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Standort: | |
| THE CAT AND THE CANARY | |
| SPUK IM SCHLOSS | |
| USA 1927 - Regie: Paul Leni - Drehbuch: Robert F. Hill, Alfred A. Cohn, nach dem Bühnenstück von John Willard - Kamera: Gilbert Warrentonnbsp;- Darsteller: Laura LaPlante, Tully Marshall, Flora Finch, Creighton Hale, Gertrude Astor, Lucien Littlefield - Produktion: Universal Pictures Corp. - Archiv: Filmmuseum München - Farbe: schwarzweiß - stumm mit englischen Zwischentiteln - Länge: 2010 m, 80 min. bei 22 B/s | |
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Ganz überraschend erwies sich SPUK IM SCHLOSS als ein Höhepunkt der Filmkunst. Man kann fast behaupten, Mr. Leni habe in seinem neuen Film keine Chance ausgelassen zu demonstrieren, was man mit einer Kamera alles anstellen kann. Dies ist das erste Mal, daß ein Kriminal-Melodram auf die Ebene der Kunst gehoben wurde, denn dieser Film wird jenen, die einfach nur so ins Kino gehen, das Blut in den Adern gefrieren lassen. (Mordaunt Hall, in: The New York Times, 10.9.1927) |
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Dieser Prototyp des Horrorfilms schreitet seinem Höhepunkt im Innern eines angemessen zerfallenden Herrensitzes entgegen. Er wendet alle expressionistischen Verfahren an, um uns in einen heilsamen Angstzustand zu versetzen: durch dunkle Räume und Hallen, schwere Schatten, Geheimfächer, unsichtbare Gegner, wogende Vorhänge, eine ständig bewegte Kamera. Schauplatz und Dekor sind integrale Bestandteile der Geschichte und, was wichtiger ist, einer Stimmung, die uns ergreift, weil sie schattenhaft und unausgesprochen bleibt. (Amos Vogel: Film als subversive Kunst; Rowohlt, Reinbek 1997) |
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Wandverkleidungen öffnen sich; Krallenhände recken sich aus Bibliotheksschränken und erwürgen einen Anwalt; vergeßlich, wie schon Mörder sind, lassen sie in Schränken statt Regenschirmen Leichen stehen - wenn jemand den Schrank öffnet, fällt 'ne Leiche heraus. Unterirdische Gänge, Keller, Falltüren; heulender Mitternachtssturm um alte Burgen, mystische Schatten über ausgestorbenen Schloßgalerien; ein furchtbar maskierter Erbschleicher und Schurke; als feinste Pointe: ein Irrenhauswächter. Alles in allem also: ein Spaß-Vergnügen für kindliche Völker. Ein großer amerikanischer Film. Alles Technische, alles Dekorative, alles Graphische, alles Kunstgewerbliche von höchster Vollendung: Lichter, Schatten, Sturm, Mondlicht, Spinnengewebe, öde Säle und Galerien, Grauen und Angst darin; und die erstarrten Masken der zu Tode Erschreckten. (Willy Haas, in: Film-Kurier, 25.8.1927) |
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SPUK IM SCHLOSS entstand zu einer Zeit, als Carl Laemmle sein Universal-Studio mit vorwiegend aus Deutschland importierten neuen Talenten füllte. Für Paul Leni war dies sein erste amerikanischer Auftrag. Er gehört in die "Spukhaus"-Thriller-Kategorie, deren Wirkung mehr von der Atmosphäre als von einer sensationellen Handlung abhängt und daher besser für Stummfilme als für den Tonfilm geeignet war. Die Handlung hat einen deutlich komischen Touch, ohne darüber die Spannung zu vernachlässigen. Wenn die Geschichte auch durch und durch amerikanisch ist, so verrät ihre gestalterische Umsetzung eindeutig den Einfluß von Paul Lenis Herkunft aus dem deutschen Kino. Ausleuchtung und Kamera stehen in der Tradition deutscher Filme, und es ist sicher mehr als ein Zufall, daß Lucien Littlefields Maske als falscher Doktor an diejenige von Werner Krauss als Doktor Caligari erinnert! Wenn man heute den Eindruck haben könnte, die Zeit sei nicht spurlos an dem Film vorübergegangen, so hat das nicht mit etwaigen Schwächen des Films zu tun, sondern damit, daß er zur stilprägenden Vorlage eines ganzen Genres wurde. Seine Form ist so oft imitiert worden, daß das Original heute nicht mehr dieselbe Schlagkraft hat wie im Jahr 1927. Aber er ist und bleibt unbestreitbar ein umwerfender und faszinierender Mystery-Thriller. (Joe Franklin: Classics of the silent screen; The Citadel Press, 1959) Zur englischen Originalfassung des Textes |
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