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Standort: | |
| KODAKARA SODO | |
| KINDER SIND EIN SEGEN ... | |
| Japan 1935 - Regie:Torajiro Saito - Kamera: Yoshio Taketomi - Darsteller: Shigeru Ogura, Yaeko Izumo, Eiko Takamatsu, Reiko Tani, Mutsu Soga, Akio Nomura, Shotaro Fujimatsu - Produktion: Shochiku, JP - Premiere: 23.3.1935 - Archiv: Matsuda Eiga, Tokio - Farbe: schwarzweiß - Tonfassung mit japanischen Zwischentiteln - Länge: 38 min. | |
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Die freche Gesellschaftskomödie KINDER SIND EIN SEGEN? von Torajiro Saito gehörte auf den diesjährigen Stummfilmtagen in Sacile zu meinen Lieblingsfilmen. Shigeru Oguras könnte zu Recht der "japanische Chaplin" genannt werden. Er spielt einen Pantoffelhelden mit sechs Kindern, der in Erwartung eines siebten Kindes verzweifelt versucht, eine Hebamme zu engagieren. Doch die Hebamme, die noch immer auf die Bezahlung der ersten sechs Geburten wartet, erteilt ihm eine Abfuhr. Obwohl der Film von 1935 ist, sind Saito und seine Darsteller erfreulicherweise nicht von dem "Virus" befallen, möglichst wie ein Tonfilm wirken zu wollen. Im Gegenteil: Sie scheinen die herzhafte komische Pantomime voll zu genießen und haben einen Film geschaffen, auf den auch Hal Roach hätte stolz sein können. (Lokke Heiss: Samurais and Sentimental Journeys, in: www.silentsmajority.com, 2001) Zur englischen Originalfassung des Textes |
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"Eine arme Familie hat viele Kinder." Die Familie Fukuda scheint der Beweis für dieses Sprichwort zu sein. Obwohl sie schon sechs Kinder haben, ist die Frau wieder schwanger. Ihr Ehemann ist arbeitslos, ist aber auch nicht gewillt, sich eine neue Arbeit zu suchen. Als bei der Frau die Wehen einsetzen, schickt der Mann nach der Hebamme, die sich allerdings weigert zu kommen, ist sie doch noch nie von ihm bezahlt worden. Er muß also schnell an Geld kommen. Da entläuft im Haus eines reichen Barons ein Schwein, auf dessen Wiederbringung eine Belohnung von 500 Yen ausgesetzt wird. Schließlich gelingt es dem Ehemann, doch weitere Überraschungen warten auf ihn. Der Film ist ein typisches Beispiel für die Nonsense-Komödien Torajiro Saitos. Wie üblich verankert er eine völlig absurde Situation in zwei deutlich entgegengesetzten Schichten, bei den Armen und den Reichen. Zu Ende der 20er Jahre verbarg er seine linksgerichtete Gesinnung noch in Schwertfilmen. Doch zwischen 1929 und 1931 gab es in Japan eine kurze Periode von sogenannten keiko eiga, linkes Kino oder "Tendenzfilme". Danach begann die Polizei damit, diese Art von Filmen zu unterdrücken, die dann auch bald wieder verschwanden. Doch noch Mitte der 30er Jahre - den letzten stummen Jahren des japanischen Kinos - war es Saito möglich, absurde Komödien wie diese zu drehen, die von den zeitgenössischen Kritikern als linksgerichtet empfunden wurden. (Hiroshi Komatsu, in: Le Giornate del Cinema Muto Catalogo, Sacile 2001) Zur englischen Fassung des Textes |
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Torajiro Saito war der Spezialist burlesker Filme. Die Blütezeit dieses Filmgenres lag in der Stummfilmzeit, mit Beginn des Tonfilms wurde die gestische Komik durch Wortwitz und Lieder verdrängt, was auch das Ende des Werks von Saito war. Doch in den zehn Jahren seiner Stummfilmkarriere nannte man ihn "König der Komödie". Leider ist nur eine einzige seiner stummen Burlesken vollständig erhalten: KINDER SIND EIN SEGEN... Der Film ist voll herrlicher Anekdoten. Im Verlauf seiner Suche nach Geld bricht der Held einmal in ein Haus ein. Neben dem Safe findet er eine schwangere Frau, bei der gerade die Wehen einsetzen. Erfahren, wie unser Held mit Geburten ist, beginnt er sogleich, die nötigen Vorbereitungen für die Niederkunft zu treffen, wobei er es auch nicht versäumt, den Schulranzen zu herbeizubringen, den das Kind später einmal brauchen wird. (Tadao Sato: Le cinéma japonais; Editions du Centre Georges Pompidou, Paris 1997) |
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