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DAS INDISCHE GRABMAL: DER TIGER VON ESCHNAPUR

Programm: Bonn 2007 Druckversion Festival-Archiv

Deutschland 1921 - Regie: Joe May - Drehbuch: Fritz Lang und Thea von Harbou nach dem Roman von Thea von Harbou - Kamera: Werner Brandes - Darsteller: Conrad Veidt, Mia May, Olaf Fönss, Erna Morena, Bernhard Goetzke, Lya de Putti, Paul Richter, Georg Richter, Georg John, Max Adalbert - Produktion: May-Film GmbH im Rahmen der Europäischen Film-Allianz, Berlin - Premiere: 19.11.1921 Ufa-Palast am Zoo, Berlin - Format: 35mm - Länge: 2.244 Meter, 82 Minuten (24 Bilder/sec) - Farbe: mehrfarbig viragiert - Zwischentitel: deutsch

Musikbegleitung: Aljoscha Zimmermann & Sabrina Hausmann

Ging es im ersten Teil des Zweiteilers um das Verschwinden eines englischen Architekten, der von einem Yoghi nach Indien gebracht wird, um dort einem Maharadscha ein riesiges Grabmal zu bauen, so beschäftigt sich der zweite Teil mit Intrigen am indischen Fürstenhof. Dem Architekten und seiner nachgereisten Frau gelingt es, zusammen mit der schönen Fürstin zu fliehen. Joe Mays Regie setzt auf Exotik, Sensationen und Spannung, und sein Film besitzt auch heute noch hohen Unterhaltungswert.

Besprechungen

(...) für DAS INDISCHE GRABMAL [hatte May] seine Firma in die neu gegründete Film-Allianz (E.F.A.) eingebracht. Mit der E.F.A. versuchten amerikanische Produzenten erstmals, in der deutschen Filmproduktion Fuß zu fassen. In Anbetracht der inflationären Währung sollte ein mittleres Dollarbudget genügen, um aufwendige Filme für den internationalen Markt produzieren zu können. Doch (...) die Produktionskosten des Zweiteilers [überstiegen] die Durchschnittskosten eines amerikanischen Films um mehr als das Doppelte.

Jürgen Kasten: "VERITAS VINCIT und DAS INDISCHE GRABMAL. Dramaturgie des Monumentalen", in: Hans-Michael Bock/ Claudia Lenssen (Hg.): Joe May. Regisseur und Produzent, München 1991, S.77.

(...) man erblickt Bilder oft von bestrickendem Reiz. (...) Wir sehen prachtvoll inszenierte Verfolgungen, als besondere Sensation, den Hof mit den Tigern, von denen Mac Allan getötet wird (das ist ein Augenblick schauernder Spannung) und eine gefährliche Flucht über Berge und an Schluchten vorbei.

-n- in: Film-Echo. Beilage zur Sonderausgabe des 'Berliner Lokal-Anzeigers' Nr.9, 21.11.1921.

(Zur vollständigen Kritik)

Obwohl sich Joe Mays Film DAS INDISCHE GRABMAL (1921), für 20 Millionen Mark gedreht, bescheiden auf Indien und normale Meterlänge beschränkte, stellte er durch aufregende Episoden die Serienfilme in den Schatten. (...) Alle diese Filme glichen, in ihrer Lust an exotischen Schauplätzen, dem Tagtraum eines Gefangenen. Gefängnis war, in diesem Fall, das verstümmelte und abgeschnittene Vaterland - so jedenfalls empfanden es die meisten Deutschen. (...) Diese raumverschlingenden Filme lassen die Verbitterung erkennen, die der Durchschnittsdeutsche gegen seine unfreiwillige Einsperrung empfand. Sie wirkten als Ersatz. Naiv befriedigten sie sein unterdrücktes Expansionsverlangen mit Hilfe von Bildern, die es seiner Einbildung erlaubten, die ganze Welt (...) erneut zu annektieren.

Siegfried Kracauer: Von Caligari zu Hitler (1947), Frankfurt/M. 1984, S.63.

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