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Geheimnisse des Orients (Shéhérazade) |
Deutschland 1928
Regie: Alexander Wolkoff
Drehbuch: Norbert Falk, Robert Liebmann, Alexander Wolkoff
Kamera: Curt Courant, Nikolai Toporkoff, Fedor Bourgassoff
Darsteller: Nikolai Kolin, Ivan Petrovich, D. Dimitrieff, Gaston Modot, Julius Falkenstein, Hermann Picha, Alexandre Vertinsky, Marcella Albani, Agnes Petersen, Nina Koschitz, Dita Parlo
Produktion: Alliance Cinématograpique Européenne, Universum Film A.G. (UFA)
Premiere: 19.10.1928
Archiv: National Film Center, Tokio
Farbe: mehrfarbig viragiert mit schablonenkolorierten Teilen
Länge: 2.670 Meter, 146 Minuten (16 B/s)
Zwischentitel: englisch
Musikbegleitung: Neil Brand (Flügel) und Günter Buchwald (Violine)
Die Russenkolonie, die sich in Paris um den Superstar Ivan Mosjukin geschart hatte, dreht hier zum ersten Mal im Dienste der Ufa. Für den nationalen Filmkonzern war das "der Luxusfilm des Jahres", mit dem man an eine glanzvolle Vergangenheit anknüpfen wollte. Eine orientalische Filmphantasie in exotischen Dekors, in der sich ganz unterschiedliche Stile vermischen. Die Restaurierung des einzigen deutschen Stummfilms mit schablonenkolorierten Szenen erlebt im Bonner Sommerkino 2005 seine Weltpremiere.
Ali arbeitet als Flickschuster in Kairo. Seine Ehefrau ist ein echter Hausdrachen, lieber heute als morgen möchte er sie verlassen. Als er eines Tages in den Besitz einer Zauberpfeife gelangt, macht er seinen Traum wahr und ergreift die Flucht. Fortan wird der kleine Flickschuster in eine ganze Reihe haarsträubender Abenteuer verwickelt. Eine orientalische Märchenkomödie in exotischem Ambiente.
Den armen Schuster Ali verschlägt es als Gotteszeichen an den Hof eines Sultans, er gerät in die Intrigen des Hofes und befreit sich mit einer Zauberpfeife aus tödlicher Gefahr. Der Orient ist eine Märchenwelt aus Lehm und Pappe, mit großblättrigen Pflanzen, überdimensionierten, verschachtelten Bauten, Riesenturbanen, dickbäuchigen Herrschergestalten, zahllosen Haremsdamen, verzweifelten Zauberern und Menschen in Insektengestalt. Die Märchenlandschaft ist eine wilde Mischung aus Jugendstil und Expressionismus, Scherenschnitt- und Revuefilm, Abenteuer und Science Fiction. Das Spiel funktioniert, weil es von Anfang an als Burkleske aufgebaut ist, das Auge des armen Schusters alles mit dem gleichen begeisterten Unverständnis aufnimmt und die Gesetze der Wahrscheinlichkeit keine Gültigkeit mehr haben vor der Gunst des Illusionskinos.
Wolfang Jacobsen: Babelsberg; Berlin 1992
Die alte Messingstadt der Araber, "Atlantis", die in den Geschichten von 1001 Nacht eine so große Rolle spielt, erstand in zweieinhalb Monate andauernden Arbeiten. Alsdann begab sich der gesamte Stab des Films, etwa 50 Menschen, nach Tunis; hier, in der Sahara, wurden die großen Wüstenaufnahmen gedreht ... Die Aufnahmen gipfelten in einer Szene von unerhörter Prachtentfaltung, dem Einzug des siegreichen Prinzen mit seinen Unterführern, Trabanten und seiner ungeheuren Reiterkarawane, für die 2000 Menschen und 500 Pferde aufgeboten wurden. Gesteigerte Aufmerksamkeit wird namentlich die Leibgarde des Kalifen erreigen, die - 30 an der Zahl - ausschließlich von vertriebenen russischen Reiteroffizieren dargestellt wurde. Eine ganz besondere Sensation ist der Brand des arabisch-persischen Drachenschiffes, ein Bau von 35 Metern Länge, der vollständige verbrannte.
Aus dem Presseheft