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Heimat (Fujiwara yoshie no furusato) |
Japan 1930
Regie: Kenji Mizoguchi
Drehbuch: Shuichi Hatamoto, Satoshi Kisaragi, Masashi Kobayashi, Iwao Mori
Kamera: Yoshio Mineo, Tatsuyuki Yokota
Darsteller: Yoshie Fujiwara, Shizue Natsukawa, Fujiko Hamaguchi, Heitaro Doi, Kunio Tamura, Isamu Kosugi, Takako Irie, Taeko Sakuma, Koju Murata, Kazuo Ito, Natsue Kitahara, Setsuko Konishi, Hirotoshi Murata, Motomu Ono, Lydia Shapiro, Maxim Shapiro
Produktion: Nikkatsu
Premiere: 14.3.1930
Archiv: National Film Center, Tokio
Farbe: schwarz weiß
Länge: 1.687 Meter, 70 Minuten (21 B/s)
Sprachfassung: japanisch mit englischen Untertiteln
Mizoguchis (und Japans) erster Tonfilm, und das neue Medium wird gleich auch - freiwillig wie unfreiwillig - zum Thema des Films. Ein berühmter Sänger der Zeit ist der Hauptdarsteller. Gesangseinlagen wechseln ab mit stummen Sequenzen, um sich den Beschränkungen und Zwängen des frühen Tonfilms zu entziehen. Die Dialoge waren auf großen Tafeln festgehalten, wo die Darsteller sie ablesen konnten (siehe Foto) - was sie im Verlauf des Films oft in unerwartete Richtungen blicken läßt ...
Yoshio Fujimura, ein begnadeter Tenor, kehrt von seinen Lehrjahren in Europa nach Japan zurück. Das Zimmermädchen Ayako unterstützt und ermutigt ihn, und die beiden heiraten schließlich. Er findet eine Mäzenin, Natsue, mit deren Hilfe er in den oberen Gesellschaftsschichten zu Erfolg kommt. Als er bei einem Autounfall schwer verletzt wird und seine Karriere als Sänger beendet zu sein scheint, läßt Natsue ihn im Stich. Nach seiner Genesung beginnt er ein neues Leben als Sänger für das Volk und ist damit sehr erfolgreich. Seine Frau Ayako ist ob dieser Wiedergeburt zu Tränen gerüht.
Die Hauptfigur wird gespielt von Yoshie Fujiwara, einem berühmten Tenor, dessen Repertoire zu hören ist. "Hier können Sie Fujiwara für nur einen halben Yen singen hören", verkündete damals die Werbung. Der Film enstand zu Beginn der Tonfilmära und verwendet teilweise das Mina-Talkie-Tonsystem, ein von Yoshizo Minagawa weiterentwickeltes Phonofilm-System. Da Mizoguchi die ursprüngliche Geschichte, ein Musikdrama, nicht gefiel, fügte er das Thema der Klassenunterschiede in der Gesellschaft hinzu. Um die für frühe Tonfilme typische monotone Kameraführung und starre Montage zu vermeiden, wurde der Film nur teilweise mit Ton gedreht. So hat die Kamera in den stummen Sequenzen ihre volle Bewegungsfreiheit.
Als der Film in den fünfziger Jahren "entdeckt" wurde, wurde eine neue Sequenz hinzugefügt, die Minagawas Arbeit erläutert. Danach geriet der Film erneut in Vergessenheit und wurde in den siebziger Jahren "wiederentdeckt". Es stellte sich heraus, daß das Tonsystem für 21 Bilder pro Sekunde ausgelegt war - Fujiwaras Tenor wirkt in dieser ungewöhnlichen Geschwindigkeit weit natürlicher als zuvor.
Fumiko Tsuneishi (National Film Center, Tokio)