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Inhalt

The General (Der General)

Programm: Bonn Druckversion Vorwort Festival-Archiv

USA 1927

Regie: Buster Keaton, Clyde Bruckman

Drehbuch: Buster Keaton, Clyde Bruckman nach der Erzählung "The Great Locomotive Chase" von William Pittinger

Kamera: J. Devereaux Jennings, Bert Haines

Darsteller: Buster Keaton, Marion Mack, Charles Henry Smith, Frank Barnes, Richard Allen, Glen Cavender, Jim Farley, Frederick Vroom, Joe Keaton, Mike Donlin, Tom Nawn

Produktion: Joseph M. Schenck, Buster Keaton Productions Inc.

Premiere: 5.2.1927 (New York)

Archiv: Lobster Films, Paris

Farbe: schwarzweiß

Länge 2.158 Meter, 79 Minuten (24 B/s)

Zwischentitel: englisch

Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel) und Christian Roderburg (Schlagzeug)

In Kürze

Ein Südstaateneisenbahner ist seinen zwei Lieben, einem Mädchen und einer Lokomotive, so verfallen, dass er ihnen zuliebe einen Großangriff der Nordstaaten zum Scheitern bringt. Zur Eröffnung der Stummfilmtage 2005 hat die neurestaurierte Originalfassung dieses zeitlosen Meisterwerks der Komödie ihre Deutschlandpremiere.

Besprechungen

"Amerikanische action durch die Burleske relativiert. Die Mechanik der Kinos in ihrer Konstruktionsphase", schrieb Frieda Grafe. Buster Keatons Klassiker vor dem Hintergrund des Sezessionskrieges. Seine Sympathie, als Regisseur, gehört den Südstaatlern - weil die Geschichte ihnen Unrecht gegeben hat. Seine Solidarität, als Hauptdarsteller, gilt zuallererst seiner Lokomotive. Und weil seine Angebetete das nicht versteht, würgt er sie zunächst einmal kräftig, bevor er sie schließlich leidenschaftlich küßt ...

"Buster Keaton ist die Allegorie der Geistesabwesenheit. Wo sein Geist sich eigentlich aufhält, kann niemand ergründen. Vielleicht ist er überhaupt nicht vorhanden, vielleicht sucht er auch nur etwas, das ihm wesentlich ist. Die Welt enthält alles Mögliche; das von Buster Gesuchte enthält sie gerade nicht. Darum läßt er sie stehen, Buster bekümmert sich nicht um diese Welt. Die Dinge stoßen ihn ab, daß er stolpern muß, die Leute verwickeln ihn in ihre Geschäfte, die er nicht versteht. Das stört ihn, wie Fliegen stören, doch abgelenkt wird er nicht. Ohne Bewegung und unveränderten Gesichts geht er durch die Welt hindurch, sie ist zudringlich, er geht fort.

Daß ein Krieg Buster Keaton nichts angeht, bedarf kaum der Erwähnung. Für das Militär und die Bevölkerung mag er wichtig sein, aber Buster ist weder Militär noch Bevölkerung, er ist abwesend. Oder vielmehr: er ist Lokomotivführer, und seine Lokomotive heißt: 'General'. Buster behandelt die Maschine wie einen klugen, schrulligen Neufundländer, dessen Verkehr stets Abwechslung bringt.

Ruhig dampfte er zwischen Nord- und Südarmeen hin und her, wäre da nicht ein Mädchen, das in ihm Gefühle erweckte, die ihn erreichen. Das hübsche Kind verlangt, daß auch Buster Soldat werde. Gut also, um des Mädchens willen mischt sich Buster in den Krieg ... Die beiden wären viel lieber ungestört hin und her gefahren, aber das Mädchen hatte es nicht anders gewollt. Ob mit dem Gewinn der Mädchens die Geistesabwesenheit behoben ist, dürfte zweifelhaft sein. Jedenfalls eher als durch einen wichtigen Krieg. Aber am Ende ist es doch am richtigsten, auf dem Promenadendeck des 'Generals' durch die Welt zu fahren, die das Gesuchte nicht enthält."

Siegfried Kracauer, in: Frankfurter Zeitung, 5.5.1927





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