Navigationsmenü mit aktueller Seite synchronisierenNavigationsmenü ausblendenNavigationsmenü einblendenzur Startseite

Inhalt

Die elf Teufel

Programm: Bonn Druckversion Vorwort Festival-Archiv

Deutschland 1927

Regie: Zoltan Korda

Drehbuch: Walter Reisch

Kamera: Leopold Kutzleb, Paul Holzki

Darsteller: Gustav Fröhlich, Evelyn Holt, Lissy Arna, Fritz Alberti, John Mylong-Münz, Willi Forst, Harry Nestor, Geza Weiss

Produktion: Carl Boese-Film GmbH

Premiere: 20.10.1927

Archiv: Filmmuseum München

Farbe: schwarz weiß

Länge: 108 Minuten (20 B/s)

Zwischentitel: deutsch

Musikbegleitung: Joachim Bärenz (Flügel)

Fußballfieber in den Zwanzigern: "Der erste Fußball-Großfilm" hieß es in der zeitgenössischen Werbung. David gegen Goliath, Amateure gegen Berufsspieler (die es in Deutschland zu jener Zeit gar nicht gab ...), wahrer Sportsgeist gegen profanes Gewinnstreben. Frauen sind die Schutzengel der Spieler, die sie zugleich zu motivieren verstehen. Die Dramatik des Spiels wird durch avantgardistische Bildmontagen vermittelt - Kamerafahrten hingegen bleiben dem Helden und dem Ball vorbehalten.

Besprechung

Ein reicher Berufsspielerklub versucht, einem kleinen Verein, dessen Mitglieder allein aus sportlicher Begeisterung mit der ledernen Kugel kämpfen, den Mittelstürmer auszuspannen. Mit Hilfe eines großen Vertrages und einer Frau. Aber schließlich bleibt der Held doch beim seinem Klub und seiner blonden Verlobten, und der kleine Vorstadtverein schlägt mit seiner Hilfe den großen Klub. Das große Wettspiel bildet den Schluß.

Es gibt Aufnahmen voller Tempo und Schmiß, wütendes Kämpfen um den Ball, Bravourleistungen erstklassiger Spieler. Sicher ist der Eindruck, den man als Zuschauer bei einem Fußballspiel hat, stärker, man kann stets das ganze Spielfeld sehen und mehr den Sinn des Spieles verfolgen. Dagegen hat der Film die Möglichkeit, durch Nahaufnahmen die einzelnen Phasen besser wiederzugeben oder durch Zeitlupenbilder zu zerlegen.

Ausgezeichnet sind die Momentbilder aus dem Publikum, die man als dankbare Passagen in das Spiel einfügte. Die ganze fiebernde Begeisterung von 50 000 Menschen, die fachmännisch jeden Stoß wägen, ihn bejubeln oder auspfeifen, spiegeln diese Szenen wider. Sehr nett ist das Zusammenhalten der "Elf Teufel" geschildert, ihre einmütige Verehrung für ihren "Engel", der es versteht, mit zarten Mädchenhänden die wilden Männer zu zähmen. Auch die Eingangsbilder, die die einzelnen Berufe der Spieler schildern, sind glücklich gewählt.

Gustav Fröhlich in der Hauptrolle ist stark, liebenswürdig und mannhaft, ein echter Sportsheld, der nicht nur das Ideal der kleinen Mädchen, sondern auch das der Sportler darstellt. Wenn er mit windzerzausten Haaren im Spielfeld steht und wütend sich ins Gedränge stürzt, gleicht er einem jungen Kriegsgott.

Georg Herzenberg, in: Filmkurier, 21.10.1927

Impressum - Datenschutz - nach oben