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Express 300 Meilen (Tokkyu sambyaku-ri)

Programm: Bonn Druckversion Vorwort Festival-Archiv

Japan 1928

Regie: Genjiro Saegusa

Drehbuch: Chiio Kimura

Kamera: Seigo Kiga

Darsteller: Yutaka Mimasu, Hiroshi Mita, Koji Shima, Hisako Takihana, Kaichi Yamamoto, Yasushi Yoshii

Produktion: Nikkatsu

Premiere: 1928

Archiv: Nihon Silent Film Archive, Freiburg

Farbe: schwarz weiß

Länge: 1.920 Meter, 84 Minuten (20 B/s)

Zwischentitel: japanisch mit deutscher Übersetzung

Musikbegleitung: Günter Buchwald (Flügel und Violine)

Die Lebens- und Liebesgeschichte des Lokführers Shigeru Mori, der auf heldenhafte Weise und nur mit knapper Not eine Zugkatastrophe verhindert. Die Dreharbeiten, so sagt man, seien fast ebenso abenteuerlich gewesen wie die Geschichte, die der Film erzählt. Zu den größten Herausforderungen für Regisseur und Techniker zählte die furiose Eisenbahnverfolgungsjagd zu Beginn des Films. express 300 meilen, der mit immer neuen visuellen Einfällen beeindruckt, gehört zu den wenigen japanischen Stummfilmen, die vollständig erhalten geblieben sind.

Besprechungen

Kaoru Murao vom Ministerium für Eisenbahnwesen, der den Film redaktionell bearbeitet hatte, veröffentlichte in der Kinema Junpo vom 21.2.29 einen Artikel mit dem Titel "Tokkyo 300 Meilen - eine Enttäuschung". Er hatte als technischer Beauftragter des Films einige Szenen realisiert, in denen die Gefahr katastrophaler Unfälle bestand. Auch sei die Gegend zwischen Kyoto und Osaka, wo der Film gedreht wurde, zu flach, daher die ständige Gefahr, das Gefühl für Geschwindigkeit zu verlieren. Dennoch bezeugt Murao den Filmtechnikern seinen Respekt, "daß sie mit zahlreichen Lokomotiven die dynamischen Kräfte der Züge und ihrer Bewegungen wiedergegeben haben und daß der Regisseur Saegusa den kommerziellen Wert des Films erhöht hat".

Regisseur Genjiro Saegusa gehört zur selben Generation wie Kenji Mizoguchi. Als letzterer wegen einer Liebesaffäre nicht mehr Regie führen durfte, stellte Saegusa den Film Im roten Abendlicht (Akai Yuhi ni terasarete, 1925) fertig. In der Zeit der Tendenzfilme (nach DAS MÄDCHEN SUMIKO, 1929) trat Mizoguchi in den Vordergrund, und auf diesem Weg begleitete ihn Saegusa. Wegen des Kanto-Erdbebens (1923) mußte das Filmstudio in Mukojima in Tokio geschlossen werden. Die Kernmannschaft fand ihren neuen Arbeitsort in Kyoto. Die Nikkatsu verlagerte das Studio bald nach Uzumasa (in Kyoto) und schuf damit eine Grundlage für die Filmproduktion im großen Stil. Die Jahre 1925 bis 1935 waren das erste Goldene Zeitalter des japanischen Films, dem Filmregisseure wie Kenji Mizoguchi, Tomu Uchida, Daisuke Ito, Mironu Murata und Genjito Saegusa zuzurechnen sind.

Yoneo Ota (University of Visual Arts, Osaka)

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