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Champagner (Bright Eyes)

Programm: Bonn Druckversion Vorwort Festival-Archiv

Österreich 1929

Regie: Géza von Bolváry

Drehbuch: Franz Schulz

Kamera: Theodor Sparkuhl Max Nekut

Darsteller: Betty Balfour Jack Trevor Vivian Gibson Marcel Vibert Fritz Greiner Otto Hartmann Julius Strobl Walter Brand Annie Rosar Lizzi Natzler

Produktion: Sascha Filmindustrie AG

Premiere: 29.3.1929

Archiv: Filmarchiv Austria, Wien

Farbe: schwarz weiß

Länge: 67 Minuten (24 B/s)

Zwischentitel: französisch mit deutscher Übersetzung

Musikbegleitung: Christian Roderburg und das SchlagEnsemble H/F/M

Man kennt Alfred Hitchcocks CHAMPAGNE aus demselben Jahr (den Film, der er vor the MANXMAN realisierte), der neben der englischen auch in einer deutschen Fassung gedreht wurde: CHAMPAGNER. Die Hauptdarstellerin ist dieselbe (Betty Balfour, einer der Top-Stars des europäischen Kinos der später zwanziger Jahre), ein paar Dekors wurden wiederverwendet, alles andere jedoch hat sich geändert: Regisseur, Team, Darsteller ... und sogar die Geschichte.

Besprechungen

Eine Geschichte, wie sie das Kino liebt. Alles geht seinen geregelten Gang, scheint einzementiert. Doch es gibt ein Rumoren, eine Bewegung im Gesicherten. Eine Einzelne nimmt es mit der Konvention auf, hebt sie kurzfristig aus den Angeln, läßt die Verhältnisse Kopf stehen. Plötzlich regiert der Möglichkeitssinn. Die Geschichte kann viele Wege einschlagen und wählt den des privaten Glücks. Jeder kehrt an seinen angestammten Ort zurück. Manche vielleicht mit leiserer Stimme.

CHAMPAGNER führt in das noble und vergnügungsbegeisterte Nachtlokal "Palace de Luxe". Jenny, das Küchenmädchen, kennt es nur aus der Perspektive hinter dem dichten schwarzen Vorhang. Er trennt Glamour, Leichtsinn, Champagnerlaunen von den versierten Handgriffen des Personals. Diese geben dem Unbeschwerten die Aura des Selbstverständlichen. Einige passieren die Grenze zwischen Arbeit und Verschwendung: die Musiker, die Tänzer, die Kellner. Von Jean, dem elegantesten unter ihnen, träumt Jenny. Der Verehrte hat unterdessen nur Augen für die mondäne Tänzerin. Doch Jenny besitzt Witz, Energie und Geistesgegenwart. Um dem despotischen Oberkellner zu entgehen, verbirgt sie sich kurz entschlossen im Lokal. Ihr Versteck wird entdeckt, und ein reicher Südamerikaner ist von der neuen, überraschenden Attraktion des Palace begeistert.

Jenny spielt ihre Rolle souverän. Sie trinkt erstmals Champagner, kokettiert mit dem Südamerikaner, macht Jean eifersüchtig, dreht das Autoritätsverhältnis zum Oberkellner um. Ihre Freunde aus der Küche lugen durch den Vorhang und sind begeistert. Jenny gewinnt mit ihrer Keckheit auch Jeans Herz. Sie wird weiter Gläser abwaschen, denn Reichtum bedeutet ihr nichts im Vergleich zur Liebe.

Filmarchiv Austria




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