame Beudet" could really be retitled "The Original Diary of a Mad Housewife." (...) It is one of the few films of the decade in which a woman is main character. (...) Madame Beudet's reactions to (...) situations are always symbolic (...). Outwardly, she maintains the docile posture of a subdued housewife, but inwardly, through Dulac's use of point-of-view shots, she shows herself to be capable of many imaginative fantasies. (...)

William van Wert: "Germaine Dulac. First Feminist Filmmaker", in: Women and Film 5-6 (1974), S.55 (in: Klaus Hoepper (Hg.): City Girls, Berlin 2007, S.70).




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